Gemeinsam gegen Tihange

StädteRegion Aachen und Greenpeace ziehen an einem Strang

Altkreis Monschau. Die StädteRegion Aachen und Greenpeace Deutschland kämpfen ab sofort gemeinsam gegen Tihange. Das haben Städteregionsrat Helmut Etschenberg und Thomas Breuer von Greenpeace jetzt in Aachen vereinbart. In erster Linie wird es darum gehen, vom Wissen des anderen zu profitieren und die Aktivitäten gegen Tihange eng miteinander zu verzahnen. „Wir haben in freundschaftlicher Atmosphäre ein für beide Seiten gewinnbringendes Gespräch geführt und festgestellt, dass sich unsere Aktivitäten perfekt ergänzen“, sagte Etschenberg unmittelbar nach dem Gespräch.

In den nächsten Tagen wollen Greenpeace Deutschland und die StädteRegion Aachen in einen intensiven Wissenstransfer eintreten, um in einer Symbiose an dem gemeinsamen Ziel zu arbeiten, die „Risikoreaktoren“ stillzulegen. „Greenpeace warnt schon seit Jahren vor den Sicherheitsrisiken, die von Doel und Tihange ausgehen. Neben den Rissen in den Reaktordruckbehältern gibt es dort weitere Problem. Zudem sind die Reaktoren nicht ausreichend gegen Angriffe geschützt“, bringt es Breuer auf den Punkt.

Den Kontakt zwischen Etschenberg und Breuer hatte der belgische Greenpeace-Vertreter Jan Vande Putte hergestellt. Greenpeace Belgien und die StädteRegion hatten vor wenigen Tagen vereinbart, sich in ihren Klageverfahren wechselseitig zu unterstützen. Mit Greenpeace Deutschlang konnten wir einen weiteren starken Partner gewinnen, der die Allianz unterstützt. „Täglich erreichen uns Anfragen von weiteren Kommunen, die sich unserem verfahren anschließen wollen“, sagte Etschenberg, der nicht nur die politischen Fraktionen des Städteregionstages an seiner Seite weiß, sondern auch die regionsangehörigen Kommunen inklusive der Stadt Aachen, die Kreise Düren, Euskirchen, Heinsberg, Bitburg-Prüm und Vulkaneifel sowie die niederländischen Kommunen Gulpen-Wittem, Heerlen, Kerkrade und Maastricht. Gespräche werden derzeit mit Köln, Bonn, Kerpen, Mönchengladbach und vielen anderen geführt.  
Mit der Klage vor dem Staatsrat hatte die StädteRegion Aachen am fünften Februar das erste eigene Verfahren gegen Tihange 2 auf den Weg gebracht. „Hinsichtlich der zweiten Klage und des weiteren Ablaufs werde ich mit unseren Partnern eine Strategie zum gemeinsamen Vorgehen vereinbaren“, kündigt Städteregionsrat Etschenberg an. Fest steht jedenfalls, dass die Partner aus der DreiländerRegion Aachen voraussichtlich Ende März/Anfang April unter Federführung der StädteRegion an die EU-Kommission herantreten und diese mit einem Fragenkatalog auffordern werden, auch Ihre Informations- und Auskunftsrechte wahrzunehmen. Unabhängig davon will die StädteRegion Aachen Umweltinformationsansprüche gegen belgische Behörden geltend machen.

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