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Animiertes Fernsehen »made by Badini«

Firmenich. Wer kennt sie nicht, die »Sendung mit der Maus«. Mittlerweile gibt es das beliebte Format des WDR seit über 45 Jahren und gehört für Jung und Alt zu jedem Sonntagmorgen dazu. Dabei ist die Serie alles andere als ein Selbstläufer. Denn nur dank Animationsfilm-Künstlern wie der seit kurzem in Lessenich wohnhafte Richard Bade, können die Lach- und Sachgeschichten, die aus realen Videosequenzen und animierten Szenen bestehen, ausgestrahlt werden.

Mit seiner »Badini Film- und Fernsehproduktion« sitzt Richard Bade in der Firmenicher Kultur- und Freizeitfabrik »Zikkurat«. »Bis vor kurzem hatte ich mein Studio noch in Köln. Aber für so eine kleine Firma wie meine, ist es schwer geeigneten Raum zu finden«, erzählt der 47-Jährige. In Firmenich hat er nun Platz für sein gesamtes Equipment, vom Greenscreen bis zum Kamerakran und vier Arbeitsplätzen. »In meinen alten Räumen musste ich beim Dreh für eine Szene die Hälfte der Ausstattung vor die Tür schieben«, erinnert er sich.

Hunderte Filme

Von Trickfilmen, über Spiel- und Dokumentarfilme bis hin zu Web-Formaten und Special-Effect-Szenen produziert Richard Bade alles selbst. »Ich habe an der Kunsthochschule für Medien in Köln studiert und bin dort auch heute noch als Dozent für Trickfilme tätig«. Im Anschluss an sein Studium hat er sich im Mediengründerzentrum der Domstadt als Produzent weitergebildet. Hunderte Animationsfilme - rund 40 im Jahr - und auch Trickfilmmodelle hat Bade seitdem gestaltet.

Kindersendungen

Die bekanntesten Aufträge sind die für das deutsche Kinderfernsehen. Animierte Szenen des ursprünglich aus Berlin stammenden Künstlers konnte man bereits bei der »Sendung mit der Maus«, »Wissen macht Ah!« oder »9 ½-Deine Reporter« (alle WDR) sowie »Big Brother« (SIXX) sehen. Bade: »Für die ‚Sendung mit der Maus‘ hatte ich den Auftrag, eine animierte Erklärung zu entwickeln, wie ein Touchscreen gebaut wird«. Für die Umsetzung habe er zunächst ein reales Modell entwickelt und dieses mit dem Computer nachempfunden. »Ich liebe die Arbeit mit Schauspielern und realem, analogen Material. Ich habe sogar ein Laufband, mit dem man auch Laufsequenzen drehen kann. Der größte Teil meiner Arbeit entsteht aber mit 2D- und 3D-Programmen am Computer«, so der Filmemacher.

Nacht zum Tag

Je nach Größe des Auftrags arbeitet Bade auch mit freien Mitarbeitern zusammen, die auf Abruf zur Verfügung stehen. »Ich habe eine Art Spinnennetz um mich herum, das mehr als 50 Produzenten und Redakteure miteinander verbindet«, erzählt Richard Bade. Dennoch, gesteht er, hat er seit 20 Jahren keinen Urlaub mehr machen können. »Ein Feuerwehrmann kann auch nicht aufhören zu löschen, obwohl es noch brennt«, erklärt er und ergänzt: »Wöchentliche Sendungen lassen die Auszeit nicht zu«. Eine Produktion kann von einem halben Tag bis zu einem Jahr dauern und bis zur Abgabefrist muss alles erledigt sein. »Da kann es vorkommen, dass ich die Nacht zum Tag mache«. Wegen der unregelmäßigen Arbeitszeiten ist seine Familie mit von Köln in die Eifel gezogen.

Netzwerk

Seit wenigen Tagen wohnt er mit seiner Frau und zwei Kindern in Lessenich. »Ich liebe die Mentalität der Eifeler und hoffe, schnell ein Netzwerk aufbauen zu können«. Denn »made by Badini« kann jeder haben: Unternehmen bietet Bade auch den Dreh von Imagefilmen oder die Entwicklung von Logos an.

Früh übt sich

Schon als Kind besaß Richard Bade einen Filmprojektor aus Plastik. »Damit konnte man mit einer Kurbel Zeichentrickfilme produzieren«. Später hat er mit Super 8 Kameras und Stopptrick experimentiert. Die zeichnerische Begabung hat man ihm sogar schon auf dem Schulzeugnis der ersten Klasse bescheinigt. www.badini.de

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