Klaus Angel

Grafschaft kämpft gegen die Deponie

Gemeinde Grafschaft. Geht es nach dem Willen der Betreiber der Tongrube in Leimersdorf, dann soll dort eine Deponie für mäßig belastete, nicht gefährliche Abfallstoffe, wie Erdaushub und Bauschutt entstehen. Das stößt auf breiten Wiederstand in der Grafschafter Bevölkerung und in der dortigen Politik.

Nach Ansicht der SPD-Grafschaft liegt das geschätzte Deponievolumen bei etwa einer Million Kubikmeter. Geht man von rund 70.000 Kubikmeter Müll pro Jahr aus, würde rund 15 Jahre lang Müll zur Deponie transportiert.  Das will nicht nur die SPD in der Grafschaft verhindern. Der Gemeinderat möchte am heutigen Mittwoch in einer Sondersitzung eine Resolution gegen die Deponie verabschieden.

»Mit der gemeinsamen Resolution geben wir die Sorgen und Ängste der Bevölkerung wider und stellen uns geschlossen gegen die Einrichtung einer solchen Deponie« sagte CDU-Fraktionssprecher Günther Armbruster. Gleichzeitig gibt er zu, dass die Möglichkeiten der Gemeinde und auch der Fraktionen begrenzt seien, denn der Gemeinderat »ist nicht Herr eines solchen Genehmigungsverfahrens«, Es herrsche seiner Meinung nach aber Einigkeit im Gemeinderat Grafschaft darüber, dass nur unbelasteter Erdaushub zur Rekultivierung der Tongrube eingesetzt werden solle.Nach Ansicht von Mathias Heeb von der Grünen -Fraktion im Gemeinderat  wird eine Resolution keine Sicherheit geben, dass die Tongrube nicht zu einer Deponie genutzt werden könnte. »Wir sehen die Sache aber in guten Händen. Das Wirtschaftsministerium, mit  Eveline Lemke an der Spitze, hat sehr deutlich gemacht, dass es einer Deponie nicht zustimmen wird«. Dass der Betreiber sich in dieser Sache gegen alle Bürger und Instanzen so verhalte, sei nicht nachvollziehbar, aber wie so oft gehe es um das liebe Geld und sonst gar nichts, so Heeb. Für ihn ist allerdings auch klar, dass  irgendetwas in dieses Loch müsse. »Wir bleiben bei unserer ablehnenden Haltung gegenüber einer Nachfolgenutzung der Tongrube Leimersdorf als Mülldeponie.« hieß es aus der Kreisverwaltung zur Grafschafter Initiative eine Resolution zu verabschieden.

Wie  es aus dem Kreishaus  weiter hieß, werde auch die Antwort der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin Eveline Lemke wichtig. Gemeinde und Kreis hätten sich kürzlich an Lemke gewandt mit der Bitte, die Deponie zu verhindern. Begründung: Für die örtliche Bevölkerung seien die Grenzen der Zumutbarkeit erreicht, wenn nicht sogar überschritten. Jetzt befürchten die Gegner der Deponie, dass die Betreiber der Tongrube vor Gericht ziehen werden und auf juristischem Wege versuchen, ihre Interessen durchzusetzen. 

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