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Jugendwahn in der Straußwirtschaft?

Viele sind gegen den Namensvorschlag »Pop-up-Winebar«

VG Altenahr. »Was halten Sie vom neuen Begriff ‚Pop-up-Winebar‘ für die gute alte Straußwirtschaft?«, haben wir Sie in der vergangenen Woche gefragt. Zahlreiche Leser haben uns ihre Meinung zum Thema gesagt.

Die meisten Leser haben wenig Verständnis für den »neumodischen« Begriff: »Sie verweisen in Ihrem Artikel auf das Sprichwort ‚Neue Besen kehren gut‘.Das stimmt auf jeden Fall, nicht allerdings, wenn so ein Besen ‚Pop-up Winebar‘ heißt«, schreibt zum Beispiel Gudrun Hillmann. »Wer ist nur auf diesen unpassenden und – mit Verlaub – bescheuerten Namen gekommen? In England ist diese Bezeichnung ja okay...«

Und weiter: »Die herrliche Ahrlandschaft, die Ahr selbst und die Weinberge - auch die vielen Weinlokale mit dem guten Ahrwein etc. müssen nicht ‚ultra modern‘ sein, sondern einfach ein schöner Treffpunkt, bei dem es guten Wein gibt, wo man nette Leute antrifft und wo man gerne einkehrt«, so Gudrun Hillmann.

»Was soll eigentlich diese Anbiederung an das Englische?«, fragt sich H. Pusch aus Bad Neuenahr. »Ich glaube nicht, dass die Engländer oder Amerikaner ihre Sprache so verschandeln, auch die Franzosen tun es nicht, warum eigentlich wir?  Oder ist das der Jugendwahn? Die Alten und Älteren sind damit überfordert,  dazu kommt ja noch, dass man diese neuartigen Begriffe kaum übersetzen kann. Bitte belassen Sie es bei dem Begriff Straußwirtschaft oder Rädle (süddeutsch). Da weiß man, wo man dran ist«, so Pusch weiter.

»Wer aus der altbewährtenStraußwirtschaft eine ‚Pop-up-Winebar‘ machen will, kann eigentlich nur dauernd voll des Alkohols sein«, heißt es in einer weiteren Zuschrift, die wir auf unseren Artikel erhalten haben. Und auch Maria Thielen aus Remagen kann sich mit dem neuen Begriff nicht anfreunden: »Ich weiß, dass jede Generation etwas Neues herstellen möchte; was grundsätzlich nicht schlecht ist. Allerdings bin ich dagegen, für unsere Regionen Urtypisches zu ‚verenglischen‘, weil es sich vielleicht so jugendlicher und weltoffener anhört«, meint sie. »Für mich ist es wichtig, dass wir in Deutschland unsere eigene Kultur behalten, die uns von anderen Ländern unterscheidet und einen Teil ausmacht, warum Menschen bei uns Urlaub machen wollen.«

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