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»Wir sind jeck genug, um das durchzuziehen«

Kölsche Tön aus Bad Neuenahr-Ahrweiler

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Aus Freude an der kölschen Musik gründeten Dirk Schoenmackers und Andreas Hoss 2010 die Band »Jeckediz«. Seit dem hat sich einiges getan und das Team ist auf acht Mitglieder angewachsen – fünf Musiker und drei Techniker. Der Spaß steht aber noch immer an erster Stelle.

Als Dirk Schoenmackers und Andreas Hoss 2010 zum ersten Mal als Duo »Jeckediz« auftraten, ahnten sie noch nicht, wie sich das Bandleben innerhalb weniger Jahre verändern würde. »Wir sind damals mit gecoverten Kölsch-Songs und Karnevalsliedern sowie ein paar eigenen Stücken durch die Säle getourt. Dann haben wir beim ‚Loss mer singe‘-Casting in Köln den Förderpreis gewonnen, der uns die erste Studioaufnahme ermöglichte«, erzählt Dirk im Gespräch mit dem WochenSpiegel. Im Studio des bekannten Kölner Musikers und Produzenten Stefan Knittler, spielte das »Duo« Jeckediz seinen Song »Ich föhle Kölsch« ein. 2011 wurden die beiden dann in die Kajuja Köln, eine Karnevalistenvereinigung, die aktiven Bühnen-Nachwuchs für den Kölner Karneval ausbildet, aufgenommen. »Das war ein weiterer wichtiger Sprung in unserer Bandgeschichte, weil man durch die Kajuja immer viele wichtige Leute kennenlernt – der sprichwörtliche kölsche Klüngel eben«, erklärt Schoenmackers mit einem Augenzwinkern. Nicht minder wichtig war 2011 der erste Auftritt der Jeckediz zu dritt. Michael »Momo« Ley bereichert seitdem das Instrumentenrepertoire der Band um Keyboard und »Quetsch« (Akkordeon).

Kindheitstraum

2012 ging für die Bandmitglieder buchstäblich ein Kindheitstraum in Erfüllung. »In Heimersheim standen wir zum ersten Mal gemeinsam mit unseren Vorbildern, den Bläck Fööss auf der Bühne – und haben natürlich ein paar Lieder zusammen gespielt«, erzählt Gitarrist und Sänger Andreas Hoss. Bis heute sind noch weitere Größen der kölschen Musikszene wie de Räuber, Cat Ballou, Kasalla, Klüngelköpp und Domstürmer dazu gekommen.

Gewachsene Band

Wenn die Jeckediz heute auf Tour gehen sind sie meistens zu acht unterwegs. Seit der Session 2013/14 ergänzt Schlagzeuger Thomas »Tommy« Gorba die Band. Und seit 2016 haben sie mit Pantelis »Pano« Petrakakis einen Bassisten an Bord. Unterstüzt werden sie bei ihren Auftritten von den Crew-Mitgliedern Jörg Götz, Dennis Hoss und Pascal Hanisch. »Natürlich ist so eine Karnevalssession stressig, aber am meisten wohl für die Techniker«, sagt Schoenmackers voller Respekt. »Unser Traum war immer, auf eine vorbereitete Bühne zu gehen und zu spielen. Das regelt heute unsere Crew«, ergänzt Andreas Hoss. Trotz allem Stress steht natürlich der Spaß an der Musik an erster Stelle. »Daran merkt man dass unsere Band nicht gecastet, sondern zusammen gewachsen ist. Wir sind eine große Familie und alle jeck genug, um das durchzuziehen«, sagt Michael Ley. Dass sich die Musiker seit Langem kennen, trägt sicherlich seinen Teil dazu bei.

Zahlreiche Auftritte absolvieren die Jungs in der Session, immer öfter spielen sie aber auch außerhalb des Karnevals – und außerhalb der Region. So standen Sie bereits in Münster, Aachen oder Essen auf der Bühne. Die Termine lassen die Jeckediz mittlerweile von der Karnevalsagentur »Swist Event« aus Swisttal buchen. »Für das Equipment und unsere Fahrten zu den Terminen stellen uns die Heimersheimer Firmen Hanisch Holzbau und die Kfz-Werkstatt Huther dankenswerterweise ihre Fahrzeug zur Verfügung«, sagt Andreas Hoss. Die Gewinnspanne bei ihren Auftritten ist für die Band aufgrund der Kosten für Technik und vieler unbezahlter Vorstellabende im Sommer überschaubar. Das Geld wird wieder in das Hobby Musik investiert – beispielsweise für Studioproduktionen und Instrumente. »Aber das ist auch nebensächlich. Schließlich machen wird Musik, weil es uns Spaß macht. Sponsoren und Unterstützer sind uns natürlich trotzdem immer willkommen«, so Hoss.

Der Name Jeckediz

Den Bandnamen haben die Jeckediz übrigens mehr oder weniger Dirk Schoenmackers Tochter zu verdanken. Er hatte sie im Spaß »Jeckeditzchen« genannt, was im Hochdeutschen etwa soviel wie »albernes kleines Kind« (im niedlichen Sinne) bedeutet. Die Kleine, die gerade das Sprechen lernte, hatte das Wort wiederholt und »Jeckediz« draus gemacht. Der Name ist also eine »freie Wortschöpfung«

Mehr zur Band online unter: www.jeckediz.de

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