Glockenklänge für Herz und Gemüt

Kreis Bernkastel-Wittlich. Weihbischof Helmut Dieser weiht neue Glocke der Kapelle Heinzerath in Bausendorf.

Genau 321 Jahre sind sie auseinander: Die alte Bronzeglocke der Kapelle Heinzerath in Bausendorf aus dem Jahr 1694 hat jetzt eine Schwester.

Weihbischof Dr. Helmut Dieser hat die neue Glocke am 23. August im Rahmen einer Freiluftmesse vor der Kapelle geweiht. Die Glocken stünden für das Zusammenwirken von Glaube und Leben, erklärte der Weihbischof in seiner Predigt.

Sie versteckten sich nicht, sondern tönten laut, so dass es "ins Herz und Gemüt geht". Sie erinnerten an das Gebet, warnten vor Gefahr und kündeten von frohen und traurigen Ereignissen. Sie läuteten bei allen Phasen des Lebens: Von der Taufe, über die Hochzeit bis zur Beerdigung. Und so müsste auch das Leben der Christen auf den Glauben ausgerichtet sein ? und der Glaube auf das Leben.

Vier Heilige zieren die neue Glocke: Die beiden Schutzpatrone der Kapelle, Bartholomäus und Barbara, sowie die Gottesmutter Maria. Und als Vierter der Heilige Otto. Denn das ist der Namenspatron des Stifters.

Der damalige Verbandsbürgermeister Otto Maria Bastgen hatte bei seiner Verabschiedung statt Geschenken um Spenden für die Stiftung Kapelle Heinzerath gebeten. Aus diesen Geldern konnte nach Vorschlag von Pater Ludwig Eifler, Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Alftal, die neue Glocke in Auftrag gegeben werden.

Die neue Glocke hat einen Durchmesser von 73,8 Zentimeter und wiegt 237 Kilogramm. Damit ist sie 101 Kilogramm schwerer und 11,8 Zentimeter größer als ihre ältere Schwester (136 Kilogramm, 62 Zentimeter). Gegossen wurde sie von Hermann Schmitt aus Brockscheid.

Den ersten Schlag an der neuen Glocke durfte der zwölfjährige Messdiener Jan Görgen aus Olkenbach ausführen. "Ich bin schon ein bisschen stolz darauf", sagte er später. "Es ist etwas, das man nur einmal im Leben machen kann."

Die Glockenweihe fand statt im Rahmen der Bartholomäus-Kirmes des Ortsteils Olkenbach. Der Apostel gilt als Schutzpatron des Viehs. Dies sei die "Lebensgrundlage unserer Vorfahren" gewesen, erklärte Dieser. Der Weihbischof wies aber auch darauf hin, dass diese Grundlage uns heute zwar fern erscheine.

Dennoch müssten die Menschen auch und besonders heute ? angesichts zahlreicher Umweltkatastrophen und ?zerstörungen weltweit ? einen sorgfältigen Umgang mit der Natur pflegen. Und die Schöpfung Gottes bewahren.

Bis zum Ersten Weltkrieg war die Heinzerather Kapelle mit zwei Glocken ausgestattet: Die Glocke von 1694 sowie eine Glocke von 1722. Die Jüngere wurde im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Die Ältere wurde für diesen Zweck im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt, fand aber 1948 nach Heinzerath zurück.

Infos: Tel. 06532 / 27 27.    Fotos: Bistum

 

 

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