Für Behindertenbeauftragten bleibt Roetgener Rathaus tabu

Dabei könnte er gezielt Menschen helfen und mehr leisten 

Roetgen. Seit nunmehr einem Jahr gibt es in Roetgen auf Initiative der FDP mit Andreas Henkel einen Behindertenbeauftragten, der sich über mangelnde Beschäftigung nicht beklagen kann. Der Anfang ist gemacht, der Weg bis heute war schwierig und steinig, aber Henkel hat diesen Schritt nicht bereut. »Hilfestellung ist gerade für ältere und behinderte Menschen äußerst wichtig, denn die Sorgen, Nöte und Ängste werden zunehmend größer«, sagt er.

Andreas Henkel weiß, womit ältere und behinderte Menschen immer wieder Probleme haben und kämpfen müssen. Sie sind auf Hilfe angewiesen, besonders, wenn es um die Ausfüllung von Formularen geht. Bei der Grundsicherung, bei der GEZ, Beantragung eines Schwerbehindertenausweises oder Wohngeld, die Kette reißt nicht ab. In Roetgen ist »ein Fachmann«, ein Behindertenbeauftragter zur Stelle, der gerne helfen möchte und kann, leider nicht so, wie er es sich vorstellt und wünscht. Andreas Henkel, seit nunmehr einem Jahr beratend und ehrenamtlich tätig, kann ein Lied davon singen, wie »er zuweilen regelrecht ausgebremst wird.«

Ärger und Frust

Trotz Ärger und Frust, teils mit Knüppeln zwischen den Beinen, zieht er bei einem Pressegespräch dennoch eine »positive Bilanz.« Auch ein wenig Wehmut klingt durch, denn sein sehnlichster Wunsch und auch der der Roetgener FDP, »dem Mann endlich im Rathaus die Möglichkeiten einzuräumen, Hilfesuchenden zur Seite zu stehen«, ist bis dato nicht in Erfüllung gegangen. »Es sieht einfach finster aus«, bekennen Andreas Henkel, Franz-Josef Zwingmann und Dr. Georg Dittmer bedauernd. Zwingmann verweist auf eine mögliche Vernetzung mit anderen Institutionen. »Inzwischen sind wir so weit und bereit, uns mit anderen Institutionen und Sozialverbänden wie dem VdK und der AWO zu vernetzen«, macht er deutlich. Aufgrund der starken Inanspruchnahme wäre es wünschenswert, wenn der Behindertenbeauftragte an zentraler Stelle im Rathaus etabliert werden könnte, um von dort aus mindestens einmal wöchentlich für etwa zwei Stunden den Hilfesuchenden mit Rat und Tat behilflich sein könnte. Zwingmann und Dittmer gehen noch weiter, brechen eine Lanze für Andreas Henkel: »Unsere Idee wäre, dass mit den beiden Seniorenbeauftragten, die im Roetgener Rathaus solche Möglichkeiten haben, bald schon eine Vereinbarung getroffen wird, dass sie eine einvernehmliche Nutzung der Räumlichkeiten im Rathaus mit unserem Behindertenbeauftragten zu festen Zeiten vereinbaren.« Damit würde die Möglichkeit geschaffen, weitere Sozialverbände nach Roetgen zu holen und effektiver ihre Beratungszeiten auch zur Entlastung des Sozialamtes gezielt einzusetzen.

Eher konservativ

So sieht es auch Andreas Henkel, denn er kann sich über Hilfeersuchen, hauptsächlich von Behinderten, nicht beklagen. Diese beinhalteten ein breites Spektrum von Kritik und Hinweisen aus dem alltäglichen Lebensbereich behinderter Bürgerinnen und Bürger. Als da wären: Mangelnde Verkehrssicherheit – gefährliche Stolpersteine im Gehwegpflaster, Überwucherung von Gehwegen durch Hecken. Henkel verweist aber auch auf Hinweise und informative Hilfeersuchen. Letzteres mache deutlich, dass viele Bürger sich nicht aus Scham an das Sozialamt gewandt hätten oder sich falsch beraten fühlten. In solchen Fällen seien Hilfesuchende auf weitere zuständige Stellen hingewiesen worden.

Warum nicht jeden Mittwoch ab 18 Uhr eine Beratungsstunde im Roetgener Rathaus mit Andreas Henkel? Eine gute Frage, wissen er, Zwingmann und Dittmer. Für alle eine sinnvolle Sache, die leider nicht verwirklicht werde. »Wir arbeiten daran«, versichert Franz-Josef Zwingmann, der sich lobend über Henkels Engagement äußert. Leider erwiesen sich die Gemeinden Roetgen und Monschau »konservativ«, positiv bewertet Henkel die Gemeinde Simmerath, von wo er zahlreiche Anfragen registriere. »Ich möchte für die Menschen da sein, ich habe mich eigens von der Knappschaft schulen lassen, jetzt stehe ich bereit, um Gutes zu tun«, so Andreas Henkel. Hilfestellung auf verschiedenen Gebieten sei äußerst wichtig, denn ältere Menschen seien mit dem »Papierkram« oftmals regelrecht überfordert. Sein Ziel ist es nach wie vor: Steine aus dem Weg zu räumen und im Roetgener Rathaus Einzug halten.

Andreas Henkel, Email: henkel.andy@googlemail.com, Tel.: 02471-134580. Jede Anfrage wird beantwortet!

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