»Den Traum mit einer guten Sache verbinden«

Christina Wilden und Marcel Muß gehen auf radelnde Weltreise

Imgenbroich. Christina Wilden und Marcel Muß gehen auf Weltreise - mit dem Fahrrad. In etwa einem Jahr will das Paar entlang der Marco Polo Seidenstraße Singapur erreicht haben.

 »Es gibt immer einen Grund, es nicht zu tun.« Aber sie tun es - sie wagen vielleicht das Abenteuer ihres Lebens. Christina Wilden und Marcel Muß sind dann mal weg.

»Grenzenlos < - > gemeinsam stark!« So lautet das Motto von Marcel Muß (33) und Christina Wilden (22). Am Sonntag, 18. Februar, starten sie ihre Radweltreise aus Monschau, welche sie über die »Marco Polo Seidenstraße« nach Singapur führen soll. Dann werden Familie und Freunde um 11 Uhr auf dem Marktplatz der Altstadt stehen, um Abschied zu nehmen und eine gute Reise zu wünschen.

18.000 Kilometer durch 18 Länder

»Ich sollte Christinas Eltern versprechen, ihre Tochter wohlbehalten nach Hause zu bringen - er wer kann so etwas tun?«, weiß Marcel Muß, dass es viele Unwägbarkeiten geben wird, auf die sich das abenteuerlustige Paar einstellen muss.

Dabei soll der Weg das Ziel sein: »Wir machen keinen Wettbewerb, haben keinen Tachometer im Nacken«, so Muß. Die beiden möchten neben landschaftlichen und kulturellen Aspekten, vor allem den Kontakt mit den Menschen in den Fokus stellen - auf 18.000 Kilometern quer durch 18 Länder in etwa 12 Monaten. Wer an den Iran oder die Türkei denke, der sorge sich zwangsläufig vor den Gefahren, die dort womöglich lauern. »Wir kennen aus dem TV doch nur die Bilder aus Teheran«, ärgert sich der künftige Weltenbummler.  »Dass das Land landschaftlich ein Traum ist und man im Norden - dort, wo wir langfahren - von den Unruhen gar nichts mitbekommt, findet selten Erwähnung«. Die Alpen wollen die Beiden möglichst umkurven, aber auf den Pamir-Highway geht es hinauf und auch Ausläufer des Himalaya-Gebirges stehen Muß und Wilden im Weg. »67 Kilometer werden im Schnitt als Tagesdistanz angegeben«, hat sich Marcel Muß kundig gemacht. »Aber wenn es irgendwo besonders schön ist, wollen wir auch mal ein paar Tage dort genießen«, ergänzt Wilden.

Wie finanziert man eine solche Reise? Und wie geht es danach weiter? »Diese Gedanken sind doch typisch deutsch«, schmunzelt Marcel Muß. Er werde schon wieder eine Anstellung finden, vielleicht ergebe sich auf der Reise aber auch etwas ganz Neues.

»Wir wollen mit dem Nötigsten auskommen, Gelegenheitsjobs sind nicht geplant«, berichtet die gebürtige Schmidterin.  8,78 Euro gibt ein weltreisendes Paar mit dem Fahrrad täglich aus.
Die Fahrräder - Maßanfertigungen aus dem Hause »Patria« haben stolze 6000 Euro gekostet. »Wir haben einiges angespart, vermieten unsere Wohnung weiter«, rechnet Christina Wilden vor.
Die Erzieherin und der Restaurant-Fachmann lassen alles zurück. »Das ist auch ein wichtiger Teil unserer Reise - sich lösen von Altbewährtem: Geografisch, kulturell und gesellschaftlich«, freut sich Christina Wilden, die in einem Kinder- und Jugendheim für ein Jahr beurlaubt wurde.

Aber darum gehe es auch nicht. »Wir wollen aus dem Alltag ausbrechen, unseren Horizont erweitern«, so Muß. Übernachtet werde auf Campingplätzen, im Zelt oder im Hostel. »Und jede dritte Nacht wird man eingeladen«, freut sich Wilden auf viele, herzliche Begegnungen. In Osteuropa, aber gerade auch im asiatischen Raum herrsche eine große Gastfreundschaft.

Wer Christina Wilden und Marcel Muß auf ihrer Reise auf der Seidenstraße unterstützen möchte, schaut ins Internet auf www.2rad-mobilitaet.de oder kommt vorbei: am Sonntag, 18. Februar, um 11 Uhr zum großen Abschiednehmen auf dem Monschauer Marktplatz.

Menschenrechte unterstützen

Nicht nur den Traum verwirklichen, den Marcel Muß seit einigen Jahren hegt und den seine Freundin mittlerweile aus vollster Überzeugung mit träumt, sondern diese Reise mit einer »guten Sache«‘ zu verbinden stand von Beginn an fest. Mit dem Partner »Amnesty International«, der weltweit größten Bewegung, die für Menschenrechte eintritt und mit deren Aktion »Amnesty in Bewegung« möchte das Paar Positives bewegen. Dafür suchen sie Sponsoren. »Projektpartner zahlen 880 Euro - die Hälfte geht an Amnesty International, die andere Hälfte stecken wir in unsere Ausrüstung«, so Muß.

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