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Als noch Löwen in den Eifelhöhlen hausten ...

Die Kakushöhle bei Dreimühlen

Dreimühlen. Die Externsteine gehören dazu, die Kluterthöhle bei Ennepetal oder die Hardtkaverne in Wuppertal ebenso. Sie werden am Sonntag, 17. September, angesteuert, wenn der Geologische Dienst NRW zum »Tag des Geotops« einlädt. Zu den auserwählten 30 Orten im Lande gehört auch die Kakushöhle bei Dreimühlen, wohl einer der geheimnisvollsten und mystischsten Orte in der Eifel.

Der Tag des Geotops will dabei zu spannenden Geschichten aus dem Untergrund von NRW führen. »500 Millionen Jahre Erdgeschichte, Böden und Gesteine lohnen erkundet zu werden«, so Dr. Martin Hiß, Pressessprecher des Geologischen Dienstes. Es geht rund 390 Millionen Jahre zurück in die Erdgeschichte, als dort Kalkriffe am Rand eines flachen Meeresbeckens wuchsen. Dieser Teil der Eifel lag damals südlich des Äquators.

Kalkeifel

So entstanden die Gesteine der Eifelkalkmulden. Viel Zeit verging, ehe der massive Kalk des »Kartsteins«, in dem die Kakushöhle liegt, entstand. Er wurde aus sehr kalkreichen Quellen oder Bächen in warmen Klimaphasen ausgeschieden. Das Tal des Hauserbaches bei Dreimühlen war durch einen natürlichen Damm abgeriegelt. An diesem Damm trat das Wasser aus und Sinterkalk (Travertin) lagerte sich im Laufe der Zeit ab. Der Vorgang der Travertinbildung dauert zum Teil noch heute an. An der Basis der Sinterkalke entstanden, vor allem durch Abtrag, mehrere Höhlen, von denen die größte die Kakushöhle ist.

Refugium

Sie diente in den Eiszeiten als Refugium für Mensch und Tier. Es sind unter anderem Siedlungsspuren des Neandertalers nachgewiesen; später sollen Rentierjäger der Jungsteinzeit (vor etwa 12 000 Jahren) nahe der Höhle gesiedelt haben. Sehr umfangreich sind die Funde von Tierknochen, wie die von Wollnashorn, Höhlenbär und sogar Löwen. Diese sind unter anderem im Römisch-Germanischen Museum in Köln ausgestellt. Auch in der Eisenzeit sowie in keltischer und römischer Zeit diente die Höhle als Fliehburg und sogar das Spätmittelalter ist noch durch Funde belegt. Zur Zeit des Dritten Reiches drohte dem Travertin des Kartsteins und des benachbarten Veybachtales der vollständige Abbau. Vorgesehen war die Verwendung des Sinterkalkes für den Bau eines gigantischen Stadions auf dem Reichsparteitagsgelände in Nürnberg …

Exkursionen

Um 11 Uhr wird am Sonntag, 17. September, eine Rundwanderung angeboten, die an der Kakushöhle beginnt und an zwei Steinbrüchen vorbei führt, in denen der Kalkstein abgebaut wurde. Wetterfeste Kleidung, festes Schuhwerk und Rucksackverpflegung werden empfohlen. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr, für Schäden wird keine Haftung übernommen. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Treffpunkt ist der Parkplatz am Café zur Kakushöhle.

Ebenfalls zum »Tag des Geotops« findet in Heimbach eine Wanderung mit Geologen und Nationalpark-Ranger am Rurseeufer statt. Los geht es um 11.15 Uhr am Nationalpark-Tor Heimbach, das sich im alten Bahnhof befindet. Es geht am Rurseeufer unterhalb des Meuchelberges entlang zum Kraftwerk Heimbach und wieder zurück. Dabei werden Erd- und Landschaftsgeschichte im Nationalpark Eifel erläutert. Bei beiden Veranstaltungen erfolgt die Teilnahme auf eigene Gefahr und beide sind kostenfrei.

 

 

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