Stefan Pauly

Vor 200 Jahren besuchte Goethe Maria Laach

Laach. Eine Tuffsteinskulptur aus dem Jahr 1915 von Bruder Tutilo Haas am Seehotel in Maria Laach erinnert an den Besuch von Johnann Wolfgang von Goethe und dem Freiherrn vom Stein am 28.Juli 1815.

In einem Bericht von Goethes Sohn August heißt es: "Ins Gebirge. Verödete Abtey Laach". 1802 in der Säkularisation von den Benediktinern verlassen, war sie von Napoleon I. der Ehrenlegion zugeeignet worden. Lediglich der Sarkophag des Stifters Pfalzgraf Heinrich II. und der Baldachin aus dem 13. Jahrhundert waren die einzigen Kunstwerke, die übrig geblieben waren, erzählt der Mendiger Heinz Lempertz.

Hier kämpfte der Künstler Sulpiz Boisserèe dafür, dass die Basilika nicht als Steinbruch genutzt wurde. Aus der Stille des Laacher Sees "mit seinen gelinden Hügeln und Buchenhainen" gelangen Goethe und der Freiherr vom Stein nach "Niedermennich". Der "Bruch der rheinischen Mühlsteine" interessiert die beiden, für die Mineralogie und Bergbau keine Fremdwörter sind. Doch hier irrt Goethe bei seinen Überlegungen über die Entstehung des Niedermendiger Basalt, weiß Lempertz zu berichten. Er äussert später Boisserèe gegenüber : "Warum soll denn das Wasser nicht auch löchrige Steine machen können wie die Bimssteine und die Menninger Steine?" Durch Wassereinwirkung anstatt durch Aufblähung durch Feuer war die falsche Überlegung.

In "Kunst und Alterthum am Rhein und Main" schreibt Goethe in dem Kapitel über Koblenz: "Auch hier würde sich ein Mittelpunkt zur Aufbewahrung der Alterthümer und zur Förderung der Kunst von selbst bilden...wie denn zum Anfange die wenigen, aber bedeutenden Reste der Abtey Laach mit Vorsicht und Sorgfalt hierher zu retten wären".

Es kam für die Abtei Maria Laach glücklicherweise anders...

 

Foto: Pauly

www.maria-laach.de

 

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