Ein Fest der Blasmusik

Waxweiler. Das 1. Frühlingsfest der Blasmusik bescherte dem Isleker Musikanten-Express in Waxweiler ein ausverkauftes Bürgerhaus. „Wir sind überwältigt“ - so lautet das Resümee von Manfred Willmes und Marco Francois, den Hauptverantwortlichen des Isleker Musikanten-Express´. Ihre Idee, in der Eifel ein Musikfest ausschließlich für Egerländer und volkstümliche Blasmusik anzubieten, traf auf offene Ohren. Das Bürgerhaus in Waxweiler war vom Auftakt bis zum Schlussakkord bis auf den letzten Sitz- und Stehplatz besetzt. Die fünf Orchester – die „Original Eifeler Musikanten“, die „Uedelhovener Musikanten“, die „Seiwerather Musikanten“, die „Eifeler Musikanten“ und die Musiker des „Isleker Musikanten-Express“ – hatten mit diesem Publikum, in dem alle Altersstufen vertreten waren, ein leichtes Spiel. Die Blasmusikfans kamen  extra aus Belgien, Luxemburg und dem Norden der Eifel angereist und sangen, klatschten und tanzten mit und ermunterten die Musiker, Solisten, Sänger und Moderatoren zu Höchstleistungen. Das Publikum hofft auf eine Wiederholung der  Veranstaltung im kommenden Jahr.  Weitere Termine und Informationen zum Veranstalter finden Sie unter: www.islekermusikanten-express.de.Das 1. Frühlingsfest der Blasmusik bescherte dem Isleker Musikanten-Express in Waxweiler ein ausverkauftes Bürgerhaus. „Wir sind überwältigt“ - so lautet das Resümee von Manfred Willmes und Marco Francois, den Hauptverantwortlichen des Isleker…

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Landleben wie vor hundert Jahren

Irrel. Wie lebten die Menschen vor hundert Jahren ohne Waschmaschine, ohne landwirtschaftliche Maschinen, ohne milchverarbeitende Molkereien und ohne Textilfabriken? Einen Eindruck von dem mühsamen Handwerk ohne Motoren und Elektronik verschafft der Verein Irreler Bauerntradition. Auf Märkten in der Region und im Saarland zeigen die Männer, Frauen und Kinder von April bis September, wie die Menschen früher Butter stampften, Getreide verarbeiteten, Wolle spannen oder Seile drehten. Dreschkasten von 1900 Einer der Männer im rot-weiß-karierten Hemd, Cordhose mit Hosenträgern und Strohhut, der bei den Live-Demonstrationen des Vereins vorführt, wie einst das Getreide gedroschen wurde, ist Leonhard Reusch. Er zog 2006 aus dem Westerwald nach Irrel. Weil er Kontakt suchte, kam er zur Irreler Bauerntradition. „Maschinen waren immer mein Ding. Ich komme aus einem 200-Seelen Dorf und kannte aus meiner Kindheit noch die alten Maschinen“, erzählt der 60-Jährige. So wurde er Maschinenmann an der Stiftendreschmaschine des Vereins. Anstrengend und mühselig sei es, diese alte Gerätschaft zu bedienen, aber „es macht Spaß“, fügt er hinzu. „Man weiß erstmal, was die Leute vor hundert Jahren geleistet haben.“ Klar, dass sie abends einfach müde ins Bett gefallen seien. Seine Aufgabe ist es, bei den Vorführungen den alten Dreschkasten aus dem Jahr 1900 mit den Garben zu beschicken und die Kurbel zu drehen, damit in der Trommel die Ähren ausgeschlagen werden und das Korn getrennt vom Stroh hinten herausfällt. Die nackten Getreidehalme werden anschließend an einer handbetriebenen Häckselmaschine kleingemacht. Früher wurde das gehäckselte Stroh weiterverwertet: in Ställen verteilt oder als Vieh-Futter unter die Rüben gemischt. Butter rompen Anja Horn stieß 2009 zu dem Verein, als sie bei der Feier zum 20-jährigen Vereinsbestehen unverhofft zur Scheunenkönigin gekrönt wurde. „Seitdem bin ich mit Herzblut dabei“, sagt sie. Die 44-Jährige ist eine der Frauen, die bei den Vorführungen in Kopftuch, langem beschürzten Rock und Leinenbluse Butter stampfen. Eine sehr beschwerliche Hausfrauenarbeit, bei der aus Sahne Butter „gerompt“ wird.  Zehn bis 20 Minuten müssen die Frauen in einer tönernen „Butterromp“ zwei Liter Sahne stoßen, bis 700 Gramm Butter daraus geworden sind. Andere Frauen aus dem Verein spinnen Wolle am Spinnrad und wiederum andere stricken daraus Socken oder bedienen die 100 Jahre alte Nähmaschine. Ein besonders beliebtes Produkt, das bei Märkten reißenden Absatz findet, ist das selbst gebackene Sauerteigbrot. 400 Brote kommen dann am Tag aus dem Ofen und sind schon weg, bevor sie noch erkaltet sind. Nachwuchssorgen Kinder machen sich am liebsten an der Seilmaschine zu schaffen. Sie verzwirbelt durch das Drehen einer Kurbel Schnüre, die an zwei gegenüberliegenden Schlitten eingespannt sind. So werden aus Fäden dicke Seile – verwendbar als Kälberstricke oder Springseile. Leider, sagt Leonhard Reusch, haben nur noch wenige Kinder Interesse an der Bauerntradition. „Wir haben Nachwuchssorgen.“ Unter den 50 Mitgliedern zwischen zehn und 80 Jahren tummeln sich derzeit noch sieben Kinder und Jugendliche. bil Kontakt: E-Mail: irrelerbauerntradition@aol.com Telefon: 0171-9988832 (Anja Horn) Termine 9. und 10. April: Hausmesse der Raiffeisenbank in Irrel 24. April: Frühlingsfest auf dem Hofgut Finkenrech in Eppelborn-Dirmingen (Saarland) 16. Mai: Mühlentage in Theley auf der Johann Adams-Mühle (Saarland) 11. Juni: „Maacher Gaassenfest“ in Grevenmacher, 16-22 Uhr 11. September: Tag der offenen Tür im Freilichtmuseum Roscheider Hof in Konz-Roscheid 3. und 4. Dezember: Weihnachtsmarkt in Irrel Aus dem Irreler Dialekt-Lexikon rompen: Butter herstellen ursprüngl. durch Stoßen; ausbuttern Romp: Butterfass kaasten: Garben aufstellen Fuppmilch: Magermilch (weniger als 1 Prozent Fett). Wurde früher ans Vieh verfüttert. Gehääkbank: Strohhexler Woll roppen: Wolle zupfen wääschen: waschen Wääsch ophinken: Wäsche aufhängen Butter selbst machen Rohmilch in die Zentrifuge geben. Durch das Drehen der Kurbel wird Fliehkraft erzeugt und das Fett (Sahne) aus der Milch an den Zentrifugenrand gedrückt und somit von der Magermilch getrennt. Die Flüssigkeiten fließen getrennt voneinander durch 14 kleine Siebe ab. Die Sahne muss nun 24 Stunden ruhen, um sie zu Butter verarbeiten zu können. Die Sahne wird dann ins Butterfass (Romp) gefüllt und bis zu 20 Minuten gestampft (gerompt), bis eine weiche Masse entsteht und sich eine Flüssigkeit absondert – die Buttermilch. Die Masse wird nun aus der Buttermilch gefischt und in Eiswasser gelegt, damit sie aushärtet. Mit Hilfe von zwei kleinen Handbrettchen wird das Wasser aus der Butter geschlagen, die dann portionsweise in Form gebracht werden kann. Schafwolle verarbeiten Nach dem Scheren sortiert die Spinnerin zunächst wird die schlechten und zu stark verschmutzten Stücke der Wolle aus. Die brauchbare Wolle weicht sie über Nacht in Shampoowasser ein, damit sich Staub und Dreck lösen. Danach wird die Wolle getrocknet und währenddessen immer wieder auseinandergezogen, um sie luftig wird und nicht verknuddelt. Nach dem Trocknen kardiert (kämmt) die Spinnerin die Wolle mit dem Handkarden. Wenn die Batts (kleine Faservliese) ausreichend sauber sind, kann mit dem Spinnen begonnen werden. Verarbeitung von Getreide Das in Garben gebündelte Getreide wird nach dem Trocknen mit dem Dreschflegel gedroschen. 1900 baute die Firma Lanz-Bulldog die erste handbetriebene Dreschmaschine, der die mühsame Handarbeit des Dreschens erleichterte. Bei dem so genannten Stiftendrescher wird das Getreide in eine sich drehende Dreschtrommel eingeführt. Leisten schlagen und dann die Körner aus den Ähren. Anschließend kommen die Körner in eine handbetrieben Putzmühle (Dialekt: „Waan“). Dort werden die Körner von der Schale getrennt. Die Leute an der Vereinsspitze Seit März hat die Irreler Bauerntradition einen neuen Vorstand. Erster Vorsitzender ist Uli Schaaf, seine Vertreterin ist Anja Horn. Über die Kasse wacht Renate Roth. Besitzer sind Bruno Schliebs, Rainer Troes, Wolfgang Haubrich, Leo Reusch, Günter Franzen und Werner Geisen. Die Aufgabe der Kassenprüfer übernehmen Harro Cotzhausen und Matthias Endres. Fotos: VereinWie lebten die Menschen vor hundert Jahren ohne Waschmaschine, ohne landwirtschaftliche Maschinen, ohne milchverarbeitende Molkereien und ohne Textilfabriken? Einen Eindruck von dem mühsamen Handwerk ohne Motoren und Elektronik verschafft der Verein…

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Flüssige Gärreste verschmutzen Heiligenbach

Preist. Am Donnerstagmorgen musste die Feuerwehr zu einer Biogasanlage in Preist (VG Speicher) ausrücken. Eine größere Menge Silage (Pflanzenmaterial) lagerte auf einem Bauernhof an der Biogasanlage. Aus bisher ungeklärten Gründen liefen große Mengen des Materials einen Berg hinab in den dortigen Heiligenbach. Dieser mündet schließlich in die Kyll. Die Polizei spricht von 500 Kubikmetern ausgetretene Gärreste. 50 Kubikmeter seien dort in den Bach geflossen, wo er in die Kyll mündet. Die Feuerwehr pumpte das verunreinigte Wasser ab und errichtete Sperren aus Säcken und hochgestapeltem Erdreich, um zu verhindern das noch mehr Silage in den Bach laufen konnte. Die untere Wasserbehörde und die örtlichen Wasserwerke nahmen Proben aus dem Bach, die untersucht werden. Die verunreinigten Landwirtschaftswege wurden mit Hilfe von Traktoren und der Feuerwehr gesäubert. Im Einsatz waren mehrere Feuerwehren aus dem Umkreis, ebenso der Gefahrstoffzug Bitburg-Prüm. Nach derzeitigen polizeilichen Erkenntnissen wurde der Schieber des Lagerbehälters mit großem Kraftaufwand absichtlich geöffnet. Dies müsse am Mittwoch nach 21.30 Uhr erfolgt sein, so die Polizei. Hinweise werden an die Polizei Bitburg, Tel.: 06561 / 9685-0, erbeten. Foto: Siko Am Donnerstagmorgen musste die Feuerwehr zu einer Biogasanlage in Preist (VG Speicher) ausrücken. Eine größere Menge Silage (Pflanzenmaterial) lagerte auf einem Bauernhof an der Biogasanlage. Aus bisher ungeklärten Gründen liefen große Mengen des…

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