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Lebensretter musste zwölf Jahre warten

Der 46-jährige Rainer Breiden spendete Stammzellen

Kall. Es hat lange gedauert, exakt 12 Jahre und einen Monat, ehe Reiner Breiden zum potenziellen Lebensretter werden konnte. Was ihn nicht davon abhält, deutlich zu machen: »Ich würde es sofort wieder machen.«

Der 46-jährige Reiner Breiden, der aus Bad Münstereifel stammt und als Einrichtungsberater in der Bettenabteilung des Möbelhauses Brucker in Kall arbeitet, hat vor wenigen Tagen eine Stammzellenspende in der Kölner Mediapark-Klinik geleistet. Damit soll das Leben einer ihm unbekannten 68-jährigen Frau gerettet werden, die an Leukämie erkrankt ist.

»Das Erlebnis, etwas Gutes getan zu haben, erzeugt ganz viele Glückshormone.«

Die Wahl fiel auf Breiden, weil er in der Deutschen Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) präsent ist, in der nach einem geeigneten Stammzellen-Spender gesucht wurde. Seine Anwesenheit in der Datei rührt von einem Ereignis her, das am 19. Juni 2005 in Flamersheim stattfand. Damals hatte die Hilfsgruppe Eifel eine große Typisierungsaktion gestartet, um einen Stammzellenspender für den zweijährigen Jan Luca zu finden. 4521 Menschen folgten dem Aufruf, unter ihnen auch Reiner Breiden. Im Dezember letzten Jahres bekam Reiner Breiden wieder Post von der DKMS, die ihn bat, sich einem weiteren Bluttest zu unterziehen, weil er eventuell als Spender infrage komme. Zwei Monate später bat ihn die DKMS zu einer Feintypisierung, weil er als Spender für die 68-jährige Frau in Frage komme, die nur durch eine Transplantation von passenden Stammzellen überleben kann. Kennenlernen darf Reiner Breiden die Stammzellen-Empfängerin übrigens frühestens in zwei Jahren. Nach der zweijährigen Kontaktsperre können sich dann Spender und Patientin direkt schreiben oder sich persönlich treffen.

Die schwierige Spendersuche

Die Wahrscheinlichkeit, einen 100-prozentig passenden Spender von Stammzellen zu finden, liegt bei bis zu eins zu mehreren Millionen. Mehr als 8.500 Gewebmerkmale können in Abermillionen unterschiedlichen Kombinationen auftreten. Dadurch erklärt sich die, dass die Suche nach einem Spender der einer »Stecknadel im Heuhaufen« gleicht. Die Spende von Rainer Breiden: Am 27. Juni erfolgte eine Voruntersuchung in der Kölner Mediapark-Klinik. Um die Anzahl der Stammzellen in seinem Blut zu erhöhen, musste er sich fünf Tage lang selbst Spritzen mit einem Wachstumshormon verabreichen. Die periphere Entnahme der Blutzellen erfolgte dann am 19. und 20. Juli. mn/Rainer Züll

Weitere Infos, auch wie man Spender werden kann:

www.dkms.de

 

 

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