Hoch hinaus auf den Steinerberg

WochenSpiegel-Serie: Wandertipp für den Januar 2016

Altkreis Monschau. Das Kesselinger Tal ist der stille Star und gleichzeitig die Mittelachse dieser Tour, die sich auch im Winter anbietet.

Wir wandern von Kesseling aus zunächst in einem Halbkreis südlich durch ein Waldstück, das vom Kesselinger-, Weiden- und Dennbach eingegrenzt wird, nach Ahrbrück. Anschließend geht es weiter in nördlicher Richtung, zunächst entlang des Auschsbach bis hinauf zum Steinerberghaus und von dort wieder durch den Wald zurück zum Ausgangspunkt. Wir müssen zwei recht anspruchsvolle Anstiege bewältigen, erhalten dafür aber auch auf beiden Seiten wunderschöne Aussichten auf die jeweils andere Talseite. Der Steinerberg ist sicherlich der eigentliche Höhepunkt der Tour: traumhafte Fernsicht und Einkehrmöglichkeit.

In der ersten Hälfte der Runde zwischen Kesseling und Ahrbrück erhalten wir wiederholt reizvolle Ausblicke auf Kesseling und den Steinerberg. Eine Steigerung bieten die folgenden Abschnitte: Durch das Auschsbachtal wandern wir 300 Höhenmeter aufwärts, gelangen schließlich auf das Hochplateau des Steinerbergs und können im herrlich gelegenen Steinerberghaus einkehren. Traumblicke auf das Ahrgebirge und zur Hohen Acht.

Der Rest der Wanderung ist nur noch Genuss pur: zunächst auf schönem Waldpfad, danach auf unbefestigtem Weg. Ein Rastplatz drängt sich für eine letzte Pause auf, dann geht es nur noch bergab durch offenes Gelände und Wacholderpassagen bis Kesseling.

Die gesamte Tour ist mit 18 km nicht gerade kurz, lässt sich aber gut in zwei etwa gleich lange Hälften aufteilen; man nutzt dann den Weg, der zwischen Kesseling und Ahrbrück dem Verlauf des Kesselinger Bachs folgt. Eine bequeme Variante für kurze Tage.

Alle Details zur Tour (Anreise, Beschreibung des Streckenverlaufs, GPS-Track, zahlreiche Fotos etc.) finden Sie auf der Internetseite: www.naturaktiverleben.de/?IndexTour=31

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Wenn der »Detze« rockt...

Rengen. Was passiert, wenn ein Dorffest ausfällt? Ein noch tolleres Dorffest! Im Liesertal steht das Kürzel DDR seit dem Jahr 2000 nur noch für viel Spaß bei Heavy Metal.So richtige Rocker stellt man sich in schwarzer Kluft vor, gepierct und tätowiert, langhaarig, mit Dosenbier und Kippe in der Hand. David Haas sieht ganz anders aus. Er kommt zum WochenSpiegel-Interview im Business-Outfit, er ist junger Familienvater und arbeitet im Vertrieb eines Koblenzer Unternehmens. Als Vorsitzender des Vereins „Der Detze Rockt e. V.“ hat er jedoch noch ein anderes Leben. Er veranstaltet er mit seinen Mitstreitern ein kleines open-air-Festival, bei dem man BilderbuchrockerInnen erwartet und auch vorfindet. Es geht um echt was auf die Ohren, um Heavy Metal. Um das, was zum Beispiel in Wacken die norddeutsche Tiefebene zum Beben bringt. Auf dem Detzenberg bei Rengen bebt ebenfalls die Bühne, zwei Tage lang im Juni. „Wir wollen gar nicht wie Wacken sein“, sagt Haas, „bei uns ist alles viel familiärer.“ Und er sagt, dass er selbst zwar gern handfesten Rock hört, aber eigentlich kein Fan von Heavy Metal ist. „Bei DDR, also ‚Der Detze Rockt!‘, zieht das ganze Dorf mit, auch Leute, die mit der Musik gar nichts am Hut haben. Der Spaß und das Gemeinschaftsgefühl stehen im Vordergrund.“ Und das Ehrenamt. Die Rengener und ihre Vereine richten unentgeltlich das Festivalgelände her, bedienen an den Getränkeständen, kümmern sich um den Backstage-Bereich oder räumen hinterher auf. Die Karten für das Festival sind für kleines Geld zu haben und die Verpflegung zum Selbstkostenpreis. „Es ist nach wie vor ein echtes Dorffest, nur dass mittlerweile knapp tausend Leute pro Tag kommen, teils von weit her.“ Nämlich aus ganz Deutschland, aus Skandinavien und Benelux, Israel oder sogar Argentinien. „Einer trampte barfuß aus dem Osten Thüringens her, sowas rührt einen.“ Ein Festival, bei dem die Organisatoren ihr Publikum persönlich kennen. „Der älteste Fan ist um die achtzig, Jüngere bringen auch ihre Kinder mit… die tragen vor der Bühne Gehörschutz, versteht sich.Alles begann damit, dass sich David Müller, seines Zeichens Bankkaufmann, und Martin Geisen, mittlerweile Schauspieler am Landestheater Dortmund, nicht damit abfinden wollten, dass im Jahr 2000 kein Fest im eigenen Dorf auf die Beine gestellt werden konnte. „Bei uns ist man aber Geselligkeit gewöhnt“, erzählt der Rengener David Haas, „und da Martin selbst in einer Heavy-Metal-Band spielte, war klar, wohin die Reise geht.“ Anfangs habe es Skepsis und Kritik gegeben, aber längst habe sich die Erkenntnis breit gemacht: „Metaller sind ganz liebe Menschen, ganz friedlich. Längst freuen sich die Rengener auf das Wiedersehen mit den Metal-Fans.“ DDR gibt es nun jährlich, das Backfest und das Feuerwehrfest im Wechsel alle zwei Jahre. Und zumeist sind bei allen drei Events dieselben Menschen aktiv. Fünfzig Mitglieder zählt der DDR-Verein, doch weit mehr engagieren sich für das Festival, auch viele Firmen aus der Region unterstützen es. David Haas selbst stieß 2013 dazu, nachdem er zuvor mehrere Jahre in Bayern gelebt hatte. „Ich bin ein typischer Rückkehrer“, beschreibt der 35-Jährige sich, „ich wollte ganz konservativ ein Haus bauen und eine Familie gründen. Und ich wollte, dass meine Kinder dieselbe Unbeschwertheit und Sicherheit erleben können beim Spielen wie ich selbst früher.“ Für ihn ist „Der Detze Rockt!“ ein besonderer Kulturbaustein, um junge Menschen in der Eifel zu halten oder sie zurückzuholen. „Da merkt man, dass es ein Vorurteil ist, hier sei nichts los. Im Gegenteil, man kann hier ganz viel machen!“ Er geht professionell an die Organisation des Events heran mit Manöverkritik hinterher und mit Publikumsumfrage: „Der Service muss stimmen.“ Am Ende, so erzählt er, haben alle ein Dauerlächeln im Gesicht. „Das liegt sicher auch an der besonderen Atmosphäre bei uns in Rengen, es ist einfach relaxter als in den Städten.“ So entspannt, dass es auch noch nie Ärger mit der Sicherheit gab. Die Security-Firma bestätige, dass „Der Detze Rockt!“ ruhiger und störungsärmer verlaufe als viele andere Feste. Auch die Bands schätzen ihren Auftritt in der Eifel. „Viel Geld können wir ihnen nicht bieten“, sagt David Haas, „aber sie kommen, weil sie es hier toll finden.“ Neben manchen Heavy-Metal-Größen, die bereits mit Stars wie Metallica auftraten, gibt DDR auch Newcomern eine Chance. „Wo sonst können junge Bands vor hunderten begeisterten Leuten auftreten? Und es sind echte Talente, die wir ausfindig machen.“ Anfangs kamen die Neulinge vor allem aus der Region, doch längst hat sich das Festival herumgesprochen, so dass das Bandkomitee anhand von Videos auswählen muss, wer auftreten darf. Ob DDR mal zu groß für’s familiäre Ehrenamt wird? „Auf keinen Fall, da treten wir lieber auf die Bremse!“Was passiert, wenn ein Dorffest ausfällt? Ein noch tolleres Dorffest! Im Liesertal steht das Kürzel DDR seit dem Jahr 2000 nur noch für viel Spaß bei Heavy Metal.So richtige Rocker stellt man sich in schwarzer Kluft vor, gepierct und…

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