tn 1 Kommentar

Eifeler kämpfen gegen Windräder

Blankenheim. Mit knapp 1000 Einwendungen wehren sich die Bürger der Orte Reetz, Rohr, Mülheim und Freilingen gegen die Errichtung fünf Windkraftanlagen in ihrer Nachbarschaft.

Die Firma Kever hat beim Kreis Euskirchen die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb der fünf Windkraftanlagen mit einer maximalen Gesamthöhe von rund 230 Metern auf einem Höhenzug von circa 600 Metern beantragt.
Mit einem Korb mit 874 Einwendungen wandten sich die Bürger am vergangenen Freitag beim Kreis gegen das Bauprojekt. Gesammelt worden waren die Stimmen in nur 14 Tagen, Nina Geveler vom Verein »Sturm im Wald« übergab die Unterschriften an Frank Fritze, den Abteilungsleiter für Umwelt und Planung.
1000 Stimmen
Rund 70 Prozent der Bürger in Mühlheim sprechen sich insgesamt gegen eine Errichtung der Anlagen aus. – die noch fehlenden 126 Einwendungen werden bis zur Abgabefrist am nachgereicht, versicherte Hermann Möltgen von der Bürgerinitiative »Mühlheim-sagt-nein«.
Am 28. November ab 10 Uhr haben dann alle Bürger, die eine Einwendung unterschrieben haben, die Möglichkeit, ihren Unmut und ihre Bedenken über den Bau der Windkrafträder bei einem Erörterungstermin im Kreishaus zu äußern. Ihre Gründe für den Protest erläuterten Ernst Lüttgau, Betreiber des Eifel-Camps am Freilinger See, und Hermann Möltgen von der Bürgerinitiative »Mühlheim-sagt-nein«.
Die Infraschall Niedrigfrequenz – Schwingungen unterhalb der Hörbarkeitsgrenze – die etwa bei 16-20 Hz liegt, belaste die Gesundheit von Menschen und Tieren. Hinzu käme das Brummen der Rotoren sowie der von Rotor und Turm erzeugte Schattenwurf. Die Lebensqualität der direkten Anwohner würde durch die Windräder stark eingeschänkt, so Lüttgau.
»Wenn sie das erleben , werden sie mit der Zeit wahnsinnig«, sagt Ernst Lüttgau.
Monika und Wilfried Grefenstein aus Reetz sehen das ähnlich – sie haben bereits Erfahrungen gesammelt, denn ihr Hof steht 1189 Meter von einem Windrad entfernt.
»Die Vogelwelt leidet sehr darunter«,  sagt Monika Greifenstein. Vögel und Zugvögel würden regelrecht zerschreddert, klagt die Anwohnerin. Und auch die Natur leide durch die Windräder, dabei sei gerade die Vulkaneifel sei eine ökologische intakte Naturlandschaft, die mit ihrer Artenvielfalt von bundesweiter Bedeutung für Artenschutz, Klima, Trinkwasser und Erholung sei.
Frank Fritze hat bei diesem emotionalen Thema sicher keine einfache Aufgabe: Er wird nun mit seinen Mitarbeitern alle Gründe für und gegen eine Genehmigung abwägen und gemäß dem Bundesimmissionsschutzgesetz prüfen. (HW).

Artikel kommentieren

Kommentar von Ullrich
Ja, genauso soll es auch bei uns am Deister kommen, mit anfänglich 7 Windraedern Mt 230 Meter Höhe in 800 Abstand zur Wohnbebauung, das am schönen Deister, dem ersten Mittelgebirge von Norden kommend. Es reicht offensichtlich nicht, dass unser Boden und Umwelt durch Überduengung und Monokulturen kaputt bearbeitet werden. Die Gesundheit von Mensch und Tier spielen ebenso keine Rolle mehr. Deshalb Energiewende mit Augenmaß.
Was macht unser Leben lebenswert - Wachstum um jeden Preis???