Klaus Angel

Von der Politikbeobachtung zum aktiven Engagement

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wenn am 22. September der neue Deutsche Bundestag gewählt wird, tritt auch Marion Morassi von der Partei »Die Linke« als Direktkandidatin im Wahlkreis 199 an. Sie hat bei den Linken eine steile Karriere hinglegt.

Der Wochenspiegel hat mit der Kandidatin darüber gesprochen, was sie als mögliche Abgeordnete für ihren Wahlkreis erreichen möchte.  Als »geborenes Ehlinger Mädchen« hat sich Marion Morassi schon immer für ihren Ort, ihre Region engagiert. So hat sie sich beispielsweise aktiv in Ortsvereinen oder bei der Organisation des Heimersheimer Weinfestes eingebracht. Auch politisch sei sie schon immer sehr interessiert gewesen, erzählt sie. »Ich konnte dieses Interesse früher aber nie in Engagement umwandeln, da ich durch Familie und Beruf stark eingespannt war«, so Morassi, die einen erwachsenen Sohn hat und ein Reisebüro leitet. In der Erinnerung aber sei ihr die damalige Lokalpolitik sehr realitätsfern   vorgekommen.  »Damals konnte ich auch keinen großen Unterschied zwischen den etablierten Parteien ausmachen«.Wie sie sagt, habe sie sich im Jahr 2009 entschieden, von der Politikbeobachtung zum aktiven Engagement zu wechseln. Ihr Lebenspartner Wolfgang Huste habe sie bei den Linken eingeführt: »Er hat mich zu jedem Treffen mitgeschleppt«.  Für sie hatte »Die Linke« als junge und nicht etablierte Partei einen ganz besonderen Charme. »Das hat mir sehr gut gefallen, eine junge Partei mit viel Engagement und wenig Leuten«. Natürlich habe  ihr auch die Ausrichtung der Partei zugesagt. Sie setzt sich für die Interessen der gesellschaftlich Abgehängten ein. »Diese Standpunkte haben mich auch  früher sehr angesprochen«. Der Unterschied zu damals:  Früher sei sie nur gegen etwas gewesen, heute setzt sie sich für ihre Ideen ein und versucht Menschen dafür zu begeistern und zu gewinnen. Seit ihrem Eintritt in die Linken hat Marion Morassi eine beachtliche Karriere hingelegt. Vorläufiger Höhepunkt:  Direktkandidatin  der Linken zur Bundestagswahl. Neben ihrem parteipolitischen Engagement ist sie auch bei ATTAC aktiv, einem globalisierungskritische Netzwerk, das sich für eine sozial und ökologisch gestaltete Globalisierung einsetzt. Morassi: »Da gibt es große Schnittmengen zu den Linken«.  Überdies ist sie seit 15 Jahren Mitglied bei der Gewerkschaft Verdi und seit kurzer Zeit auch DGB- Vorsitzende im Kreis Ahrweiler. In besonderer Weise kämpft Marion Morassi für die Reduzierung der Minijobs im Kreis Ahweiler. Er gilt als eine Hochburg dieser Beschäftigungsart. Morassi: »Ich möchte die Zahl der Minijobs reduzieren oder doch wenigstens erreichen, dass Menschen in diesem Beschäftigungsverhältnissen den gesetzlichen Mindestlohn erhalten«. Wichtig ist der Direktkandidatin auch eine Stärkung der direkten Demokratie. Beispielsweise sollen künftig keine größeren Bauvorhaben ohne Bürgerbeteiligung in die Realität umgesetzt werden können. Ebenso soll es auch kein Verkauf von  öffentlichen Gebäuden ohne Beteiligung von Bürgern   geben. Als Touristikfachfrau wird sich die Politikerin Morassi auch für eine Stärkung des Öffentlichen Personen Nahverkehr in der Tourismusregion Ahr einsetzen. Morassi: »Das ist für eine weitere touristische Erschließung unabdingbar«. Schließlich ist die Initiierung eines breiten Netzwerkes gegen Rechte Gewalt ein ganz wichtiges Thema für die Politikerin Marion Morassi.

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Damit der Bürger weiß, was er tun kann und muss

Monschau. »Wir wollen keine Panik verbreiten - wir wollen, dass die Menschen wissen, was sie jetzt und in einem möglichen Katastrophenfall tun und wie sie sich schützen können.« Städteregionsrat Helmut Etschenberg kämpft wie kein Zweiter für die Abschaltung des Atomkraftwerks »Tihange 2« in Belgien. Nun wurde unter seiner Federführung eine 24-seitige Informationsbroschüre verfasst.Region (Fö). Warum ist das Kernkraftwerk in Tihange gefährlich? Wie verhalte ich mich im Falle eines Falles richtig? Und: Was hat es mit den Jodtabletten auf sich? Das sind nur drei von vielen Fragen, die die Bevölkerung derzeit beschäftigen. Antworten darauf gibt jetzt die auf der EUREGIO-Wirtschaftsschau vorgestellte Informationsbroschüre. Herausgeber ist die StädteRegion Aachen gemeinsam mit der Stadt Aachen, den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg in Kooperation mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes Rheinland-Pfalz. Die Broschüre, die in enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit aller Partner entstanden ist, trägt den Titel »Informationen für die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerks Tihange (B)«. Fachleute aus der ganzen Region haben die Informationen zusammen getragen. Städteregionsrat Helmut Etschenberg: »Die Broschüre ist die erste ihrer Art und nur der erste Baustein unserer Katastrophenschutzplanung.«Schwerpunkte sind die Kraftwerke in Belgien, die Wirkung von Radioaktivität und der Katastrophenschutz in NRW. Es wird geklärt, wie die Bevölkerung im Ernstfall gewarnt wird, und welche Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen beachtet werden müssen. Die Einnahme von Jodtabletten und das richtige Verhalten bei einem GAU in Tihange werden erläutert. »Das Medienhaus Weiss ist nicht nur der Klage gegen Tihange beigetreten, es hat uns auch bei der Produktion der Informationsbroschüre unterstützt«, dankt Etschenberg dafür, dass nicht nur Politiker und Institutionen, sondern auch Unternehmen für die »gemeinsame Sache« einstehen.36.000 Broschüren sind gedruckt worden. Die Exemplare sind in den Rathäusern sowie den Kreishäusern und im Haus der StädteRegion Aachen erhältlich. Mehr Informationen und die gesamte Broschüre als E-Paper gibt es unter www.staedteregion-aachen.de/tihange»Wir wollen keine Panik verbreiten - wir wollen, dass die Menschen wissen, was sie jetzt und in einem möglichen Katastrophenfall tun und wie sie sich schützen können.« Städteregionsrat Helmut Etschenberg kämpft wie kein Zweiter für die Abschaltung…

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