Ferienlager für Vierbeiner

Roetgen. Es gibt Urlaubsreisen, auf die kann der geliebte Vierbeiner einfach nicht mitfahren. Für diese Fälle gibt es Hundepensionen, in denen die Hunde für die Dauer des Urlaubs versorgt werden. Der WochenSpiegel hat das Hundezentrum Canis Familiaris besucht und nachgehört, wie es dort zugeht.

 Als Iris Kersting mit Cookie an der Leine aus dem Zwinger kommt, ist die Freude riesig. Zwölf Tage war die junge Hündin von Marie Offierski und ihrer Familie bei den Kerstings untergebracht. Als Cookie ihre Familie wiedersieht, ist sie ganz aus dem Häuschen. Für den Hund, so Offierski, sei der Aufenthalt in der Pension auch eine Art Urlaub. »Die Kinder fahren ins Lager und der Hund fährt auch ins Lager«, lacht sie. Und obwohl sie sich sicher war, dass der Hund bei den Kerstings gut aufgehoben ist, war sie versucht, aus dem Urlaub anzurufen und sich nach Cookie zu erkundigen. Sie wäre nicht die erste gewesen.
Kein Drama zum Abschied
»Der Trennungsschmerz ist bei den Menschen mindestens genauso groß«, weiß Iris Kersting.
»Ich hatte schon Leute, die aus dem Urlaub in Afrika angerufen haben, ob es ihrem Hund gut geht«, so Kersting weiter. Auch Tränen zum Abschied seien keine Seltenheit. Dabei rät Kersting eher dazu, den Abschied kurz und schmerzlos zu gestalten.
»Als ob man das Kind zum Kindergarten bringt«, so die Hundetrainerin. Je größer das Drama beim Abschied, desto schwieriger sei das ganze für den Hund. Wenn der Hund seinem Herrchen vertraue und wisse, dass er wieder abgeholt werde, sei der Aufenthalt kein Problem. Die Hunde werden entweder einzeln in großen Zwingern oder in einem Gehege mit anderen Hunden untergebracht.
»Für viele ist es wichtig, dass ihre Hunde ins Gehege kommen«, so Kersting. Allerdings seien manche Hunde damit einfach überfordert. Hunde die aggressiv gegenüber anderen Hunden oder Menschen sind, werden ebenfalls im Gehege  untergebracht. Je nachdem, wie das Verhältnis zwischen Hund und Herrchen ist, kann es aber auch passieren, dass der Aufenthalt in der Pension Stress für den Hund bedeutet. »Wenn die Beziehung nicht stimmt, kann das passieren«, so Kersting. Manche Hunde würden dann Tag und Nacht bellen, andere würden konstant speicheln. Dann muss der Hund abgeholt werden - von einem Familiemitglied oder einem Nachbarn. Je nachdem, wer als Notfallperson angegeben ist. »Ich möchte nicht, dass die Hunde hier Stress haben«, betont Kersting.Der Idealfall für Iris Kersting sieht so aus, dass die Hunde sich freuen, wenn sie kommen und sich auch freuen, wenn sie wieder nach Hause zurückkehren. Es gibt einige Tiere, die seit vielen  Jahren regelmäßig in die Pension kommen. »Da haben wir manchmal eine richtige Seniorengruppe zusammen«, erzählt die Trainerin. Die Hunde laufen im Rudel im Gehege rum und halten sich mitunter auch nachts wach.»Die sind dann erstmal müde, wenn sie nach Hause kommen«, erzählt Kersting. Damit ist es dann wirklich so, als wären die Hunde für eine Woche im Ferienlager gewesen.

Hundepension

Seit 16 Jahren betreiben die Kerstings das Hundezentrum Canis Familiaris in Roetgen. In der Pension, die zu dem Zentrum gehört, können 18 Hunde gleichzeitig untergebracht werden. Diese Zahl wird allerdings nur sehr selten erreicht. Zehn bis 15 Tiere sind es zu den Hochzeiten in den Schulferien, so Iris Kersting. Außerhalb der Saison sind es weniger Hunde.
Die Kerstings nehmen die Hunde auch dann auf, wenn Herrchen beispielsweise plötzlich ins Krankenhaus muss. Dass allerdings kann für die Hunde schwieriger sein. »Für einen altem Hund, der plötzlich zum ersten Mal in die Pension kommt,  bedeutet das Stress«, erklärt Kersting. Sind die Tiere den Aufenthalt in der Pension hingegen gewöhnt, fühlen sie sich unter ihren Artgenossen wohl. »Die wissen dann auch, dass sie wieder abgeholt werden«, so die Hundetrainerin.
www.canis-familiaris.de

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