Marc Becker sägt und hämmert um die Wette

Arloff. 20-jähriger Zimmerer aus Gelsdorf wurde in die Nationalmannschaft der Zimmerer berufen

In der Zimmerer-Nationalmannschaft treten die Besten in der Altersklasse bis 23 Jahre an - Marc Becker aus Arloff-Kirspenich gehört zu ihnen. Schon früh wusste Marc Becker, dass die Arbeit im Büro nichts für ihn ist: »Ich wollte schon immer mit Holz arbeiten und dazu noch am liebsten an der frischen Luft«, verrät der 20-Jährige.2013 hat Marc Becker dann seine Ausbildung zum Zimmerer im Betrieb von Thomas Schulze-Hillert in Gelsdorf in der Grafschaft begonnen und entwickelte sich zu einem wahren Musterschüler.

Steile Karriere

Im Sommer 2016 beendete er seine Ausbildung mit Bestnoten und macht seinen Vater und Onkel - der eine ist Schreiner, der andere Zimmerer - besonders stolz.  Das Dachmodell, das er bei seiner praktischen Prüfung anfertigte, brachte ihm den Titel als Innungsbester ein. Darüber hinaus gewann er beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks im Bezirk der Handwerkskammer zu Köln und wurde Landessieger. »Nach den Erfolgen wurde ich zur Deutschen Meisterschaft nach Mölln, das liegt zwischen Hamburg und Lübeck, eingeladen«, erzählt Marc Becker von seiner bisher kurzen, aber steilen Karriere.

Hohes Niveau

»Das alles habe ich nur erreichen können, weil mich mein Chef für sämtliche Trainings freigestellt und mich immer unterstützt hat«, zeigt er sich dankbar. Denn innerhalb von zwei Monaten musste sich Marc Becker das Können eines Zimmermeisters aneignen. »Nach meinem Feierabend habe ich weiter an der Praxis gefeilt und die Theorie gepaukt«, erinnert er sich. Eine Woche vor der Deutschen Meisterschaft ging es dann zu einem einwöchigen Vorbereitungskurs. »Was wir können müssen, ist in dem Umfang nicht ganz real. Beispielsweise muss von Hand gesägt werden«, erklärt der Kirspenicher. Können muss er - wie schon bei seiner Abschlussprüfung - anhand von Berechnungen Zeichnungen erstellen und ein Dachmodell anfertigen. »Dabei werden die Hölzer immer schwieriger zu bearbeiten und die Konstruktionen immer komplexer«, ergänzt er.

Europameisterschaft

Bei der Deutschen Meisterschaft belegte er dann einen hervorragenden fünften Platz. Seitdem darf er sich zurecht als einer der besten Zimmerer Deutschlands in seiner Altersklasse nennen. »Kurze Zeit später habe ich dann das Angebot bekommen, der Nationalmannschaft der Zimmerer beizutreten«, sagt er stolz. Nun hofft er, mit zwei weiteren Mannschaftskollegen für die Teilnahme an der Europameisterschaft 2018 in Luxemburg ausgewählt zu werden und damit seiner Karriere die Krone aufzusetzen. »Für die Weltmeisterschaft 2019 in Russland bin ich dann leider zu alt, daran darf man nur bis 22 Jahren teilnehmen«. Nach der Europameisterschaft sei deshalb erst einmal Schluss mit Wettbewerben. »Danach habe ich den Plan, den Meister zu machen«, weiß Marc Becker genau, was er in Zukunft möchte.

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