»Gelber Fluss« plätschert durch den Münsterwald

Bauarbeiten gefährden Tiere und Pflanzen

Diplom-Geologe Gerald Kroll moniert Bauarbeiten zur Errrichtung der Windkraftanlagen. Er informierte Wasserbehörde und auch die Staatsanwaltschaft.


Roetgen (der). Gerald Kroll, praktizierender Diplom-Geologe aus Aachen, weiß nur allzu gut, dass der »Gelbe Fluss« nicht im Münsterwald entspringt. Was rund um die Baustelle zur Errichtung der Wind-Energie-Anlagen alles passiert ist, hat er in Fotos festgehalten, so auch, wie eine »gelbe Brühe«, die aus der Fundamentgrube gepumpt wird, ihren Lauf durch den Wald nimmt.

Die Tier- und Pflanzenwelt gehe schlechten Zeiten entgegen. Das könne so nicht weiter gehen. Umgehend müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Schlimmeres zu verhindern. Immerhin sei erst einmal das Fundament für das erste Windkraftrad geschaffen worden.

Tiere und Pflanzen gefährdet

Die Aushubgrube ist halbvoll gefüllt, überall schmutzige gelbe Brühe. Wenn an den Wochenenden die Pumpen ausgeschaltet bleiben, herrsche Stillstand. »Wehe, wenn es wieder losgeht, dann verteilt sich die hässliche Soße in angelegte Abflussrinnen«, so Kroll. Kröten und Molche würden sträflich vernachlässigt. Die eigens aufgestellten Eimer werden gar nicht geleert. Fünf vorgefundene tote Molche und acht Kröten waren eine erste Bilanz.

Zwischenzeitlich hat Geologe Kroll, mit Rückendeckung einiger Bürgerinitiativen, selbst das Heft in die Hand genommen. Eindeutiges Fotomaterial gingen als Beweise an die Obersten Wasserbehörden der Bezirksregierungen Düsseldorf und Köln (Gewässerschutz). Kroll berichtet von der beobachteten Einleitung des Grundwassers mittels B- und C-Schläuchen aus der Fundamentgruppe der geplanten Wind-Energie-Anlage 1 über den umliegenden Waldboden in die Vorflut, die hier aus ungezählten hydraulischen untereinander kommunizierenden Rinnsalen bestehe, zerstöre alle an das Areal angrenzenden Biotope und hinterlasse Schmutzfahnen in allen Vorflutern bis kurz vor die Einmündungen in die Inde.

»Die Untere Wasserbehörde der Stadt Aachen scheint fachlich überlastet zu sein«, so Kroll. Im Übrigen sei parallel unter anderem wegen Verstöße gegen die im Paragraph 23 des Landschaftsgesetzes im Landschaftsplan verankerten Zielen und gegen jagd- und tierschutzrechtliche Bestimmungen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Aachen gestellt worden.

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