tw

Aus dem Ruheforst auf den Stern-Titel

Peter Wohlleben ist der bekannteste Förster der Republik

Hümmel. Wie schreibt man einen Bestseller? – Diese Frage kann auch Peter Wohlleben nicht beantworten, obwohl ihm genau das im Jahr 2015 gelungen ist. Sein Buch »Das geheime Leben der Bäume« erschien am 25. Mai und verkaufte sich seitdem in einer Stückzahl von bislang mehr als 270.000 Exemplaren. Und die Erfolgssory geht auch im neuen Jahr weiter...

An das Jahr 2015 wird sich Peter Wohlleben wahrscheinlich sein ganzes Leben lang erinnern: Es ist das Jahr, in dem eines seiner zahlreichen Bücher erstmals die Bestseller-Listen stürmte und ihm eine Dauer-Präsenz in den bundesdeutschen Medien bescherte.  »Mit der Einladung zur NDR-Talkshow fing alles an«, erzählt der Förster im Gespräch mit dem WochenSpiegel. Was dann folgte, damit hatten weder der Verlag noch der Autor selbst gerechnet. »Wir hatten in der zweiten Jahreshälfte durchschnittlich drei bis vier Journalisten und Fernseh-Teams pro Woche hier in Hümmel«, berichtet Wohlleben, der das Jahr 2015 selbst gar nicht als »herausragend« empfindet. »Es war aber auf jeden Fall anders.«

ZDF-Jahresrückblick

Weitere Fernsehauftritte folgten, zuletzt bei der ZDF-Show »Menschen 2015«, es gab eine Titelstory im Magazin »Stern« mit einer elfseitigen Bild- und Textstrecke. »Erst jetzt musste ich die Interview-Anfrage einer großen deutschen Tageszeitung absagen: Es war einfach kein Termin mehr frei«, sagt der Förster. Der WochenSpiegel profitiert hingegen vom »Heimat-Bonus«...

Fortsetzung folgt

Doch die Erfolgsstory geht auch im neuen Jahr weiter: Das Buch »Das geheime Leben der Bäume« wurde in 18 Sprechen übersetzt und erscheint in 25 Ländern. »In Kürze stehen die ersten Termine in Italien, Holland und Norwegen an«, so Wohlleben, der seinen Wald-Bestseller in der knapp bemessenen Freizeit geschrieben hat.
Auch die zahlreichen Presse-Termine hat er bislang im Urlaub oder in der Freizeit wahrgenommen. Freistellen lassen von seinem Job möchte sich der Förster nämlich auf gar keinen Fall: »Meine Arbeit als Förster hat für mich erste Priorität. Ich wollte immer in der Natur arbeiten, und das auch in Zukunft.« Die Arbeit am Schreibtisch und das Reisen sind für ihn derzeit nur ein notwendiges Übel. »Es hat Spaß gemacht, aber so einen Rummel muss ich nicht ständig haben«, sagt Wohlleben mit einem Schmunzeln.

Neue Projekte

Allerdings: Man kann fast davon ausgehen, dass das Interesse an seiner Person auch 2016 anhalten wird, denn die beiden nächsten Bücher hat Wohlleben bereits fertig. Zunächst erscheint im April »Wohllebens Waldführer« im Ulmer-Verlag, bevor dann Mitte Juni im Ludwig-Verlag (in dem auch sein aktueller Bestseller veröffentlicht wurde) der Nachfolge-Band »Das Seelenleben der Tiere« erscheint.

"Zehn Prozent Talent"

Und wie schafft man ein solches Pensum?  – »Man sagt ja, dass zum Schreiben zehn Prozent Talent und neunzig Prozent Disziplin gehören«, verrät der Autor. Und das sei auch beim ihm nicht anders: Eine Stunde täglich arbeitet Wohlleben privat am Schreibtisch. »Und das übrigens auch an Weihnachten.«
Damit das Sozialleben nicht zu sehr leidet, sind auch schon alle privaten Termine für das Jahr 2016 fest eingeplant...

 

Zur Person

Peter Wohlleben, Jahrgang 1964, wuchs in Sinzig am Rhein auf und studierte später Forstwirtschaft in Rottenburg am Neckar. Es folgten zwei Jahrzehnte als Beamter in der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz. 2006 dann der Bruch: Wohlleben kündigt seine Beamtenstelle auf Lebenszeit bei der Forstverwaltung und ist seitdem bei der Gemeinde Hümmel angestellt. Dort kann er nun sein Ideal einer ökologischen Waldbewirtschaftung in die Tat umsetzen, zu der auch der »Ruheforst« gehört.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.

Spürnasen für entlaufene Tiere

Adenau. Monika Wirfs und Susanne Lehmann helfen mit ihren Hunden Trusty und Jimmy Haltern dabei, ihre entlaufenen Haustiere wieder zu finden. Ihre Hilfe wird oft in Anspruch genommen. Wie Susanne Lehmann und ihr Hund Trusty zusammen gekommen sind, ist eigentlich schon eine Geschichte für sich. Lehmann hörte von einem Tier, das offenbar herrenlos im Wald bei Adenau herumlief. »Als ich davon hörte, wollte ich dem Hund helfen«, erzählt Lehmann. Über drei Monate hinweg machte sie sich auf die Suche nach dem herrenlosen Hund. Während dieser Zeit lernte sie Monika Wirfs und ihren Suchhund Jimmy kennen. »Als wird den Hund schließlich gefunden hatten, habe ich ihn aufgenommen«, so Lehmann. Sonst wäre Trusty im Tierheim gelandet. Diesen Hund hat Lehmann nun zum Suchhund ausgebildet und gemeinsam mit Wirfs beschlossen, die Talente der Tiere für einen sinnvollen Zweck zu nutzen.Hunde suchen Tiere Die beiden Damen gründeten ein Suchhundeteam – aber eines das nicht nach Menschen sondern nach entlaufenen Tieren sucht. »Die Hunde könnten auch Menschen finden«, erklärt Wirfs. Aber ihre Tiere haben die beiden privat und ohne offizielles Zertifikat ausgebildet. »Das braucht man für die Tiersuche ja auch nicht«, sagt Wirfs. Anfangs haben sie ihr Angebot einfach privat verbreitet und ausgeholfen, wenn jemand um Unterstützung bat. Vor einem Jahr jedoch haben die beiden mit ihrem Team eine Homepage eröffnet und ihre Arbeit vorgestellt. 29 Mal wurden Wirfs und Lehmann in 2016 angerufen, um nach entlaufenen Haustieren zu suchen. Ihr Team ist mittlerweile auf vier Frauen mit fünf Suchhunden angewachsen. Katzen, Pferde und vor allem Hunde mussten Trusty und Jimmy und ihre neuen Kameraden bereits aufspüren. »27 Tiere sind mittlerweile wieder zuhause«, sagt Lehmann. Die richtige SpurDie Formulierung ist mit Bedacht gewählt, denn nicht in allen Fällen finden die Hunde die Tiere selber. »Bei Katzen sind es zu viele Spuren«, erklärt Wirfs. Was die Hunde allerdings tun können, ist die Besitzer auf die richtige Spur bringen und das Gebiet eingrenzen, in denen die Katze sein könnte. So geschehen an Silvester, als eine kranke Katze entlaufen war. Da war das Team mit vier Hunden vor Ort und konnte ein Waldgebiet ausmachen, in dem die Katze sich wohlmöglich versteckte. »Wir haben den Besitzern dann gesagt, sie sollen mehrmals zwischen dem Waldgebiet und ihrem zuhause hin und her gehen«, sagte Wirfs. So wurde eine Geruchsspur gelegt, der die Katze nach Hause folgen konnte. »Am Abend dann ist sie zurückgekehrt«, erzählte Lehmann. Für Susanne Lehmann ist es eine besondere Freude, die Tiere aus der misslichen Lage zu befreien und wieder mit ihren Herrchen zu vereinen. »Es ist Wahnsinn zu sehen, wie froh die Tiere dann sind«, sagt sie. Haustiere, die sich verlaufen haben, womöglich mit der Leine noch irgendwo hängen geblieben sind, schalten nämlich auf einen Überlebensmodus. »Die Tiere geben keinen Mucks von sich«, sagt Lehmann. Sie hätten Angst, Feinde auf sich aufmerksam zu machen. Selbst wenn die Bezugsperson nach ihnen rufen würde, gäben sie aus Angst keinen Laut von sich. KontaktSusanne Lehmann (01 71 / 2 05 02 06) und Monika Wirfs (01 51/ 41 20 35 92) helfen bei der Suche nach entlaufenen Haustieren.www.tiersuchhunde.com Monika Wirfs und Susanne Lehmann helfen mit ihren Hunden Trusty und Jimmy Haltern dabei, ihre entlaufenen Haustiere wieder zu finden. Ihre Hilfe wird oft in Anspruch genommen. Wie Susanne Lehmann und ihr Hund Trusty zusammen gekommen sind,…

weiterlesen