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Bienen faszinieren den Imker-Nachwuchs

Paten nehmen junge Menschen unter ihre Fittiche

Leimersdorf. Barbara Hartmann ist die Vorsitzende des Kreisverbandes der Imker. Neben ihren Bienenvölkern betreut die Leimersdorferin auch zwei Patenkinder, die bei ihr die Arbeit mit den Bienen lernen.

»Eigentlich wollte mein Mann mit der Imkerei anfangen«, erzählt Barbara Hartmann. Doch irgendwie kam es anders und jetzt ist sie es, die im Garten mehrere Bienenvölker versorgt. Sie sitzt im Wohnzimmer und trägt typische weiße Schutzkleidung der Imker. Wie jede Woche geht es auch heute an die Bienen. Mit dabei sind ihre Patenkinder Leopold Wahler und Elias Dunker-Heeber. Die beiden Jungs schauen der Imkerin über die Schulter, wenn die Völker in Augenschein genommen werden.

Paten für Nachwuchs

»Es ist spannend zu sehen, wie so kleine Wesen so viel machen können«, sagt der kleine Leopold über seine Faszination für das Hobby. Er gehört zu den Jungimkern im Verein, die vom Patensystem profitieren. Dabei ist es üblich, dass ein erfahrener Imker einem interessierten Neuling – idealerweise aus seinem Ort – mit Rat und Tat zu Seite steht.

»Das ist eine wunderbare Hilfe für Jungimker«, erzählt Barbara Hartmann. »Ich frage meine Paten heute noch, wenn ich unsicher bin«, so die Vorsitzende. Der erfahrene Imker gibt Starthilfe, bietet Tipps und vermittelt den Kontakt zu anderen Imkern, damit der Neuling beispielsweise günstig eine gebrauchte Behausung - Beute in Fachkreisen genannt - für seine ersten Völker erwerben kann.

Ruhige Hand

Als es dann an die Beuten geht, arbeiten Hartmann und ihre beiden jungen Helfer ruhig und konzentriert. Zurzeit ist es für die Imker wichtig, darauf zu achten, ob unter den Bienen eine neue Königin heranwächst. Passiert das, so trennt sich ein Volk und sucht eine neue Heimat. Wollen die Imker ein zweites Volk heranzüchten, so können sie gezielt ihr bestehendes Volk aufteilen und die Hälfte mit der heranwachsenden Königin alleine lassen. Wollen sie kein zweites Volk, so muss das Aufwachsen der Königin unterbunden werden.

Arbeitet man mit den Bienen, so ist es wichtig, dass man ruhig arbeitet. »Schnelle Bewegungen mögen sie nicht«, erzählt Barbara Hartmann. Auch reagieren die Bienen empfindlich auf bestimmte Gerüche. So mögen sie beispielsweise den Geruch von Alkohol nicht. »Bei schwülem Wetter kann es auch sein, dass sie schlechte Laune haben«, sagt Hartmann.

2000 Eier am Tag

Deshalb ist die Schutzkleidung wichtig. Allerdings ist es nicht so, dass die Bienen sofort stechen – zuerst einmal werden sie nur unruhig. Stechen ist für die Insekten die letzte Maßnahme – denn zu stechen bedeutet ihren Tod. Aktuell wachsen die Völker deutlich an. Bis zu 2000 Eier am Tag werden gelegt – was bedeutet, dass nach der Entwicklung von knapp drei Wochen täglich 2000 neue Bienen hinzukommen. Im Sommer hat ein Volk 50.000 bis 60.000 Bienen – im Winter sind es nur 15.000 bis 20.000. In der Zeit von März bis Ende Juli produzieren diese Bienen dann einen Überschuss an Honig, den die Imker für sich abschöpfen können.

Jubiläum

Der Imkerverband im Kreis Ahweiler besteht aus sechs Vereinen mit insgesamt 205 Mitgliedern. Dabei feiert in diesem Jahr der Unterverband »Goldene Meile« sein 40-jähriges Jubiläum. Am 21. Mai bietet der Unterverband von 13 bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür am Lehrbienenstand an.

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