Belgien und Frankreich antworten Landrat

Kreis Bitburg / Prüm. Frankreich und Belgien reagieren auf Landrat Joachim Streits Aufforderung zum Atomausstieg.

In einem offenen Brief hat sich Landrat Joachim Streit Anfang April an den französischen Staatspräsidenten François Hollande und den belgischen Premierminister Charles Michel gewendet. In dem Schreiben formulierte er seine Bedenken und Sorgen wegen der umstrittenen Atommeiler Cattenom und Tihange und sprach sich für den Ausstieg aus der Atomenergie aus. "Es steht mir nicht zu, mich in die inneren Angelegenheiten Ihrer Staaten einzumischen, aber der Betrieb der Atomkraftwerke betrifft auch die Menschen in der Eifel. Wäre jetzt nicht der Zeitpunkt gekommen, sich endgültig von der Kernkraft auch in Frankreich und Belgien zu verabschieden?", gab der Landrat zu bedenken.

Technik nicht hunderprozentig sicher

"Wir müssen auch nicht Terrorereignisse vorschieben, da sich niemand dem Terror ergeben möchte. Aber die Katastrophen in Tschernobyl (ausgelöst durch Simulation eines Stromausfalls) und Fukushima (ausgelöst durch Erdbeben mit Flutwelle) zeigen, dass die Technik nicht gegen alle möglichen Einflüsse geschützt werden kann. Im Eifelkreis Bitburg-Prüm produzieren wir mittlerweile mehr als 100% der benötigten elektrischen Energie durch erneuerbare Energien. Es gäbe mir als Landrat und als Familienvater große Sicherheit, wenn sich Ihre Länder aus der Atomkraft verabschieden", so Landrat Joachim Streit.

140.000 Menschen reagierten

Dass er mit seiner Einschätzung die Ängste vieler Menschen thematisiert hat, zeigten die Reaktionen im Internet - über Facebook erreichte der Landrat innerhalb von nur zwei Tagen 140.000 Menschen.

Am 24. Mai kam auf das Landratsschreiben eine Reaktion aus Frankreich. Die Antwort aus dem Büro des "Chef de Cabinet" von Präsident Francois Hollande hat folgenden Wortlaut:"Sehr geehrter Herr Landrat, das Schreiben, das Sie an den Präsidenten der Französischen Republik gerichtet haben, hat ihn erreicht. Der Staatschef hat mich damit betraut, Ihnen zu antworten und Ihnen zu versichern, dass er Ihre Anteilnahme und Solidarität, die Sie im Namen der deutschen Bevölkerung in Hinblick auf die Opfer der terroristischen Anschläge in Paris und Brüssel zum Ausdruck gebracht haben, sehr zu schätzen weiß. Wie Sie wissen, sind diese unsäglichen Handlungen gegen Europa, seine Werte und Prinzipien gerichtet, und Frankreich hat umgehend Schritte eingeleitet, um die Grenzkontrollen und die Präsenz von Sicherheitskräften, insbesondere im Bereich des Transportwesens, zu stärken. Die Sicherung von sensiblen Standorten findet unsere besondere Beachtung. In diesem Zusammenhang seien Sie versichert, dass sich der Präsident der von Ihnen formulierten Bemerkungen über Atomkraftwerke als mögliche terroristische Anschlagsziele bewusst ist."

Landrat enttäuscht von französischer Antwort

"Die Antwort entspricht meiner Erwartung, aber nicht dem, was ich gehofft habe", so die Reaktion von Landrat Joachim Streit. Dennoch: "Der Zuspruch aus der Bevölkerung ist enorm. Der Brief hat Bewegung in die Sache gebracht."

Auch aus Belgien kam Antwort auf das Schreiben: Der belgische Premier wird den Brief an den zuständigen Innenminister weiterleiten.

 

Foto: A. Lückemeyer/pixelio.de

 

 

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Preis für Umweltprojekte verliehen

Kreis Bitburg / Prüm. In den Verbandsgemeinden Bitburger Land, Südeifel und Speicher geht der innogy Klimaschutzpreis 2017 an insgesamt neunzehn Preisträger. Dr. Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, überreichte in Bitburg gemeinsam mit dem Leiter der Region Trier von innogy Michael Arens die Urkunden an die Gewinner. Insgesamt vergibt innogy beim Klimaschutzpreis Preisgelder in Höhe von 9.500 Euro im südlichen Eifelkreis. Die Palette der prämierten Projekte reichte von Dreck-Weg-Tagen im Gemeindegebiet über die energetische Sanierung eines Vereinsheimes bis hin zur Pflege von Grünflächen. Mit dem Preis zeichnet der Eifelkreis gemeinsam mit innogy das Engagement zur Förderung von Umwelt und Natur aus. Landrat Dr. Joachim Streit und Michael Arens von innogy würdigten den bürgerschaftlichen Einsatz der Preisträger. Das Preisgeld von jeweils 500 Euro kommt dabei der Weiterführung des Projektes zugute. „Dass Klimaschutz direkt vor unserer Haustür beginnt und auch funktioniert, haben die Preisträger bewiesen. Wir brauchen Vorbilder, an denen sich andere orientieren können“, betonte Landrat Dr. Streit und ergänzte: „Gemeinsam sind wir stark – ich wünsche mir, dass viele weitere Gemeinden dem Anreiz des Klimaschutzpreises folgen und sich mit kleineren Maßnahmen in ihrer Heimatgemeinde engagieren, um den Klimaschutz voranzubringen.“ Michael Arens von innogy erklärte: „Jede Initiative für den Umweltschutz verdient unsere Hochachtung und Wertschätzung. Gerade das Umweltschutz-Engagement geschieht oft im Verborgenen. Umso wichtiger ist uns diese Möglichkeit der Auszeichnung.“ Der Klimaschutzpreis der innogy wird jährlich für Leistungen verliehen, die in besonderem Maße zur Erhaltung natürlicher oder zur Verbesserung ungünstiger Umweltbedingungen beitragen. Die Städte und Gemeinden sind aufgerufen, besondere Projekte zur Prämierung vorzuschlagen. Über die Vergabe entscheidet eine Jury. Nähere Informationen unter www.innogy.com /klimaschutzpreis. Und das sind die Gewinner des innogy Klimaschutzpreises 2017 in den Verbandsgemeinden Bitburger Land, Südeifel und Speicher im Eifelkreis Bitburg-Prüm, der mit einem Preisgeld von je 500 Euro dotiert ist: ·        Sportverein Baustert (Aktion „Saubere Landschaft“ im Gemeindegebiet) ·        Musikverein Bickendorf (Einbau von energieeffizienten Geräten in der Küche des Vereinsheims) ·        Jugendfeuerwehr Brecht (Aktion „Saubere Landschaft“ in der Ortslage und der Kreisstraße K 67) ·        Pia Lehnen aus Gondorf  (Verschönerung und Pflege der Grünflächen und Blumenbeete der Gemeinde) ·        Kinder u. Jugendliche Theatergruppe Gransdorf (Aktion „Saubere Landschaft“ in der Gemeinde) ·        Geschichtlicher Arbeitskreis Nattenheim (Pflege der Wanderwege) ·        Freiwillige Feuerwehr Niederweiler (Aktion „Saubere Landschaft“ an Straßen und Gewässern) ·        Arbeitskreis "Grüngestaltung" im Rahmen Zukunftscheck Dorf (Umwandlung von Grünflächen in Blumenwiesen innerhalb der Ortslage von Oberkail) ·        Förderverein Freiwillige Feuerwehr Oberweiler/Merkeshausen (Gewässer- und Uferreinigung entlang der Prüm in einem Teilstück von 3 Kilometern in Merkeshausen) ·        DJK Wißmannsdorf - Abteilung Fischerei (langjähriges Engagement zur Gewässerreinhaltung und der Uferrandstreifen-Reinigung in der Gemarkung Hermesdorf) ·        Gabi Lücker-Driesen aus Auw an der Kyll (floristische Gestaltung Grünflächen in der Gemeinde) ·        Senioren-Arbeitsgemeinschaft Orenhofen (langjährige Pflegearbeiten an Hecken, Bäumen und Grünflächen im Gemeindegebiet) ·        Freizeit Spielgemeinschaft Philippsheim (energetische Sanierung Vereinsheim durch energieeffiziente Beleuchtung) ·        Bürgergruppe Altscheid (nachhaltige Landschaftspflege in der Gemeinde) ·        FFW Emmelbaum (Baumpflege in den Ausgleichsflächen im Gemeindegebiet) ·        Frauengruppe Kaschenbach (langjährige Pflege der öffentlichen Grünflächen im Gemeindegebiet) ·        Schock-Club Menningen (energetische Sanierung eines Gemeinschaftshauses in der Ortslage) ·        Frauengemeinschaft Utscheid (Pflege und Gestaltung des Dorfplatzes und der Brunnenanlage) ·        Kreisimkerverband Bitburg (Anlegen von Blumenwiesen für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge)In den Verbandsgemeinden Bitburger Land, Südeifel und Speicher geht der innogy Klimaschutzpreis 2017 an insgesamt neunzehn Preisträger. Dr. Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, überreichte in Bitburg gemeinsam mit dem Leiter der…

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