pug

Manderscheid ohne Kneippverein

Manderscheid.  1989 gegründet, 2017 aufgelöst: Seit Jahren schon fanden sich kaum noch Freiwillige für die Vorstandsarbeit im Kneippkurort Manderscheid.

Seit dem 16. Januar 2017 hat Manderscheid keinen Kneippverein mehr. Einsam war es um den Vorstand geworden in einer Zeit, die zunehmend auf Kurzfristigkeit angelegt ist und in der die meisten Menschen sich nicht mehr auf Jahre festlegen möchten.  

„Ich bedaure es natürlich sehr, dass nach immerhin 28 Jahren Vereinsgeschichte nun Schluss ist damit“, bekennt Dr. Werner Kuhn gegenüber dem Wochenspiegel. Er arbeitete lange in der Manderscheider Eifelklinik und war ein Mann der ersten Stunde. Wobei der Hauptantrieb zur Vereinsgründung vom ehemaligen Bürgermeister Walter Densborn ausgegangen sei.  

Gesundheitserhaltende Angebote bleiben wohl bestehen

Bis heute wird von Ute Förster, einer Übungsleiterin des Sportvereins „Vulkan“ Manderscheid, allwöchentlich der Kurs „Kneipp-Aqua-Fitness“ in der Eifelklinik durchgeführt. Hauptsächlich weiblich sind dort die Teilnehmerinnen. Die Gruppe setzt sich aus Bürgerinnen der Stadt und wechselnden Patienten der Klinik zusammen. Der Fortbestand dieser Gruppe ist nicht gefährdet.  

Dr. Kuhn, Rainer Schmitz als ehemaliger Geschäftsführer des Kneippvereins, Alfred Stolz als Vorsitzender des Sportvereins und Manderscheids Bürgermeister Günter Krämer sind sich einig: Aqua-Fitness, das Wassertretbecken neben der Straße hinunter zur Heidsmühle und die Abendspaziergänge werden als Angebote im Sinne des Pfarrers Sebastian Kneipp bestehen bleiben. Man ist bereits miteinander im Gespräch; alle werden an einem Strang ziehen.  

Das Wassertretbecken wurde, nachdem es lange ein eher kümmerliches Dasein führte, 2016 restauriert und wird seitdem gerne genutzt. Es ist Bestandteil des etwa sechs Kilometer langen Achtsamkeitspfades entlang der Kleinen Kyll.  

Abendspaziergänge hat die GesundLand Vulkaneifel, deren Geschäftsführer Rainer Schmitz ist, ohnehin im Programm. Das, bestätigt er, soll auch so bleiben. Um das Prädikat „Kneippkurort“ muss Manderscheid nicht bangen. Es wird an Ortschaften vergeben, in denen Wasserkuren nach Sebastian Kneipp durchgeführt werden. Das scheint zu Füßen der beiden berühmten Burgen auch ohne Verein zu gelingen.   pug

Und das sagt Walter Densborn zur Entwicklung in Manderscheid:  

„Wir haben uns ab Mitte der 1980er Jahre bemüht, die Anerkennung der Artbezeichnung „Kneippkurort“ für Manderscheid zu erreichen. Das ist mit der Anerkennung 1988 geschehen. Die Gründung des Kneippverein war eine begleitende Aktion mit dem Ziel, die Kneippbewegung in Manderscheid lebendig zu halten. Alle Anstrengungen waren schließlich ausgerichtet, den Kurort Manderscheid zu stärken. Es war die Zeit, als viele Kliniken in den Kurorten geschlossen worden sind.

 So war es ebenso wichtig, den heilklimatischen Kurtitel aufzuwerten, was mit der Auszeichnung der Artbezeichnung nach dem Kurortegesetz unter sechs Kurorten in Deutschland als „Heilklimatischer Kurort der Premium-Klasse“ erfolgreich erreicht wurde. Das Anerkennungsverfahren zum Kneippkurort wurde von der Leitung der Eifelklinik sehr unterstützt. Dieses positive Wirken miteinander war hilfreich für die Entscheidungen zu umfangreichen Investitionen und damit zur Sicherung des Standortes der Klinik in Manderscheid.

Herrn Dr. Kuhn und dem weiteren Vorstand des Kneippvereins gebührt Dank für die langjährige Führungsarbeit im Verein. Die jetzt erfolgte Auflösung des Vereins ist sehr zu bedauern.“  

Zur Person:

Walter Densborn war von 1982 bis 2002 Bürgermeister der Verbandsgemeinde Manderscheid. Zudem war er Chef der Sektion Heilbäder Kurorte Rheinland-Pfalz / Saar und zehn Jahre lang Bundesvorsitzender des Deutschen Heilbäderverbands.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.