FC21 liegt auf der Intensivstation

Imgenbroicher Fußballclub steht ohne Führung da

Imgenbroich. Alles ist vorbei! Das bedauern nicht nur die Jecken in der Region, können sich aber schon jetzt auf den nächsten »Elften im Elften« freuen. Nicht so die Mitglieder des FC 21 Imgenbroich - dort könnte tatsächlich schon bald alles vorbei sein.

»Es ist ein langsames Sterben und der FC21 wird dabei nur der Anfang sein«, prophezeit Rainer Heinig. Denn Ehrenamtler zu finden, die sich als Betreuer von Fußballmannschaft, Turnstaffel oder Tanzgruppe zur Verfügung stellen oder aber ein Vorstandsamt bekleiden, sind nicht nur in Imgenbroich schwer zu finden. »Viele machen gerne mit, aber Verantwortung übernehmen möchte kaum jemand«, beklagt der scheidende erste Vorsitzende.

Rainer Heinig ist Sportler durch und durch. »Und diesen möchte ich auch wieder mehr ausüben, statt als Funktionär fast meine komplette Freizeit für den Verein zu opfern«. Das hat der Polizeibeamte acht Jahre lang an vorderster Front gemacht. Zuvor war er bereits Jugendleiter und trainiert die D-Junioren der neu geschaffenen Spielgemeinschaft aller Sportvereine im Monschauer Stadtgebiet - mit Ausnahme des TV Konzen.

2016 bereits hat Heinig angekündigt, sein Amt niederzulegen. Ihm folgen jetzt der zweite Vorsitzende, Josef Jordans, Schatzmeisterin Pascale Sommer und Jugendleiter Jugo Curkovic. »Es gibt kein Zerwürfnis im Vorstand, auch keine Streitereien im Verein. Aber ich kann nicht so weitermachen, nur weil sonst niemand Verantwortung übernehmen möchte«, stellt Heinig klar. Der Vorsitzende repräsentiert den Verein im Ort und darüber hinaus, organisiert viele Veranstaltungen wie das Fußballcamp, Altpapiersammlungen oder Herbstfete. »Ich habe mit meiner Frau auch das Sportheim gesäubert, als es neu gestrichen werden sollte. Die Farbe steht heute noch da. Auch habe ich neue Fangzäune und Fördermöglichkeiten dafür akquiriert, nur montiert sind sie bis heute nicht.« Heinig möchte keine Schuldzuweisungen aussprechen, aber er fühlt sich vielfach alleine gelassen.

Gute Ideen, schlechte Umsetzung

»Wir haben vor längerer Zeit einmal einen Ideenkatalog entworfen, wie der Verein attraktiver werden könne«, erinnert sich Heinig. Eine Dartsportgruppe sollte sich im Sportheim ansiedeln, gemeinsame Radtouren unternommen und Skatturniere angeboten werden. »Aber niemand hat sich bereit erklärt, irgendetwas zu organisieren«, bedauert Heinig. Und so seien alle Projekte im Sande verlaufen.
Wenn nun am Freitag, 2. März, zur Mitgliederversammlung ins FC21-Sportheim geladen wird, ist die Zukunft ungewiss. »Ohne ersten Vorsitzenden und fehlende Besetzung weiterer Ämter wäre eine Auflösung des seit 1921 bestehenden Vereins und damit der angebotenen und durch euch wahrgenommenen Leistungen die letzte Konsequenz«, so Heinig. Dann wären Tischtennis, Aerobic oder Tanzen ebenso Geschichte wie das beliebte Jugendzeltlager, das Fußballcamp oder die Sportwoche. »Die Fußballer könnten wohl in den bestehenden Spielgemeinschaften weiter kicken«, mutmaßt Heinig. »Ortskartell und Bürgercasino GbR fehlt dann der mitgliederstärkste Verein im Ort«, erklärt Heinig weiter. Auch die Schützen, die Untermieter im Sportheim sind, müssen um ihre Heimat bangen.

»Ich wäre nicht weg, aber will in die zweite Reihe«, sagt Heinig, der kürzlich für seinen Einsatz mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Monschau ausgezeichnet wurde, auch künftig seine Unterstützung zu. Wenn sich aber niemand Spitze finde, hat man vom 2. März an drei Monate Zeit, die Auflösung des Vereins zu vollziehen.

»Vielleicht muss das irgendwann so sein. Auch den Kirchenchor gibt es nicht mehr, die Trommler und Pfeifer haben fusioniert, Schützen und Feuerwehr fehlt der Nachwuchs«, schaut Heinig über den vereinseigenen Tellerrand hinaus. Fusionen mit anderen Vereinen wären eine Zukunftsoption, um Synergien zu nutzen und den Einsatz der Ehrenamtler zu straffen.

Aber er könnte ja auch noch gelingen, der Aufbruch kurz vor dem 100-jährigen Bestehen des FC21 Imgenbroich...

Letzte Hoffnung: Bürgerversammlung

Rainer Heinig und seine Mitstreiter haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben.
Daher findet am Donnerstag, 22. Februar, um 19.30 Uhr eine Bürgerversammlung im Bürgercasino statt, bei der auch Bürgermeisterin Margareta Ritter, Ortsvorsteher Peter Weber und der Ortskartellvorsitzende Bruno Welter anwesend sein werden.

Kontakt kann man auch direkt mit Rainer Heinig aufnehmen: heinig-monschau@freenet.de
oder Tel. 02472/5002

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