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Von Helden, Clowns und schwarzen Schafen

Wittlich. Riesenzeitungen in der Schlossgalerie Wittlich verdeutlichen die unterschiedlichen Rollen der Überforderung von Kindern in Familien, in denen Mama und / oder Papa suchtkrank sind.

„Ich will, dass Mama auch ohne Tabletten froh ist, bei uns ist es nur schön zu Hause, wenn ich alle zum Lachen bringe!“ „Liebes Tagebuch, heute Mittag habe ich an der Tankstelle für Papa eine Flasche mit dem Hirch drauf gekauft. Die musste er drinken, weil ich so laut gespielt habe.“

So oder so ähnlich könnten Aussagen von Kindern lauten, in deren Familien die Sucht eines oder beider Elternteile den Alltag prägt.

Die „Clowns“ unter ihnen versuchen von der belastenden Situation abzulenken, indem sie lustig sind und so Freude in die Familie bringen. Die „stillen Kinder“ ziehen sich in ihre eigene Welt zurück und fallen kaum auf. Die „Helden“ übernehmen viel Verantwortung und verhalten sich schon wie Erwachsene. Die „schwarzen Schafe“ lenken durch ihr Verhalten alle negative Aufmerksamkeit auf sich und weg von der Familie.

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche für Kinder aus suchtbelasteten Familien hat die Suchtberatung des Caritasverbandes Mosel-Eifel-Hunsrück e. V. den vergessenen Kindern eine Stimme gegeben. Riesenzeitungen mit Texten aus Kindersicht machten am 14. Februar in der Schlossgalerie Wittlich die vorbeigehenden Menschen auf die Rollen der Kinder im suchtbelasteten Familiengefüge aufmerksam.

Ganz bestimmt unschuldig: die Kinder

Viele Menschen jeden Alters haben sich für die Zeitungen interessiert und wollten wissen, was hinter dieser Aktion steckt. Die professionellen Hilfsangebote für die Kinder sind regional unterschiedlich. Neben Beratungsstellen, Sorgentelefonen und Gruppenangeboten können Betroffene im Internet Hilfe finden, bspw. auf der Seite www.kidkit.de

Die Kinder erfahren bei den Kontakten, dass Sucht eine Krankheit ist, an der sie keine Schuld tragen. Sie lernen, wie sie mit der Familiensituation umgehen und den eigenen Bedürfnissen wieder mehr Beachtung schenken können. Weitere Informationen zu dem Thema gibt es auf der Internetseite www.nacoa.de  Fotos: Caritas          

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