Thomas Förster

Kalt, hart, schön

Altkreis Monschau. Während andere in Festzelten feierten, stellte sich Holger Lapp von TRAILrunning-Eifel.de am Karnevalssamstag einer ganz besonderen Herausforderung. Im Laufschritt durch Kälte, Eis und Schnee von Göttingen 80 km bis auf den Brocken im Harz.

Die Brocken Challenge gilt als der kälteste und als einer der härtesten Ultraläufe in Deutschland.

Gestartet wird in Göttingen und das Ziel befindet sich auf dem Brocken im Harz. Dieser gilt durch seine besondere geografische Lage als klimatisch sehr extrem.

Die "Challenge" als Herausforderung besteht für die Läufer zum einen in der Distanz von 80,5 km, den Höhenmetern von ca. 1.900m bergauf und ca. 1.100m bergab und zum anderen in den Wetterbedingungen.

Im Gegensatz zu 2012 war es dieses Jahr zwar mit -4 bis -6 Grad fast 10 Grad wärmer, aber trotzdem nicht leichter.

Bis zur Marathondistanz Kilometer 42 verläuft die Strecke über Felder mit einigen kurzen Anstiegen, so dass Holger Lapp diesen Teil in ca. 4 Stunden bewältigen konnte. 

"Ab diesem Punkt geht es erst richtig los." so Holger Lapp. "Denn ab jetzt geht es stetig bergauf und mit jedem Schritt wird der Schnee höher und die Temperaturen niedriger."

"Bis zum Verpflegungspunkt bei Kilometer 54 konnte man auf einer einigermaßen festen Schneedecke noch gut laufen, aber nach diesem Punkt war jeder Schritt mehr als doppelt so schwer. Das Laufen auf dem losen, nur halbfestgetretenen Pulverschnee erinnerte mehr an das Laufen in den Sanddünen. Immer wieder rutschte man weg und man bekam kaum festen Halt.", führt der Ultraläufer weiter aus.

"Erst ab dem letzten Verpflegungspunkt bei Kilometer 74 war die Schneedecke durchgehend fest. Aber dafür ging es jetzt immer steiler zum Brocken rauf." so Holger Lapp.

 

Am Ende kam Holger Lapp nach genau 10 Stunden ins Ziel und belegte damit einen hervorragenden 36. Platz von 182 Teilnehmern.

Noch etwas Besonderes hat der Lauf. Die Teilnehmergebühr wird zu 100 % gespendet an verschiedene soziale Projekte und die Organisation sowie die Verpflegung für die Läufer wird ehrenamtlich sowie durch Spenden organisiert. So kamen bisher (2004 bis 2012) € 68.735 an Spendengeldern zusammen.

 

Übrigens muss man nach dem Lauf nochmal 7,5 km bis nach Schierke hinunter wandern, denn erst ab hier können die Teilnehmer zurückgebracht werden zum Startpunkt, da eine Befahrung des Brockens nur den Rettungskräften gestattet ist und die Brockenbahn im Winter schon früh ihre letzte Fahrt hat.

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