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Die Work-Life Vinaigrette

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Astrid Braun-Höller und Katharina Pohl haben ein ungewöhnliches Buch geschrieben. In »Wie hätten Sie’s denn gerne« hat das Autorinnen-Duo Rezepte für den Arbeitsalltag verfasst. Wie Kochrezepte aufbereitet, bieten die kurzen Texte Handlungstipps für viele gängige Situationen.

»Die Idee stammt von Astrid Braun-Höller«, erzählt Katharina Pohl im Gespräch mit dem WochenSpiegel. Auf einer gemeinsamen Wanderung unterbreitete Braun-Höller, die als Personalexpertin in ganz Deutschland unterwegs ist, ihren Vorschlag.
»In der Nacht danach habe ich das Bett dann gar nicht gesehen«, lacht Pohl. Die ausgebildete Grafik-Designerin sammelte Wörter und Ideen um die Metapher des Kochrezeptes im Zusammenhang mit der Arbeitswelt weiter zu spinnen. Schnell war klar, dass da viel Potenzial vorhanden war und so machten sich die beiden Autorinnen ans Werk gemeinsam zu schreiben. Es sollte, so Pohl, ein Buch werden, in dem man zu allen Alltagssituationen des Berufslebens ein Schnitzelrezept bekommt.
Auf zwei Seiten werden zu jedem Thema einfache Tipps geboten, wie man eine Situation lösen kann.
»Wir wollten die Arbeitswelt aus der Saure-Gurken-Zeit rausholen«, erklärt Katharina Pohl. In dem Buch werden Situationen aus dem Job mit Genuss und Kochen verknüpft und so positiv dargestellt. Gegliedert ist das ganze Werk wie ein normales Kochbuch, sortiert nach fünf Gängen. Bei der Vorspeise – eingeteilt in warm und kalt – erfahren die Leser, für was sie sich erwärmen sollten und was sie kalt lassen sollte. Ein Beispiel?
Kalt lassen sollte einen »Hausgemacht Kollegensülze«, also die Gerüchteküche, die Intrigen und das Mobbing. Erwärmen sollte man sich für »Homogenisierte Kooperations-Rösti«, die für Teamgeist, Integration und Synergien stehen.
Bei den Hauptgerichten erfährt man, wie man optimal lobt, wie man Projekte auf den Punkt managt oder wie man mit Nörglern umgeht. Beim Eingemachten lernt der Leser, wie er sein Feuer entfacht oder wie er seine Work-Life-Balance erhält. Dabei nutzen die Autorinnen das Bild einer Vinaigrette, die gut ausgewogen und stets in Bewegung bleiben muss, damit sich die Zutaten nicht voneinander absetzen. Erarbeitet haben Astrid Braun-Höller und Katharina Pohl die Rezepte im gemeinsamen Dialog. »Das war sehr konstruktiv«, erzählt Pohl.
»Wir haben«, so lacht sie, »über jedes Wort gestritten. Es war großartig.« Jeder Punkt, jedes Komma, jeder Formulierung wurde durchdiskutiert. Und auch thematisch war man längst nicht immer einer Meinung. Doch das beide so engagiert an die Sache herangingen, war eine Bereicherung. »Es war Luxus, jemanden zu haben, der mindestens so tief drinhängt wie man selbst«, erklärt Pohl.
Neben den 27 Rezepten finden sich in »Wie hätten Sie’s denn gerne« noch zwölf Typologien von Menschen, die einem auf jeden Fall im Arbeitsalltag begegnen werden.
»Das ist ein Buch, dass ich gerne meinen Kindern geben würde«, sagt Pohl – als Wegweiser für die Arbeitswelt.
Im März erschien das Werk im Gabal Verlag – ein zweites ist schon in Planung und soll im August 2018 erscheinen. Darin greifen die beiden Autorinnen die Typologien wieder auf und helfen den Lesern dabei, sich selber zu definieren und zu gucken, welche Zusammensetzung an Typen ein Team braucht, um gut zu funktionieren.
»Wie hätten sie‘s den gern« von Astrid Braun-Höller und Katharina Pohl erschienen im  Gabal Verlag.
ISBN 978-3-86936-757-6

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