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Krippen-Vielfalt aus aller Welt

Rech. Die Krippe gehört für viele zum Weihnachtsfest wie der festlich geschmückte Tannenbaum und Spritzgebäck aus der heimischen Weihnachtsbäckerei. In Rech gibt es bereits jetzt wieder eine ganz besondere Krippenschau zu bestaunen. Besucher sollten allerdings etwas Zeit mitbringen, denn mehr als 300 Krippen sind dort zu sehen.

 »Unsere Eltern hatten schon immer eine schöne, große Krippe«, erinnert sich Josef Niethen an die eigene Kindheit. Damals wurde wahrscheinlich schon der Grundstein für die spätere Sammelleidenschaft der Brüder Franz-Rudolf und Josef Niethen gelegt. Was dann allerdings tatsächlich den Ausschlag für den Aufbau der eigenen Sammlung gab, daran kann sich Josef Niethen nicht mehr so genau erinnern.
Anfang der 1980er Jahre ging es dann so richtig los mit dem Krippen-Sammeln. »Wir waren immer viel auf Flohmärkten unterwegs und haben dann irgendwann angefangen, alte Krippen aufzukaufen«, berichtet Josef Niethen.
Seitdem haben die beiden Brüder die Ausstellung Jahr für Jahr erweitert. Der Begriff »Krippe« wird dabei sehr weit gefasst. Auch Darstellungen der Verkündigung an Maria, des Kindermordes zu Bethlehem und Kreuzigungsszenen werden in den Ausstellungsräumen hinter der ehemaligen Bäckerei Niethen in Rech ausgestellt.
300 Krippen
»Wir ändern die Ausstellung immer ein bisschen ab. In diesem Jahr sind es wohl mehr als 300 verschiedene Krippen, die bei uns zu sehen sind«, sagt der Krippen-Experte nicht ohne Stolz. Für internationales Flair sorgen Krippen aus Korea, Brasilien, Bolivien und anderen exotischen Orten, die den Brüdern aus Missionsstationen zugeschickt wurden. »Diese so genannten Heimat-Krippen aus aller Welt sind besonders interessant, weil sie die Geburt Jesu im Umfeld ihrer jeweiligen Herkunftsländer darstellen«, erklärt Josef Niethen.
Außerdem sind eine große Keramikkrippe aus dem Westerwald und eine Winzerkrippe aus Unkel zu sehen. Die handgefertigten Tonfiguren zeigen auch einige bekannte Persönlichkeiten, darunter auch das Kölner Urgestein Willy Millowitsch und die Krippensammler Franz-Rudolf und Josef Niethen selbst.
Material-Vielfalt
Groß ist auch die Material-Vielfalt: »Wir haben neben den gängigen Krippen-Figuren aus Ton, Kunststoff, Gips oder  Pappmaché auch welche aus Glas, Keramik, Papier, Holz oder Bienenwachs«, so Niethen weiter. Die kleinste Krippe befindet sich in der Schale einer Walnuss, die größten Figuren sind etwa einen Meter groß.
Einige Krippen wurden auch von Prominenten gestiftet – eine zum Beispiel von Christiane Herzog, der Frau des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog.
Der Eintritt zur Krippenausstellung ist übrigens kostenlos – die beiden Initiatoren bitten ihre Besucher jedoch um eine Spende für soziale Zwecke. Auf diese Weise sind schon viele Tausend Euro für ganz unterschiedliche Empfänger zusammen gekommen. Der Verein »Nachbar in Not« gehörte dabei ebenso zu den Empfängern wie die »Ahrweiler Tafel« oder andere gemeinnützige Organisationen.
In diesem Jahr gehen die Spenden unter anderem an den Verein »Lichtbrücke e.V.«, der zum Beispiel Berufsbildungsprojekte in Bangladesch unterstützt.
n Kontakt & Termine
Die »Internationale Krippenausstellung« in Rech (Rotweinstraße 18) ist bereits seit Mitte November geöffnet und kann bis in den Februar des neuen Jahres jeweils sonntags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden.  Zum Lucia-Markt in Rech (3. und 4. Dezember) ist die Ausstellung von 12 bis 17 Uhr geöffnet.
Sondertermine für Gruppen können unter Tel.: (02643) 7053 vereinbart werden.


Die heutigen Weihnachtskrippen gehen bereits auf das Frühchristentum zurück, doch zeigten die Darstellungen der ersten Jahrhunderte nur das Jesuskind mit den zwei Tieren Ochs und Esel. Die Figur der Gottesmutter Maria kam erst im Mittelalter dazu, der hl. Josef sogar noch später. Hingegen gab es um das Jahr 500 bereits bildliche Darstellungen, auf denen die Heiligen drei Könige ihre Geschenke dem Jesuskind darbringen.

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