Michael Nielen

Hodiamont-Ausstellung eröffnet

Kreis Euskirchen. Die Gemäldeausstellung "Krieg und Versöhnung" des euregional bekannten Künstlers Peter Paul Jacob Hodiamont wurde im Kulturkino vogelsang ip feierlich vom Ministerpräsidenten der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (DG) Karl-Heinz Lambertz eröffnet und ist seitdem als eindringliche Mahnung zu friedlicher Begegnung und Zusammenarbeit zu sehen.

Gerade vom "European Corporation Day" für grenzüberschreitende Projekte kommend, übernahm Lambertz gerne die Schirmherrschaft der Peter P. J. Hodiamont- Ausstellung wie auch über das anschließend gut besuchte Benefizkonzert des Cercle Musical Kelmis im 50er Jahre-Kinosaal. Lambertz: "Ich freue mich, Ihnen eine Ausstellung des Künstlers Peter Hodiamonts an einem von der NS-Geschichte geprägten und für die Belgier sehr bedeutsamen Ort zu präsentieren, wo das Gedenken an das Vergangene heute in Einklang gebracht wird mit Begegnung, Kooperation und friedlichem Dialog." Die für die Ausstellung "Krieg und Versöhnung" ausgewählten Werke malte der 2004 verstorbene Künstler Hodiamont, nachdem er die Wehrmachtsausstellung "Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944" in Aachen besuchte. Die Bilder setzen sich mit den damals aktuellen Kriegsgeschehnissen unter anderem auf dem Balkan auseinander. "Nachdem Hodiamont in seiner Jugend den Zweiten Weltkrieg unter anderem als Helfer der Organisation Todt miterlebte, zwangsrekrutiert als Ausländer niederländischer Herkunft, brannten sich die schrecklichen Kriegsbilder in seiner Seele ein", erzählt seine Frau Maria Delhey Hodiamont, die ebenfalls zur Vernissage gekommen war. "Versöhnung ist jedoch ebenfalls ein wichtiges Empfinden, das er malte. So lässt er beispielsweise auf seinem Selbstbildnis aus dem Pfeifenkopf seiner Pfeife einen grünen Zweig wachsen." Der Frieden beginne mit den Worten Jaspers im eigenen Haus und so wollte Lambertz den Worten tiefer Verbundenheit mit dem Internationalen Platz vogelsang ip Taten folgen lassen: Die DG schenkte dem insbesondere aus Belgien, den Niederlanden und der StädteRegion Aachen angereisten Publikum im Anschluss an die Vernissage ein besonderes Konzert des Cercle Musical Kelmis. Das ostbelgische Harmonieorchester spielte im Kulturkino vogelsang ip mit 50 Musikern berühmte Filmmelodien, die das Publikum zum Lachen, teilweise sogar zu Tränen rührten. Dirigent war Rainer Hilger. Dass solche kulturellen Veranstaltungen nicht nur zum Genießen, sondern zur Auseinandersetzung mit der geschichtlichen Vergangenheit führten, betonte Johannes Bortlisz-Dickhoff vom Landschaftsverband Rheinland. Ergänzend fügte er bei der Vernissage hinzu: "Eine Ausstellung wie "Krieg und Versöhnung" an einem Ort wie Vogelsang hat vor dem Hintergrund seiner NS-Geschichte und der des Kalten Krieges eine besondere Note. Hodiamonts Arbeiten erinnern mich an Max Ernst in meiner Heimatstadt Brühl." In Ostbelgien ist das Haus Peter Hodiamonts als "Haus Sonne" mittlerweile ein Museum und gehört als Besuchermagnet zur beliebten Kunstroute Weser-Göhl. Nachhaltig schloss Lambertz den Ausstellungsstart mit den Worten an die Besucher, diese Werkschau als Inspirationsquelle für eine friedliche und sprachgrenzenüberschreitende Zusammenarbeit zu nutzen. Schließlich sei Kunst in diesem Sinne eine universelle Sprache. Die Ausstellung "Krieg und Versöhnung" im Kulturkino vogelsang ip ist für jedermann offen und während der Öffnungszeiten täglich von 10 bis 17 Uhr noch bis einschließlich 17. März 2013 sehen. (Foto: vogelsang ip, Roman Hövel)

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