Wolfgang Andres

Gymnasialfond: SPD kritisiert geplante Auflösung

Kreis Euskirchen. Wird das erzbischöfliche St.-Angela-Gymnasium mit Geldern gefördert, die dem städtischen St.-Michael-Gymnasium zustehen? In Bad Münstereifel wundert man sich über Pläne der Landesregierung, die im Endeffekt genau diesen Effekt haben könnten. Öffentlich macht dagegen jetzt die örtliche SPD mobil

Das Land Nordrhein-Westfalen plant, den Gymnasialfonds Münstereifel aufzulösen. Dieser Fonds ist ein dem Land NRW treuhänderisch anvertrautes Vermögen in Höhe von etwa 3,6 Millionen Euro, dass im 17. und 18. Jahrhundert zur Finanzierung der Schulbildung am St.-Michael-Gymnasium gebildet wurde. Er besteht aus Grundstücken (z.B. dem sogenannten Schulwald) und Barmitteln.

Die geplante Auflösung des Fonds sieht vor, dass das Land NRW 60 Prozent des Fonds ohne Zweckbindung erhält und das Erzbistum Köln die restlichen 40 Prozent - die Stadt Bad Münstereifel als Träger des St.-Michael-Gymnasiums soll leer ausgehen.  

So nicht!

Mit einem Brief an das Schul- und das Finanzministerium sowie an mehrere Landtagsabgeordnete wendet sich der Bad Münstereifeler SPD-Kreistagsabgeordnete Thilo Waasem gegen die Auflösung des Fonds. Darin fordert er das Land auf, von der Auflösung des Fonds in der geplanten Form Abstand zu nehmen.  Waasem:  "Es kann nicht sein, dass das Vermögen, was zur Förderung des St.-Michael-Gymnasiums gebildet worden ist, im schwarzen Loch des Landeshaushalts verschwindet."

Darüber hinaus führe die Beteiligung des Erzbistums Köln an der Auflösung zu dem absurden Ergebnis, dass das in direkter Konkurrenz zum Städt. St.-Michael- Gymnasium stehende St.-Angela-Gymnasium über das Erzbistum Köln von der Auflösung des Gymnasialfonds Münstereifel profitiert, während das ursprünglich als Begünstigte des Fonds bedachte Städt. St.-Michael-Gymnasium keinerlei Profit aus dem Vermögen ziehen kann.  

Herausforderung

"Bad Münstereifel ist als Träger des Städt. St.-Michael-Gymnasiums mit der Trägerschaft finanziell sehr stark involviert und gebunden. Insbesondere die historische Bausubstanz stellt eine große, vor allem finanzielle Herausforderung dar. Angesichts der finanziellen Situation der Stadt Bad Münstereifel ist eine Auflösung des Fonds, ohne dass Bad Münstereifel daran beteiligt wird, nicht zu akzeptieren", so Waasem weiter.  

Es sei, so die Vorstellung des Sozialdemokraten, zumindest angezeigt, einen Anteil in eine zweckgebundene, für die Trägerschaft des St.-Michael-Gymnasiums gebundene, städtische Stiftung zu überführen. Über diesen Weg sei der ursprünglichen Zweckbindung des gestifteten Vermögens zumindest in Teilen Rechnung getragen.  

Nicht akzeptieren 

Thilo Waasen: "Das St.-Michael-Gymnasium ist nicht irgendein Gymnasium in der Bildungslandschaft NRWs. Es hat eine sehr lange Historie und verfügt über eine überregional, wenn nicht landes- und bundesweit bedeutsame Jesuitenbibliothek. Das Land hat daher gegenüber dem St.-Michael-Gymnasium eine besondere Verantwortung. Ich kann nicht akzeptieren, dass die Stadt Bad Münstereifel mit der verantwortungsvollen Aufgabe der Instandhaltung und Unterhaltung alleine gelassen wird - insbesondere, wenn es ein zu diesem Zweck gestiftetes Vermögen gibt". 

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