Thomas Förster

Mallorcas Gebirge ist eine alpine Herausforderung

Altkreis Monschau. Der Eifler Holger Lapp vom Team ASICS Frontrunner lief einmal komplett durch die Serra de Tramuntana. Das Unesco Welterbe im Norden von Mallorca wartete mit harten Trails, wunderschönen Ausblicken und sagenhafter Stimmung auf die Ultraläufer aus der ganzen Welt.

Punkt 0 Uhr viel in Andratx der Startschuss zum "Ultratrail Serra de Tramuntana (UMSDT)". Bei diesem Extremlauf folgend die Läufer fast komplett dem Fernwanderweg GR221  auf 110km mit 4.500 Höhenmetern im An- sowie im Abstieg, von Andratx nach Pollença.

"Ich war noch nie auf Mallorca, hatte aber schon öfters von der spektakulären Steilküste und dem Gebirge gehört und das wollte ich live erleben", so Holger Lapp.

Alle Läufer müssen mit einer Stirnlampe laufen. Aber trotzdem war es eine schwierige Sache, da wir ja fast ausschließlich auf kleinen, schmalen Wegen gelaufen sind. Da muss man sich schon sehr konzentrieren, um Stürze zu vermeiden. Zudem musste eine schwierige Bergpassage absolviert werden. Anfangs ist das Läuferfeld noch eng zusammen, aber nach einigen Stunden läuft man auch schon mal längere Zeit alleine. Dann ist man froh, wenn irgendwann die Sonne aufgeht und einem neue Energie liefert.

Die Wege im Tramuntana Gebirge sind sehr steinig. Fast überwiegend großes loses Geröll, da ist es fast schon ein Wunder, wenn man nicht umklingt oder stürzt. Selbst in den Waldabschnitten sind die Wege steinig. So schwierig zu laufende Wege hat man selbst in den Alpen nur wenig. Entschädigt haben aber die grandiosen Ausblicke, die man von jedem Gipfeln aus hat. Ein Panorama wie in den Alpen, aber unter einem das blaue Meer. Zudem passierten wir auch noch einige typische mallorquinische Bergdörfer. Das brachte etwas Abwechslung.

Höhen und Tiefen

In einem Ultralauf durchlebt man alle Gemüts- und Gefühlszustände. Meinen ersten Tiefpunkt hatte ich schon sehr früh, nach dem ersten Anstieg. Hätte meine Frau da schon an der Strecke gestanden, so wäre ich wahrscheinlich ausgestiegen. Ich hatte meinen Rhythmus noch nicht gefunden und die Müdigkeit kam durch. Nach der ersten Verpflegung ging es dann besser. Das Absolute hoch kam dann auf dem letzten Kilometer, das ist der Punkt, an dem man komplett frei ist von Schmerzen und man einfach weiterlaufen könnte. Man hört von weitem schon die Musik und die jubelnden Leute im Zielbereich und das trägt einen förmlich die letzten Meter ins Ziel.

Ich hatte mich auf 18 Stunden eingestellt und dass ich trotz der Streckenverlängerung um rund 3,5 km  dann mit 17 Stunden und 18 Minuten im vorderen Drittel gelandet bin, hätte ich nicht für möglich gehalten. Im Ziel angekommen fiel ich meiner Frau Ina förmlich in die Arme und war glücklich sie wiederzusehen und froh, diese Strapaze ohne Verletzung oder Blessuren gemeistert zu haben und stolz auf meine eigene Leistung. So richtig realisiert man diesen Erfolg erst nach einigen Stunden.

Vorbereitung auf Spenden-Lauf

Der Lauf war der härteste Lauf, den ich in meinem Leben gelaufen bin, aber das ganze diente auch der Vorbereitung auf mein nächstes Event, einen über 210km langen Spenden-Traillauf von Monschau zum Großen Feldberg (Taunus) am 20. Juli.

 

 

 

Einen ausführlichen Bericht findet man unter: www.trailrunning-eifel.de

Informationen zum Spenden-Trail Lauf: www.spenden-trail-lauf.de

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.