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»Im Schlimmen und Grausamen liegt eben eine gewisse Poetik«

Jonas Zauels aus Königsfeld hat Roman veröffentlicht

Gemeinde Grafschaft. Jonas Zauels hat einen Roman geschrieben. Der Student, der aus Königsfeld stammt, präsentiert sein Werk Anfang April in der ehemaligen Synagoge in Ahrweiler. Der WochenSpiegel hat mit dem Nachwuchsautor gesprochen.

Die Geschichte von »Alle Farben der Nacht« ist ziemlich düster. Drogenmissbrauch, Alkoholexzesse, Essstörung und eine drohende Einweisung in die Psychiatrie – mit diesen Problemen sieht sich die junge Protagonistin Emilia konfrontiert. »Die Leute haben mich schon gefragt, ob sie sich Sorgen machen müssen«, erzählt Autor Jonas Zauels. Die Geschichte von Emilia ist das erste Werk, dass der Germanistikstudent bei einem Verlag unterbringen und veröffentlichen konnte. Allerdings hat er schon vorher einen Roman verfasst. »Mein erster Roman war sehr autobiografisch«, erzählt Zauels. Deshalb habe der zweite etwas ganz anderes, fiktionales sein müssen. »Ich habe mich für eine weibliche Hauptfigur entschieden, um das noch deutlicher zu machen«, erklärt er. Inspiriert haben ihn bei der Geschichte um Emilia die vielen menschlichen Abgründe – die Frage, was passiert, wenn sich jemand gar nicht an die sozialen Spielregeln hält.

Poetik des Grausamen

Außerdem handelt der Roman davon, wie die Psyche schlimme Erlebnisse aus der Kindheit verarbeitet. Diese düsteren Themen, so Zauels, hätten ihn fasziniert. »Im Schlimmen und Grausamen liegt eben eine gewisse Poetik«, so der Autor. »Ungefähr ein Jahr habe ich an dem Roman geschrieben«, erzählt er. Dabei gab es Phasen in denen er gar nicht schrieb, dafür aber Wochen, an denen er täglich viele Seiten verfasst. »Ich habe in den Ruhephasen immer versucht, soviel wie möglich zu erleben«, so erzählt der Germanistik-Student. Außerdem recherchierte er zum Verlauf verschiedener psychischer Erkrankungen und den Auswirkungen von Drogenmissbrauch.

Das Schreiben selber sei für ihn wie ein Traumzustand gewesen. Er habe ein Grundkonzept für die Geschichte und die Figuren gehabt, doch sobald er anfing zu schreiben, entwickelte das alles ein Eigenleben. »Die Personen handeln wie von selbst und die Geschichte führt sich selber weiter«, so der junge Autor. Nach der Fertigstellung suchte Zauels vier Monate lang einen Verlag für seinen Roman. »Ich kannte mich vorher in der Verlagsbranche nicht so aus«, so der Autor – deshalb habe er viele Verleger auf gut Glück angeschrieben. Schließlich aber hatte er Erfolg: Sein Werk gefiel dem Ulrike Helmer Verlag aus Sulzbach im Taunus, der den Roman verlegen wollte.

Mittlerweile ist der Roman auch offiziell erschienen und kann über den Buchhandel oder im Internet bezogen werden und auch die Probeleser sind angetan. Die ersten Rezensionen auf Amazon oder lovelybooks bewerteten den Roman durchaus positiv. Jonas Zauels wird sein Werk nun der Öffentlichkeit präsentieren – seine ersten beiden Lesungen hat er auf der Leipziger Buchmesse absolviert. Die dritte Lesung wird er in Ahrweiler abhalten, in der ehemaligen Synagoge. Dabei wird sein Bruder ihn musikalisch begleiten und zwischen den Lesepassagen Songs spielen. Angefangen mit dem dritten Roman hat er bereits. Die Prognose: »Er wird vielleicht nicht mehr ganz so düster«, sagt Zauels.

Jonas Zauels wird seinen frisch im Ulrike Helmer Verlag erschienen Roman »Alle Farben der Nacht« (176 Seiten, ISBN 978-3-89741-395-5) bei einer Lesung mit musikalischer Begleitung in der Synagoge Ahrweiler präsentieren und zwar am Sonntag, 2. April, 17 Uhr.Weitere Infos zum Roman und einen Auszug unter www.ulrike-helmer-verlag.de

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