Thomas Förster

Durststrecke hat für Radler ein Ende

Monschau. Den Rucksack gepackt, den Helm aufgesetzt, Reifen und Kette kontrolliert - und schon kann sie losgehen, die Radtour auf dem preisgekrönten Vennbahnradweg. Doch wer auf der mit einem »European Greenways Award« dekorierten RAVeL-Route zu Speis und Trank einkehren will, der muss einen langen Atem haben. Schließlich ist das gastronomische Angebot zwischen der Bahnhofsmission in Kornelimünster und der belgischen Grenze äußerst spärlich - zumindest bislang.

Wer sich in der Eifel in den Sattel schwingt, um mit dem Fahrrad auf Tour zu gehen, der braucht normalerweise recht stramme Waden und eine ordentliche Kondition. Mit der RAVel-Route, die auf der ehemaligen Strecke der Vennbahn entstanden ist, ist schweißtreibendes Treten in die Pedale nicht mehr notwendig. Denn es existiert ein Premiumradweg, der auf seiner gesamten Länge lediglich über Steigungen von maximal zwei Prozent verfügt. Über insgesamt 28,5 Kilometer führt der längste zusammenhängende und grenzüberschreitende Bahntrassenrad- und Wanderweg Europas durch die Städteregion Aachen, davon 4,2 Kilometer im Bereich der Gemeinde Simmerath, etwa zwölf Kilometer im Bereich der Stadt Monschau und einmal quer durch Roetgen.

Rund ein Jahr nach der offiziellen Eröffnung bietet sich Touristen wie Einheimischen entlang der Vennbahntrasse auch die Möglichkeit, einmal Halt zu machen. »Wir bieten Eis, Crepes, Kaffee und kalte Getränke an«, gilt Francois Szabo als Pionier, schließlich erweckte er den Monschauer Bahnhof zu neuem Leben. »Wir wollen den Radfahrern eine nette Rastmöglichkeit bieten und hier mittelfristig ein Fahrradhotel errichten«, blickt der Gastronom in die Zukunft. Günstig und pragmatisch soll es sein und mit Werkstatt und Waschküche Extras bieten, die die Biker zu schätzen wissen.

Neues Café

Anfang August soll auch das »Tor zur Eifel« für Radfahrer attraktiver werden. Das ehemalige Roetgener Bahnhofsgebäude an der Bundesstraße hat Norbert Siebertz übernommen und zum Café umgebaut. »Die Vorbereitungen haben drei Jahre gedauert«, weiß Siebertz, dass es nicht immer leicht war mit den belgischen Behörden. Eine schöne Sonnenterrasse, reichlich Parkplätze und ein gemütliches Inneres - Siebertz ist vom Gelingen seiner Raststation auf der RAVeL-Route überzeugt. Mit kleinen Aktionen und Attraktionen will er auch Wanderer und Einheimische für das Café - direkt gegenüber der Wanderstation gelegen - begeistern.

 

Kalterherberg - besser gesagt das belgische Küchelscheid - ist bereits reich an gastronomischen Angeboten. Die Taverne »A Lutze« und ihre Betreiberin Martha genießen Kultstatus in der Region. Der ausrangierte Waggon ist zudem bereits vor Jahren zum Café umfunktioniert worden. Jedoch orientieren sich seine Öffnungszeiten an den Railbike-Touren. Das sind die Fahrten mit einer Draisine auf dem Schienenstrang zwischen den Bahnhöfen von Kalterherberg und Sourbrodt. Die hausgemachten Waffeln kann man also meist nur am Wochenende genießen.

Imbisswagen

»Dieser Umstand und das Problem, dass es in Kalterherberg kaum noch Gastronomie gibt, haben uns auf die Idee gebracht, einen Imbisswagen auf dem Parkplatz an der Vennbahntrasse aufzumachen«, erklärt Hermann-Josef Els. Freitags bis sonntags steht er mit seiner Frau Anja ab 30. August im Imbisswagen direkt an der RAVeL-Route. Belgische Fritten werden ein Highlight sein, aber auch Getränke und Eis werden angeboten. »Vielleicht nehmen auch Einheimische unser Angebot an«, hoffen die beiden frisch gebackenen Gastronomen.

Übrigens: Am Konzener Bahnhof muss man einmal die B 258 überqueren, um Hunger und Durst stillen zu können und in Lammersdorf soll sich schon bald etwas in Zusammenarbeit mit dem Bauernmuseum tun.

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Spürnasen für entlaufene Tiere

Adenau. Monika Wirfs und Susanne Lehmann helfen mit ihren Hunden Trusty und Jimmy Haltern dabei, ihre entlaufenen Haustiere wieder zu finden. Ihre Hilfe wird oft in Anspruch genommen. Wie Susanne Lehmann und ihr Hund Trusty zusammen gekommen sind, ist eigentlich schon eine Geschichte für sich. Lehmann hörte von einem Tier, das offenbar herrenlos im Wald bei Adenau herumlief. »Als ich davon hörte, wollte ich dem Hund helfen«, erzählt Lehmann. Über drei Monate hinweg machte sie sich auf die Suche nach dem herrenlosen Hund. Während dieser Zeit lernte sie Monika Wirfs und ihren Suchhund Jimmy kennen. »Als wird den Hund schließlich gefunden hatten, habe ich ihn aufgenommen«, so Lehmann. Sonst wäre Trusty im Tierheim gelandet. Diesen Hund hat Lehmann nun zum Suchhund ausgebildet und gemeinsam mit Wirfs beschlossen, die Talente der Tiere für einen sinnvollen Zweck zu nutzen.Hunde suchen Tiere Die beiden Damen gründeten ein Suchhundeteam – aber eines das nicht nach Menschen sondern nach entlaufenen Tieren sucht. »Die Hunde könnten auch Menschen finden«, erklärt Wirfs. Aber ihre Tiere haben die beiden privat und ohne offizielles Zertifikat ausgebildet. »Das braucht man für die Tiersuche ja auch nicht«, sagt Wirfs. Anfangs haben sie ihr Angebot einfach privat verbreitet und ausgeholfen, wenn jemand um Unterstützung bat. Vor einem Jahr jedoch haben die beiden mit ihrem Team eine Homepage eröffnet und ihre Arbeit vorgestellt. 29 Mal wurden Wirfs und Lehmann in 2016 angerufen, um nach entlaufenen Haustieren zu suchen. Ihr Team ist mittlerweile auf vier Frauen mit fünf Suchhunden angewachsen. Katzen, Pferde und vor allem Hunde mussten Trusty und Jimmy und ihre neuen Kameraden bereits aufspüren. »27 Tiere sind mittlerweile wieder zuhause«, sagt Lehmann. Die richtige SpurDie Formulierung ist mit Bedacht gewählt, denn nicht in allen Fällen finden die Hunde die Tiere selber. »Bei Katzen sind es zu viele Spuren«, erklärt Wirfs. Was die Hunde allerdings tun können, ist die Besitzer auf die richtige Spur bringen und das Gebiet eingrenzen, in denen die Katze sein könnte. So geschehen an Silvester, als eine kranke Katze entlaufen war. Da war das Team mit vier Hunden vor Ort und konnte ein Waldgebiet ausmachen, in dem die Katze sich wohlmöglich versteckte. »Wir haben den Besitzern dann gesagt, sie sollen mehrmals zwischen dem Waldgebiet und ihrem zuhause hin und her gehen«, sagte Wirfs. So wurde eine Geruchsspur gelegt, der die Katze nach Hause folgen konnte. »Am Abend dann ist sie zurückgekehrt«, erzählte Lehmann. Für Susanne Lehmann ist es eine besondere Freude, die Tiere aus der misslichen Lage zu befreien und wieder mit ihren Herrchen zu vereinen. »Es ist Wahnsinn zu sehen, wie froh die Tiere dann sind«, sagt sie. Haustiere, die sich verlaufen haben, womöglich mit der Leine noch irgendwo hängen geblieben sind, schalten nämlich auf einen Überlebensmodus. »Die Tiere geben keinen Mucks von sich«, sagt Lehmann. Sie hätten Angst, Feinde auf sich aufmerksam zu machen. Selbst wenn die Bezugsperson nach ihnen rufen würde, gäben sie aus Angst keinen Laut von sich. KontaktSusanne Lehmann (01 71 / 2 05 02 06) und Monika Wirfs (01 51/ 41 20 35 92) helfen bei der Suche nach entlaufenen Haustieren.www.tiersuchhunde.com Monika Wirfs und Susanne Lehmann helfen mit ihren Hunden Trusty und Jimmy Haltern dabei, ihre entlaufenen Haustiere wieder zu finden. Ihre Hilfe wird oft in Anspruch genommen. Wie Susanne Lehmann und ihr Hund Trusty zusammen gekommen sind,…

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