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Quantensprung im OP-Saal

Millionen ins Kreiskrankenhaus Mechernich investiert

Mechernich. Nicht unbedingt gerne, aber vielleicht beruhigter kann man sich ab dem 19. Februar im Kreiskrankenhaus Mechernich »unters Messer legen«.

Diese Redewendung hört man heute noch, wenn sich jemand einer Operation unterziehen muss. Die Zahl derjenigen, die das tun müssen, steigt ständig. Waren es 2007 noch 6000 Eingriffe, die am Kreiskrankenhaus vorgenommen wurden, sind es heute laut Geschäftsführer Manfred Herrmann stolze 7500 Operationen. »Wobei«, so Hermann Gemke, ebenfalls Geschäftsführer, »die Anforderungen an die Operateure, aber auch an die Technik ständig steigen.« Und da waren die alten Operationssäle zu sehr in die Jahre gekommen und datieren von 1985 bis 1995. »Manche Operationen«, so Hermann, »können dort weder räumlich noch von der medizinischen Ausstattung her vorgenommen werden.«

Ein steriler »Vorhang« aus Luft

Das wird sich in Kürze schlagartig ändern. Denn ab Montag, 19. Februar, stehen am Kreiskrankenhaus Mechernich vier neue OP-Säle zur Verfügung, die Pflegedirektor Markus Thur als »Quantensprung« bezeichnete. Damit meinte er nicht nur die wesentlich größeren Ausmaße der Räume, sondern vor allem die hochmoderne Ausstattung. Ein Beispiel für die Technik, die dort verbaut wurde, heißt »Laminar Airflow«. Dahinter verbirgt sich ein System, das sich über den OP-Tischen - die sind übrigens aus Carbon und damit durchlässig für Röntgenstrahlen - befindet. Im Prinzip handelt es sich um einen »Vorhang« aus reiner Luft, der das Operationsgebiet ohne Luftverwirbelungen gegenüber der normalen Raumluft abgrenzt. »Dadurch«, erläutert Dr. Rudolf Hering, stellvertretender ärztlicher Direktor, »kommt es zu einer deutlichen Reduzierung des Infektionspotentials während eines Eingriffs.«

Zwei Aufzüge

Auch die Vorbereitungsräume sind größer geworden. Die Versorgung des OP-Bereichs aus der neuen Zentralsterilisation ein Stockwerk tiefer ist ebenfalls erwähnenswert. Sie wird nämlich durch gleich zwei Aufzüge sichergestellt. Einer dient ausschließlich zur Beförderung des sterilen Materials, der andere ist fürs »Schmutzige« zuständig. »Das alles«, sagt Manfred Herrmann zum neuen Bereich, »lässt sich nur mit einem Neubau realisieren.«

Millionen für Räume und Technik

  • In die vier neue OP-Säle und den 11 Plätze umfassenden Aufwachbereich wurden insgesamt 5,75 Millionen Euro investiert, wobei eine Millionen auf die Ausstattung mit medizinischen Gerätschaften entfiel.
  • Die vier alten Operations-Säle werden zu zwei neuen umgebaut. Auch hier werden rund 2,5 Millionen Euro investiert. Baubeginn ist im März, Fertigstellung Mitte 2019.
  • In die neue Internistische Notaufnahme und die erweitere Chirurgische Notaufnahme flossen rund 850.000 Euro.

 

 

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