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Der ungewöhnliche Bau einer Kapelle

Felser feiert 25-jähriges Bestehen des kleinen Gotteshauses

Felser. Mit 300 Deutschen Mark nahm der ungewöhnliche Bau einer kleinen Kapelle in Felser seinen Anfang. Diesen Betrag legte vor über 25 Jahren der längst verstorbene Dr. Jakob Flosdorff, besser als der »Takendoktor« bekannt, auf den Tisch des Geistlichen Hermann Joseph Koch mit der Aufforderung, mit diesem Geld eine Kapelle zu errichten.

Der ehemalige Kreisdechant Hermann Joseph Koch brachte das Geld zunächst zur Bank, traf kurze Zeit später auf den Architekten Dipl. Ing. Karl-Josef Ernst aus Zülpich und erzählte ihm von dem Plan. »Eine Realisierung ist nur möglich mit großem Gottvertrauen und wenn von diesem Geld nichts ausgegeben wird«, erhielt Koch als Antwort. Und erfuhr im späteren Verlauf, wie nützlich die Maxime »Wir kennen uns, wir helfen uns« auch beim Kirchenbau sein kann.

Portal aus Köln

»Ohne die große Hilfsbereitschaft der Menschen in Felser wäre es natürlich nicht gegangen«, ist Hermann Joseph Koch noch heute begeistert von der Hilfsbereitschaft und Spendenbereitschaft, die in dem bald gegründeten Kapellenverein herrschte. Schon das heutige Aussehen verdankt die Kapelle einem glücklichen Umstand. Karl-Josef Ernst erinnerte sich an das Portalgewände der Kirche St. Nikolaus in Köln. Es war im Krieg durch Granatsplitter beschädigt worden und lagerte auf dem Gelände des Steinmetzmeisters Johannes Drach aus Zülpich. Mit diesem Portal als Ausgangspunkt wurde die Kapelle mit Apsis und Kreuzgewölbe errichtet - aus Natursteinen, die von der ehemaligen Sparkasse in Köln stammten und ebenfalls beim Steinmetz Drach lagerten. »Um die Steine aufs Gerüst zu schaffen«, schmunzelt Koch, »haben die Leute einen Traktor zur Aufzugsmaschine umfunktioniert.« Je mehr die Kapelle wuchs, desto mehr Details kamen hinzu - viele von ihnen nur zu Gottes Ehr. Ein Beispiel sind die wunderschönen Glasfenster. Der bekannte Glasmaler Paul Weigmann fertigte er die Entwürfe speziell für Felser kostenlos an, die beiden Glasmaler Fritz und Luduwikus Oidtmann ließen sich auch nicht lumpen und führten die Arbeiten unentgeltlich aus.

Maria Königin

Gewidmet ist die Kapelle der »Maria Königin«. Eine passende barocke Figur wurde gefunden, war jedoch stark beschädigt. Der Bildhauer Karl-Heinz Müller aus Brühl übernahm die Restauration ebenfalls ohne Bezahlung. Geschichten wie diese gab es rund um den Bau der Kapelle in Felser viele, sehr viele. Jetzt wird am Samstag, 27. Mai, das 25-jährige Bestehen des schmucken Gotteshauses mit einem großen Fest gefeiert.

Geschichte als PDF

Die komplette Geschichte der Entstehung der Kapelle in Felser hat der Architekt Karl-Josef Ernst aus Zülpich niedergeschrieben. Sie kann man hier als PDF downloaden und nachlesen.

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