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Führende Motorsport-Teams am Ring wollen nicht starten

Nürburg. Die führenden Motorsport-Teams am Nürburgring fordern den Deutschen Motorsport Bund (DMSB) auf, gravierende Fehler bei zentralen Regelungen für den Rennbetrieb auf der Nordschleife schnellstmöglich zu korrigieren. „Solange es keine Einigung über die Vorschläge der Fahrer AG gibt, werden die Teams nicht starten“, sagt Olaf Manthey, Sprecher der neu gegründeten Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring (ILN).

Die Gründung wurde notwendig, nachdem der DMSB die Vorschläge erfahrener Piloten ignoriert hatte, heißt es in einer aktuellen ILN-Meldung. Die Interessengemeinschaft fordert nun die Umsetzung dieser Vorschläge, bevor die Teams wieder an den Start von Langstreckenrennen wie dem ADAC 24h-Rennen oder den Rennen der VLN gehen.

Die vom Deutschen Motorsport Bund (DMSB) ins Leben gerufene Fahrer AG (Dirk Adorf, Marc Lieb, Arno Klasen, Altfrid Heger, Markus Oestreich) habe laut ILN nach vielen Gesprächen mit Aktiven, Teams, Sportwarten und Offiziellen fundierte Vorschläge zu wichtigen Regelungen im Langstreckensport auf dem Nürburgring erarbeitet. Der DMSB sei unverständlicherweise von diesen auf großer Erfahrung basierenden Vorschlägen abgewichen, zum Teil mit irritierender Begründung. Bereits jetzt zeichne sich ab, dass stattdessen der bürokratische Aufwand und die Kosten für die Fahrer und Teams steigen werden, während die gewählten Lösungsansätze immer komplexer und schwerer umsetzbar werden, heißt es von Seiten der ILN.

Der DSMB hatte Anfang 2014 eine Regelung für das Verhalten in Gefahrensituationen eingeführt, bei der an der Unfallstelle selbst nicht schneller als 60 km/h gefahren werden darf. Trotz mehrerer Änderungen sei es bisher nicht gelungen, eine für alle Beteiligten sichere und verträgliche Lösung zu etablieren, kritisiert die ILN. Die Fahrer AG hat nunmehr ein an internationalen Richtlinien orientiertes Sicherheitskonzept vorgeschlagen, das laut ILN jedoch bisher nicht vom DMSB in unveränderter Form bestätigt wurde.

Anfang 2015 führte der DMSB eine Permit für Rennen auf der Nordschleife ein, die sicherstellen soll, dass alle Fahrer über ausreichende Erfahrung auf dem Nürburgring verfügen, bevor sie am ADAC 24h-Rennen oder einem VLN-Rennen teilnehmen dürfen. Auch hier habe die Bürokratie die Oberhand gewonnen, so dass mittlerweile alle Rennen von dieser Forderung erfasst wurden, ohne dass die Permit zu einer nachweislichen Qualifikation geführt hätte, so die ILN. Die Fahrer AG habe den Blick aufs Wesentliche gerichtet: der Einstieg in den Langstreckensport soll einfach, der Aufstieg in die schnellen Klassen dagegen nur mit entsprechender Nordschleifenerfahrung möglich sein. Ein vom DMSB angedachtes DPN Permit für Rennen der RCN sowie die Youngtimer Serie werde abgelehnt. Weder dieser Vorschlag, noch ein bereits fertig programmiertes eLearning-Tool für Fahrer und Streckensicherung zum regelmäßigen Test der Regelsicherheit würden durch den DMSB akzeptiert. Insbesondere sei ein zwingend geforderter Abschlusstest der Fahrer vor Ort bislang nicht bestätigt worden, berichtet die ILN.

Die Interessengemeinschaft hat den Vorschlägen der Fahrer AG ausdrücklich zugestimmt und fordert deren unmittelbare Umsetzung durch den DSMB. "Es ist nicht hinnehmbar, dass der DMSB die Erfahrung der Aktiven ignoriert, wenn es um sicherheitsrelevante Entscheidungen geht."

Die Veranstalter ADAC Nordrhein und VLN haben der ILN bereits ihre Unterstützung zugesagt. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hat die ILN beschlossen, dass die Rennwagen ihrer Teams bis zur Umsetzung nicht mehr in Langstreckenrennen am Nürburgring starten werden. Zu den Teams der ILN zählen viele bekannte Namen am Nürburgring, u.a. Manthey Racing, Frikadelli Racing, Black Falcon, Car Collection, Jürgen Alzen Racing, die insgesamt über 100 Rennwagen der Starterfelder repräsentieren.

Foto: Hardy Elis - www.RACEPIX.eu

 

 

 

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