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Himmerod: Die Mönche gehen, der Geist soll bleiben

Liegenschaft geht ans Bistum - Übergabeprozess hat begonnen

Eifel. Eine 900-jährige Tradition steht vor dem Aus: Das Zisterzienserkloster Himmerod in der Eifel wird aufgelöst. Dies hat das Kongregationskapitel der Mehrerauer Kongregation als höchste Instanz der deutschsprachigen Zisterzienserklöster entschieden. Die Liegenschaft geht in den Besitz des Bistums Trier über. Der Übergabeprozess hat bereits begonnen.

Die wirtschaftlich angespannte Situation, aber vor allem die geringe Zahl der Mönche, waren entscheidend für diesen schweren Schritt. Sie hätten nun die Möglichkeit, in ein anderes Kloster ihrer Wahl überzusiedeln (wir berichteten). »Wir haben uns diese Entscheidung nicht leichtgemacht«, erklärte der Abt, Pater Dr. Johannes Müller OCist. Der Konvent habe in intensiven Gesprächen nach einer guten Lösung gerungen. Zahlreiche Personen und auch die Mitglieder des Fördervereins hätten in den letzten Jahren die Abtei unterstützt. »Leider konnte daraus keine wirtschaftlich tragfähige  Lösung erzielt werden, da insbesondere der Erhalt der Immobilie Himmerod einen enormen, finanziellen Aufwand darstellt«.

Bruder Stephan will bleiben

Unterdessen hat der wohl bekannteste Mönch des Klosters, Bruder Stephan Senge (83) angekündigt, in Himmerod bleiben zu wollen. Der Buchautor  ist u.a. für die Gästebetreuung und die Exerzitienkurse zuständig und lebt im 60. Jahr in der Eifelabtei.» Bischof Stephan Ackermann ist es ein Anliegen, Himmerod auch künftig als geistlichen Ort zu bewahren. Deshalb ist auch keine Veräußerung oder die Suche nach einem Investor geplant«, teilt das Bistum auf Wochenspiegel-Anfrage mit.  Auch die Suche nach einer anderen Ordensgemeinschaft will der Bischof aktiv mit vorantreiben, wohlwissend, dass das wohl nicht einfach sein wird. Unterdessen hat der Übergabeprozess bereits begonnen.

Abt Johannes und der aus Wittlich stammende Domkapitular Professor Dr. Reinhold Bohlen sind Beauftragte für den Übergabeprozess des Klosters Himmerod an das Bistum Trier. Das haben Bischof Dr. Stephan Ackermann und der Abtpräses der Mehrerauer Kongregation der Zisterzienser, Pater Anselm van der Linde, nach einem Treffen am 18. Oktober mitgeteilt.  Die beiden Beauftragten werden in den kommenden Wochen Gespräche mit beteiligten Personen und Gruppen führen, Fragen und Aufgaben im Zusammenhang mit der Übergabe identifizieren, und die notwendigen Schritte dazu in die Wege leiten.  

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