Wolfgang Andres

Viele Kurstädter sorgten für positive Schlagzeilen

Kreis Euskirchen. Jahr für Jahr ehrt die Stadt Bad Münstereifel ihre »Köpfe des Jahres«, also Menschen aus der Kurstadt, die im vergangenen Jahr Beachtliches geleistet haben. Auch bei der sechsten Auflage der Verstaltung hatte Bürgermeister Alexander Büttner wieder Schwerstarbeit zu leisten, denn es gab eine Vielzahl von Geehrten.

Beginnen wir mit drei Jugendlichen, die ihre Berufsausbildung mit Bestnote absolviert haben: Julia Keßel, Marcel Habeth und Sven Thoma.Die Trainerinnen Sarah Tworuschka und Sandra Schmitz vom Reit- und Voltigierverein Bad Münstereifel nahmen gemeinsam mit Ronja Tworuschka die Ehrung stellvertretend für ihre Turniergruppe entgegen, die im Jahr 2012 gleich zweimal Platz 1 bei Turnieren erringen konnte.Dr. Judith Ackermann, eine frühere Schülerin des St. Michael-Gymnasiums, berichtete über ihre Promotionsarbeit, die sich mit dem kommunikativen Effekt von LAN-Partys befasst.

Seit 20 Jahren

Alfred Lessenich von der St. Sebastianus-Schützenbruderschaft wurde im Jahr 2012 das Ehrenkreuz verliehen. »Jungschützin« Nadine Krüger wurde für den Gewinn des Pokals des Kreisjugendausschusses geehrt. Ihre Mannschaftskollegin Carolin Spilles gewann den Pater-Arno-Pokal.Dass das Jahr 2012 für die Sport - Fahrgemeinschaft Schönau äußerst erfolgreich war, darüber berichteten André Weber und Guido Lethert. Beim RCN am Nürburgring gewannen die Fahrer des SFG die Mannschaftswertung.Mit dem Bundesverdienstkreuz wurde 2012 Werner Ohlerth (Rupperath) vom Piéla - Partnerschaftsverein ausgezeichnet. Ohlerth, der den Verein vor 20 Jahren gegründet und maßgeblicht geprägt hat, wird den »Staffelstab« zum Jahresende weiterreichen.Der HardChor des St. Michael-Gymnasiums konnte unter Leitung von Frau Paustian beim Landeswettbewerb »Jugend singt« in Oberhausen eine Silbermedaille erringen.Niklas Trimborn und Simon Kessel belegten beim europäischen »Planspiel Börse« als »ProfitBanking Team« des St. Michael-Gymnasiums bereits zum zweiten Mal Platz zwei.

So ein Theater...

Erstmals waren vergangenes Jahr Schüler des Michael-Gymnasiums in Indien, wo sie mit ihrer Lehrerin Frau Thelen an einem Theaterfestival teilgenommen haben. Mit dabei waren: Rebecca Bertram, Marvin Graf, Simon Kessel, Katja Schneider und Noah Schneiders.Sehr erfolgreich waren auch wieder die Mini- und Jungforscher des St. Michael-Gymnasiums unter der Leitung von Walter und Veronika Stein.

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Wenn der »Detze« rockt...

Rengen. Was passiert, wenn ein Dorffest ausfällt? Ein noch tolleres Dorffest! Im Liesertal steht das Kürzel DDR seit dem Jahr 2000 nur noch für viel Spaß bei Heavy Metal.So richtige Rocker stellt man sich in schwarzer Kluft vor, gepierct und tätowiert, langhaarig, mit Dosenbier und Kippe in der Hand. David Haas sieht ganz anders aus. Er kommt zum WochenSpiegel-Interview im Business-Outfit, er ist junger Familienvater und arbeitet im Vertrieb eines Koblenzer Unternehmens. Als Vorsitzender des Vereins „Der Detze Rockt e. V.“ hat er jedoch noch ein anderes Leben. Er veranstaltet er mit seinen Mitstreitern ein kleines open-air-Festival, bei dem man BilderbuchrockerInnen erwartet und auch vorfindet. Es geht um echt was auf die Ohren, um Heavy Metal. Um das, was zum Beispiel in Wacken die norddeutsche Tiefebene zum Beben bringt. Auf dem Detzenberg bei Rengen bebt ebenfalls die Bühne, zwei Tage lang im Juni. „Wir wollen gar nicht wie Wacken sein“, sagt Haas, „bei uns ist alles viel familiärer.“ Und er sagt, dass er selbst zwar gern handfesten Rock hört, aber eigentlich kein Fan von Heavy Metal ist. „Bei DDR, also ‚Der Detze Rockt!‘, zieht das ganze Dorf mit, auch Leute, die mit der Musik gar nichts am Hut haben. Der Spaß und das Gemeinschaftsgefühl stehen im Vordergrund.“ Und das Ehrenamt. Die Rengener und ihre Vereine richten unentgeltlich das Festivalgelände her, bedienen an den Getränkeständen, kümmern sich um den Backstage-Bereich oder räumen hinterher auf. Die Karten für das Festival sind für kleines Geld zu haben und die Verpflegung zum Selbstkostenpreis. „Es ist nach wie vor ein echtes Dorffest, nur dass mittlerweile knapp tausend Leute pro Tag kommen, teils von weit her.“ Nämlich aus ganz Deutschland, aus Skandinavien und Benelux, Israel oder sogar Argentinien. „Einer trampte barfuß aus dem Osten Thüringens her, sowas rührt einen.“ Ein Festival, bei dem die Organisatoren ihr Publikum persönlich kennen. „Der älteste Fan ist um die achtzig, Jüngere bringen auch ihre Kinder mit… die tragen vor der Bühne Gehörschutz, versteht sich.Alles begann damit, dass sich David Müller, seines Zeichens Bankkaufmann, und Martin Geisen, mittlerweile Schauspieler am Landestheater Dortmund, nicht damit abfinden wollten, dass im Jahr 2000 kein Fest im eigenen Dorf auf die Beine gestellt werden konnte. „Bei uns ist man aber Geselligkeit gewöhnt“, erzählt der Rengener David Haas, „und da Martin selbst in einer Heavy-Metal-Band spielte, war klar, wohin die Reise geht.“ Anfangs habe es Skepsis und Kritik gegeben, aber längst habe sich die Erkenntnis breit gemacht: „Metaller sind ganz liebe Menschen, ganz friedlich. Längst freuen sich die Rengener auf das Wiedersehen mit den Metal-Fans.“ DDR gibt es nun jährlich, das Backfest und das Feuerwehrfest im Wechsel alle zwei Jahre. Und zumeist sind bei allen drei Events dieselben Menschen aktiv. Fünfzig Mitglieder zählt der DDR-Verein, doch weit mehr engagieren sich für das Festival, auch viele Firmen aus der Region unterstützen es. David Haas selbst stieß 2013 dazu, nachdem er zuvor mehrere Jahre in Bayern gelebt hatte. „Ich bin ein typischer Rückkehrer“, beschreibt der 35-Jährige sich, „ich wollte ganz konservativ ein Haus bauen und eine Familie gründen. Und ich wollte, dass meine Kinder dieselbe Unbeschwertheit und Sicherheit erleben können beim Spielen wie ich selbst früher.“ Für ihn ist „Der Detze Rockt!“ ein besonderer Kulturbaustein, um junge Menschen in der Eifel zu halten oder sie zurückzuholen. „Da merkt man, dass es ein Vorurteil ist, hier sei nichts los. Im Gegenteil, man kann hier ganz viel machen!“ Er geht professionell an die Organisation des Events heran mit Manöverkritik hinterher und mit Publikumsumfrage: „Der Service muss stimmen.“ Am Ende, so erzählt er, haben alle ein Dauerlächeln im Gesicht. „Das liegt sicher auch an der besonderen Atmosphäre bei uns in Rengen, es ist einfach relaxter als in den Städten.“ So entspannt, dass es auch noch nie Ärger mit der Sicherheit gab. Die Security-Firma bestätige, dass „Der Detze Rockt!“ ruhiger und störungsärmer verlaufe als viele andere Feste. Auch die Bands schätzen ihren Auftritt in der Eifel. „Viel Geld können wir ihnen nicht bieten“, sagt David Haas, „aber sie kommen, weil sie es hier toll finden.“ Neben manchen Heavy-Metal-Größen, die bereits mit Stars wie Metallica auftraten, gibt DDR auch Newcomern eine Chance. „Wo sonst können junge Bands vor hunderten begeisterten Leuten auftreten? Und es sind echte Talente, die wir ausfindig machen.“ Anfangs kamen die Neulinge vor allem aus der Region, doch längst hat sich das Festival herumgesprochen, so dass das Bandkomitee anhand von Videos auswählen muss, wer auftreten darf. Ob DDR mal zu groß für’s familiäre Ehrenamt wird? „Auf keinen Fall, da treten wir lieber auf die Bremse!“Was passiert, wenn ein Dorffest ausfällt? Ein noch tolleres Dorffest! Im Liesertal steht das Kürzel DDR seit dem Jahr 2000 nur noch für viel Spaß bei Heavy Metal.So richtige Rocker stellt man sich in schwarzer Kluft vor, gepierct und…

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