Sybille Schoenhofen (bil)

Dein Weg zur Musik

Kreis Bernkastel-Wittlich. Die Musikschule des Landkreises Bernkastel-Wittlich feiert ihren 50. Geburtstag

Der Landkreis steuert in ein außergewöhnlich musikalisches Jahr! Um die Gründung seiner Musikschule vor 50 Jahren  zu feiern, stellen Schüler und Profis 25 Jubiläums-Konzerte auf die Beine. Parallel feiert die Schule ihren 50.  Geburtstag mit dem Projekt »Capella« und über 70 Konzerten an ungewöhnlichen Orten.

Stolz spricht Landrat Gregor Eibes von der Musikschule als »dem Kernbestandteil des kulturellen Lebens« vor Ort. Tatsächlich hat die Musikschule vom Gründungsjahr 1968 ihre Schülerschar von 200 auf 1500 Mitglieder vergrößert. Aus einem Unterrichtsort in Bernkastel sind 40 im gesamten Kreisgebiet geworden. Das Angebot reicht vom Babymusikgarten bis zur Vorbereitung auf ein Musikstudium. 


Seit 1998 leitet Frank Wilhelmi die Musikschule. Er folgte auf Josef Ehses, der 30 Jahre lang die Geschicke lenkte.  »Wenn ich Frank Wilhelmi nachts um drei Uhr anrufen würde, er soll ein vierstündiges Veranstaltungsprogramm auf die Beine stellen, hätte er das in fünf Minuten geschafft«, scherzt der Landrat, um zu demonstrieren, erstens wie stolz er auf den Mann an der Spitze und sein Team mit 50 Lehrern ist und zweitens um einen Eindruck von dem riesigen musikalischen Fundus an Solisten, Instrumental-Ensembles und Gesangsgruppen zu vermitteln, die unter dem Dach der Musikschule beheimatet sind.


Schwerpunkte sind die Begabtenförderung und die Ausbildung von  Musikern, um das Fortbestehen der Musikvereine zu sichern. Für letzteren Aspekt wurde 1995 eine entscheidende Weiche gestellt. Damals ging die Schule eine Kooperation mit dem Kreismusikverband und dem Kreis-Chorverband ein, die seitdem gemeinsam als Musikschule des Landkreises verwaltet werden.  Die Saat ist aufgegangen. Heute rekrutieren die Musikvereine einen Großteil ihres Nachwuchses aus der Musikschule.  


Auch die Begabtenförderung trägt Früchte. Das zeigen nicht nur die Erfolge beim Wettbewerb »Jugend musiziert«. Jedes Jahr bestünden zwei bis drei Schüler die Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen, so Wilhelmi. Erfolgreiche Berufsmusiker oder »echte Hausnummern«, wie Wilhelmi sie nennt, haben das Rüstzeug für ihre Karrieren in der Musikschule erworben. Unter anderen Karl-Heinz Steffens aus Lüxem. Er war Solo-Klarinettist bei den Berliner Philharmonikern, dirigierte die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und ist jetzt Musikdirektor der Norwegischen Nationaloper in Oslo. Der Wittlicher Dirk Kaftan wurde Generalmusikdirektor des Beethoven-Orchesters in Bonn. Matthias Ambrosius hat es als Klarinettist und Saxophonist von Lüxem zu den Münchner Philharmonikern geschafft. 


Im Jubiläumsjahr gibt es nicht nur eine Neuauflage des Erfolgsprojekts »Capella«, das 2003 und 2004 unter dem Motto »Junge Künstler und alte Kapellen« 6000 Besucher anzog. Das Jahr bietet über diese 75 Konzerte hinaus viele weitere.   Mit dabei sind ehemalige Schüler, die inzwischen als Musikgrößen in den Konzertsälen der Republik und international zuhause sind. Wie Thomas Hammes, Solo-Trompeter des SWR-Sinfonieorchesters. Er ist einer der Musiker, die beim Eröffnungskonzert zum Jubiläumsjahr am 21. Januar in Bernkastel-Kues auftreten. (bil)

 

Musikschulleiter Frank Wilhelmi im Interview 

Frank Wilhelmi leitet seit 1998 die Musikschule  im Kreis Bernkastel-Wittlich. Damit ist er verantwortlich für eine kulturelle Institution, die derzeit 1.500 Schüler im Alter von sechs Monaten bis über 70 Jahre musikalisch ausbildet.


Welche Vorteile bietet der Unterricht an der Musikschule des Landkreises?

»Nahezu alle Lehrkräfte verfügen über ein abgeschlossenes Musikhochschulstudium. Wir bieten die Ausbildung an  über  40 Orten im Kreis an.  Das Konzept beinhaltet die musikalische Früh- und Breitenbildung, die Begabtenfindung und Förderung sowie die vorberufliche Fachausbildung. Aktuell gibt es an der Musikschule mehr als 20 Ensembles, Orchester und Chor sowie  zwei Rock/Pop Bands. Die Teilnahme an Ensembles, Bands, Orchester und Chor ist für Musikschüler kostenfrei. Dazu kommen Projekte mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und Stilrichtungen. Eine Ermäßigung der Unterrichtsentgelte wird gewährt bei der Teilnahme von mehreren Familienmitgliedern und aus sozialen Gründen.


Welches ist das beliebteste Instrument bei den Schülern?

»Das sind Gitarre und E-Gitarre, dicht gefolgt von Violine und Klavier oder E-Piano.«

 

Gibt es Bereiche, in denen Sie Nachwuchsmangel erkennen und zeichnen sich dadurch Folgen für Orchester ab?

»Es gibt leider sehr wenige Interessenten für Oboe, Fagott, Horn und E-Bass, was aber eher negative Auswirkungen auf Ensembles und Bands als auf Orchester an der Musikschule hat. Aber auch die Musikvereine würden sich über mehr Nachwuchs bei diesen Instrumenten wünschen. Es gilt zukünftig Konzepte zur Förderung dieser Instrumente zu entwickeln. Wir haben das in den vergangenen Jahren bei den tiefen Blechblasinstrumenten ganz gut hinbekommen.«

Interview: S. Schönhofen

 

Vormerken: Konzert-Highlights im Jubiläumsjahr



Januar

  • 21.1. Eröffnungskonzert 50 Jahre Musikschule des Landkreises, 15.30 Uhr, Mosellandhalle Bernkastel-Kues

Februar

  • 24.2. »Absolut Barock!«, 19 Uhr, Cusanusstift Bernkastel-Kues

März

  • 10.3. »Alte Musik meets Jazz«, 19.30 Uhr, Synagoge Wittlich

April

  • 15.4. »Appassionata – Von der Renaissance bis zur Moderne«,  17 Uhr, Kirche Maria Himmelfahrt, Neumagen-Dhron

September

  • 16.9. »Klangbilder – Impressionistische Begegnung«, 18 Uhr, Synagoge Wittlich

Oktober

  • 21.10. »Virtuose Klarinetten und Multipercussion«, 17 Uhr, Synagoge Wittlich

Broschüren zu den Jubiläumskonzerten und dem Projekt  »Capella 2018«  gibt es in der Kreisverwaltung oder unter www.musikschule.bernkastel-wittlich.de


 

 

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