Thomas Förster

Radfahrer gleiten wie auf Schienen

Altkreis Monschau. »Das Braunkehlchen hätte sich sicher nicht stören lassen und das Birkhuhn gibt es überhaupt nicht.« Helmut Etschenberg räumt ein für alle Mal auf mit der Posse um schützenswerte Tierarten entlang der Vennbahntrasse. Die »RAVeL«-Route wird nun auch auf deutschem Terrain eröffnet. Dass sie schon jetzt eine Erfolgsgeschichte ist, weiß ein jeder, der sie schon befahren hat.

Nach mehr als vier Jahren Bauzeit ist die Vennbahn als einer der längsten und schönsten zusammenhängenden grenzüberschreitenden Rad- und Wanderwege Europas auf einer stillgelegten Bahntrasse nahezu fertiggestellt. Im Rahmen eines symbolischen Festakts wird die Strecke am Sonntag, 15. September, feierlich ihrer Bestimmung übergeben. Neben einer zentralen Feier erwartet die Besucher der Vennbahn an diesem Tag ein attraktives und regionaltypisches Unterhaltungsprogramm entlang der rund 56 Kilometer langen Strecke von Aachen bis Kalterherberg.

»Dieser tolle Radweg reichert die Attraktivität unserer Tourismusregion an und bietet eine perfekte Ergänzung zum Eifelsteig«, stellte Städteregionsrat Helmut Etschenberg fest, als er das Eröffnungsprogramm präsentierte. Dazu war passenderweise in einen alten Waggon der »Eisenbahnfreunde Grenzland« nach Walheim geladen worden. »Wir haben so manche Hürde überwunden und ein gutes, trinationales Ergebnis erzielt.« Die Querung der Himmelsleiter sei hervorragend gelungen, teilweise habe man Schienen erhalten, um den historischen Aspekt zu bewahren und damit einen 125 Kilometer langen, lückenlosen Natur- und Erlebnisraum zwischen Aachen und Troisvierges geschaffen. »Ich lebe seit über 30 Jahren in der Eifel - aber auf der Vennbahntrasse habe ich Aussichten genossen, die ich bis dato nicht kannte.«

Diese können auch alle ambitionierten und Freizeitradfahrer am kommenden Sonntag genießen: An insgesamt elf Stationen wird ein musikalisches, kulinarisches und regionaltypisches Programm geboten. Offizielle Eröffnung ist um 12.30 Uhr am Bahnhof in Lammersdorf. Um 14.30 Uhr wird zu »Graffiti-Kunst« an den Tunnel unterhalb der »Himmelsleiter« (B258) geladen. Auch an den Bahnhöfen in Kalterherberg, Monschau und Konzen sowie den Rastplätzen von Mützenich und Roetgen wird den ganzen Tag über allerlei geboten. Wen es weiter Richtung Kaiserstadt zieht, dem seien die Bahnhöfe in Raeren, Walheim und Brand sowie die Bahnhofsvision Kornelimünster als Raststation empfohlen.

Doch das ist längst nicht alles. Die Städteregion Aachen ruft zum so genannten »Radroutenwettbewerb« auf. Bis Dienstag, 1. Oktober, kann man die Beschreibung der Lieblingsroute zu Rad einsenden (www.staedteregion-aachen.de/fahrrad) - die besten drei Routen werden prämiert und in das digitale Routensystem eingepflegt.

Apropos Radrouten

Die neue, bereits sehr beliebte Vennbahntrasse ist längst nicht alles, was unsere Region für Radfahrer bereit hält. Die Städteregion Aachen hat einen »Tourenguide« aufgelegt, der fünf überregionale und zwölf regionale Routen beinhaltet - vom RurUfer-Raddweg und der Eifel-Höhen-Route bis hin zu Heckenland- und Nationalpark-Route. Er liefert auch wertvolle Tipps am Rande der Radfahrwege, informiert über Pedelecs und verweist beispielsweise auf das ÖPNV-Angebot. Wer den Fahrradbus nutzen möchte, der am Sonntag, aber auch an allen anderen Wochenenden zwischen Aachen und Kalterherberg verkehrt, sollte sich unter Tel. 0241/912890 melden.

Der »Tourenguide« ist in den kommunalen Rathäusern, den Tourist-Informationen sowie im Haus der Städteregion Aachen erhältlich.

Einen kleinen Appell richtet Helmut Etschenberg im Hinblick auf kommenden Sonntag, aber auch generell an die Nutzer der Vennbahntrasse: »Die RAVeL-Route wird außerordentlich gut angenommen, was uns alle sehr freut. Es ist aber auch Vorsicht geboten - schließlich ist keine Rennstrecke entstanden, sondern ein barrierefreier Radfahrweg mit maximal zwei Prozent Steigung, den Jedermann nutzen kann und soll.«

Weitere Informationen zur RAVeL-Route gibt es unter www.vennbahn.eu

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