Klaus Angel

Julian Vogel hat den Bogen raus

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Im Rahmen der dort auszutragenden Wettkämpfe stellt der "Wochenspiegel" während dieser Zeit verschiedene, im Kreis Ahrweiler betriebene Sportarten vor, denen nur alle vier Jahre eine größere Aufmerksamkeit zu teil wird.

Erst seit den Spielen 1972 in München steht das Bogenschießen regelmäßig auf dem Programm der Olympiade. Wie bereits in den vergangenen Jahren gehen die Mannschaften aus Korea und Amerika wieder als klare Favoriten in das Turnier. Das Team aus Deutschland spielt bei den diesjährigen Wettkämpfen eher eine Nebenrolle. Dies jedoch soll sich in Zukunft ändern. Mit gezielter Förderung talentierter junger Schützen will man der koreanisch-amerikanischen Vorherrschaft zu Leibe rücken. Einer eben dieser jungen Sportler ist Julian Vogel. Der 18-jährige Schüler des Peter-Joerres-Gymnasium zählt bereits jetzt zu den besten Schützen des TuS Ahrweiler.Seit nunmehr drei Jahren betreibt Julian diese Sportart. "Eine Klassenkameradin hat mich mal zum Training mitgenommen", beschreibt der Schüler seine erste Begegnung mit Pfeil und Bogen.Mit seinen 18 Jahren gilt der ehemalige Gewehr- und Pistolenschütze als Spätstarter in seiner Sportart."Das optimale Einstiegsalter liegt eigentlichen zwischen zehn und zwölf Jahren", so Trainer Norbert Weber."Julian ist trotzdem ein sehr talentierter Sportler", adelt Weber seinen jungen Schützling. Talent ist jedoch nicht alles, das weiß auch Julian. "Die Konkurrenz im Teilnehmerfeld eines Turniers ist groß", so der Schüler.Um die 70 Meter entfernte Zielscheibe punktgenau zu treffen, seien vor allem Konzentration und ein gutes Auge wichtig berichtet Weber. Und so trainiert Julian regelmäßig zwei- bis dreimal die Woche um dem Druck der Konkurrenz im Wettkampf Stand halten zu können.Zweimal jährlich finden offizielle Meisterschaften statt, bei denen sich in Julians Klasse, je nach Größe und Wichtigkeit des Turniers 30 bis 50 Schützen miteinander messen.Das harte Training zahlt sich aus. Im Jahr 2012 konnte Julian bei den Landesmeisterschaften in Idar-Oberstein den dritten Platz erringen und sicherte sich so direkt das Ticket für die Deutschen Meisterschaften. Im nordrhein-westfälischen Solingen sicherte er sich dann im März einen Platz im vorderen Mittelfeld und bewies welches Potential in ihm steckt.Für Julian ist es vor allem die Ruhe, die den Sport so einzigartig macht. "Es ist eine gute Gelegenheit sich vom Alltagsstress zu erholen, beziehungsweise diesem zu entkommen. Außerdem fördert es dir Konzentration und trägt zu einer guten Körperhaltung bei."Das Bogenschießen als Sportart hat sich aus einer 14.000 Jahren alten Tradition entwickelt und reicht geschichtlich bis ins Jungpaläolithikum . Anders als heute wurden Pfeil und Bogen früher als Waffe zur Jagd oder im Kampf, Mann gegen Mann eingesetzt. Heutzutage werden Pfeil und Bogen als Sportgerät und nicht als Waffe angesehen. "Ein abgeschossener Pfeil kann eine Geschwindigkeit von 200 bis 300 km/h erreichen. Dies würde im Falle eines Unfalls zu schwerwiegenden Verletzungen führen", berichtet Julian. "Ein Restrisiko bleibt immer, jedoch steht die Sicherheit bei uns an erster Stelle",versichert Norbert Weber.Trotz der langen Tradition verlor das Bogenschießen in den letzten Jahrzehnten immer mehr an Ansehen und entwickelte sich zu einer Randsportart. Der TuS Ahrweiler bietet nun allen Interessierten die Möglichkeit unverbindlich ein Training zu besuchen. "Wir freuen uns über jedes neue Mitglied in unserem Verein,egal welchen Alters oder Geschlechts", versprach Norbert Weber. Das die Ansteckungsgefahr und der Reiz der Sportart besonders groß sind, lässt sich wieder am Beispiel von Julian Vogel aufzeigen. Er brachte seinen Vater mit zu einem Training und konnte diesen auf Anhieb für die Sportart begeistern.Obwohl die Chance auf eine Medaille in der englischen Hauptstadt eher gering ausfällt, werden die Bogenschützen des TuS Ahrweiler den deutschen Olympioniken trotzdem die Daumen drücken. Und die Hoffnung auf ein kleines deutsches Wunder stirbt bekanntlich zuletzt.Bei Interesse wenden Sie sich an den TuS Ahrweiler, Abteilung Bogenschützen.

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