Sybille Schönhofen (bil)

Mäuse nehmen Bitburg unter die Lupe

Bitburg. Einblicke in Herz und Kopf des Bitburgers gab es beim kabarettistischen Start ins neue Jahr mit dem Gewerbeverein, dem Bonner Improvisationstheater Springmäuse und 500 Gästen in der Bitburger Stadthalle.

Beim Neujahrsempfang des Bitburger Gewerbevereins am gestrigen Abend in der Bitburger Stadthalle kam er wieder auf den Tisch: der Innenstadtring. Längst abgehakt, lässt er die Bitburger im tiefen Innern scheinbar nicht los. Auf die Frage der Kabarettisten des Bonner Springmaustheaters, was die Bitburger im vergangenen Jahr beschäftigt habe, ist es exakt dieser Ruf, der aus dem Saal mit den 500 Gästen auf die Bühne schallt: „Der Innenstadtring“. Offenbar ein Trauma in der Seele des Bitburgers.

Das Bonner Improvisationstheater war bereits 2016 zu Gast in der Bierstadt. Die Wahl, die drei Künstler erneut einzuladen, kommt gut an. Vera Passy, Alexis Kara und Gilly Alfeo gelingt es, mehr darüber ans Licht zu bringen, wie der Bitburger tickt. „Wen wollt ihr in Bitburg unbedingt mal zu Gast haben?“, fragt Gilly Alfeo. „Heidi Klum!“, so die lauteste Antwort. Lieblingsspruch der Oma? „Majusebeta“, erinnert sich die Frau des Landrats. Und die beste Anmache in der Eifel? Das ist die Frage „Wat schaffst de?“, meint eine Bitburgerin.

Die Bonner erfahren an diesem Abend auch, was der größte Wunsch der Bitburger ist. „Die Bit-Galerie!“  Gilly Alfeo fasst sich an die Stirn: „Stimmt! Einkaufszentren gibt auf dieser Welt noch nicht genug“, kommentiert er süffisant. Was die Bitburger beschäftigt, zeigt die Reaktion, die ein Satz in der folgenden szenischen Darstellung des Galerie-Baus auslöst: „Ich glaub nicht, dass ihr sie jemals fertig bekommt“, sagt Alexis Kara und der Saal bricht in spöttischen Jubel aus. Das ist es, was viele Bitburger über das jahrelange Tauziehen um das Bauprojekt denken.   

In ihrer Zugabe treffen die Schauspieler ein weiteres Mal den Nerv ihres Publikums: „Letztes Jahr gab es Freibier aus dem Brunnen, dieses Jahr aus dem Feuerwehrschlauch!“ Würde Applaus gemessen, käme hier ein eindeutiges Ja bei raus.

Unter der Überschrift „Boomtown Bitburg“ haben der Gewerbeverein und die Springmäuse für das Jahr 2018 jedenfalls mit viel Humor wach gerüttelt. Inwieweit es tatsächlich boomt, wird sich zeigen.  (bil)

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Bühne frei für die Künstler von morgen

Höfen. Spaßig, bunt und unterhaltsam sollen sie werden, die zehnten Schultheatertage, an denen sich 46 Bildungseinrichtungen aus den Kreisen Heinsberg und Düren sowie der Städteregion Aachen beteiligen.Eifel (Fö). Spaßig, bunt und unterhaltsam war auch die Präsentation des Programms im Aachener Grenzlandtheater. Und das lag nicht am gut aufgelegten Intendanten Uwe Brandt, sondern an Judith Okon. Die 16-jährige Schülerin aus Aachen moderierte die Programmvorstellung derart professionell, das selbst gestandene Politiker ins Schwärmen gerieten.Getreu dem Motto »Raus aus dem Klassenzimmer, rauf auf die Bühne« findet die zehnte Auflage der Schultheatertage statt. Und genau dieses Motto lebt Judith Okon, die nicht erst durch ein Berufspraktikum am »Theater 99« für die Schauspielerei Feuer und Flamme ist.Etwa 1000 Schüler aller Altersklassen und aus allen Schulformen werden mit 46 Aufführungen die Bühnen der Theaterhäuser in der Region stürmen und mit ihren eigenen Produktionen ein großes Publikum beeindrucken. »Wir erwarten etwa 5000 Gäste«, hofft Jutta Kroehnert von der Aachener Kultur- und Theaterinitiative (AKuT).Unterstützt werden die Kinder und Jugendlichen dabei nicht nur von ihren Lehrern, sondern auch von professionellen Theaterleuten aus der Region. Theaterpädagogen, Schauspieler, Regisseure, Kostüm- und Bühnenbilder und Tänzer stellen ihr Wissen und Können in den Dienst der jungen »Nachwuchskünstler«.»Ihr habt die Chance, aktiv an euren eigenen Stücken zu arbeiten und sie später vor einem großen Publikum aufzuführen. Dazu gehört dann natürlich auch eine professionelle Bühne, wie auch das richtige Bühnenbild, Kostüm und Schminke«, appeliiert Judith Okon an viele Gleichaltrige, die große Bühne zu betreten.Förderung von Kompetenzen»Im Übrigen fördert das sogar persönliche, soziale, emotionale und kulturelle Kompetenzen«, unterstreicht Uwe Brandt, Intendant des Grenzlandtheaters Aachen. »Auch im digitalen Zeitalter ist Theater und Schauspiel immer noch Handarbeit. Sie ist die ursprünglichste Unterhaltungsform - zappen wie am Fernseher oder klicken an PC oder Smartphone geht hier nicht«, stellt Brandt klar. Das Publikum müsse sich mit dem Stück und den Darstellern auseinandersetzen. »Und wir bewegen etwas - bei Schauspielern wie Publikum«, ist Brandt stolz.Kulturelle Vielfalt in den Schulen»Uns wurde so etwas in unserer Schulzeit nicht geboten«, bedauert Georg Beyß, Kreisdirektor des Kreises Düren, der zum dritten Mal an den Schultheatertagen teilnimmt. Als Neuzugang beteiligt sich erstmals auch der Kreis Heinsberg. »Solch außerschulische Lernorte sind wertvoll für unsere Schüler«, freut sich der stellvertretende Städteregionsrat Axel Wirtz über das Engagement an Schulen und Theatern. »Die kulturelle Vielfalt ist wichtig für unsere gesellschaftliche Entwicklung. Und auf der Bühne kann man das vorleben.«Wer teilnimmt, stellt eine eigene Theaterproduktion auf die Beine. Für die Kinder und Jugendlichen in den Schulen bedeutet das nun: Kulissen bauen, Kostüme schneidern, proben und mit ihren eigenen Produktionen ein großes Publikum beeindrucken. Aufgeführt wird schließlich auf einer »richtigen« professionellen Bühne mit allem, was dazugehört. Der Eintritt zu allen Produktionen ist frei.Das Programmheft zu den zehnten Schultheatertagen gibt es in allen Rathäusern, Schulen und Geschäftsstellen der Sparkasse Aachen. Zum Download liegt es bereit auf www.schultheatertage.euGymnasium und GrundschuleMit zwei Aufführungen beteiligt sich auch die Eifel an den Schultheatertagen:Freitag, 4. Mai, 11 Uhr - Aula des St. Michael-Gymnasiums Monschau: »Die Vogelhochzeit« nach Rolf Zuckowski - präsentiert von der Katholischen Grundschule Höfen-MützenichMittwoch, 20. Juni, 18 Uhr - Space im Ludwig Forum Aachen: »Die Kleinbürgerhochzeit« präsentiert vom St. Michael-Gymnasium Monschau Spaßig, bunt und unterhaltsam sollen sie werden, die zehnten Schultheatertage, an denen sich 46 Bildungseinrichtungen aus den Kreisen Heinsberg und Düren sowie der Städteregion Aachen beteiligen.Eifel (Fö). Spaßig, bunt und unterhaltsam war…

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