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Hypnose soll den blauen Dunst lichten

Ilona Scheer erläutert besonderen Weg zum Nichtraucher

Buir. Der atemberaubende Blick auf das Meer geht mit einem Zug an der Zigarette einher. Die erfolgreich bestandene Prüfung wird mit einem Glimmstengel belohnt. Glücksmomente werden vom Gehirn mit blauem Dunst verknüpft.

»Starke Emotionen«, erklärt Ilona Scheer, amtsärztlich geprüfte Heilpraktikerin Psychotherapie aus Buir, »werden von unserem Gehirn im Langzeitgedächtnis abgespeichert.« Und dort ist bei einem Raucher dann das Muster »Glücksmoment und Zigarette« hinterlegt. Das Verlangen, dieses Muster möglichst oft zu erleben, lässt den Menschen in bestimmten Situationen daher immer wieder zur Zigarette greifen. Zahlreiche Menschen haben die Nase voll vom blauen Dunst und würden gerne auf ihn verzichten. Viele von ihnen scheitern jedoch beim Versuch, sich das Rauchen abzugewöhnen. Hilfe kann die medizinische Hypnose bieten, wie sie auch Ilona Scheer anbietet. »Immerhin liegt die Erfolgsquote hier bei 40 Prozent und damit weit über allen anderen Methoden der Raucherentwöhnung.«

Kein Selbstläufer

Allerdings warnt sie vor dem Irrglauben, die Hypnose alleine reiche aus, vom Glimmstengel wegzukommen. »Man muss auch selbst etwas dafür tun und eine feste Bereitschaft mitbringen. Ohne eigenes Zutun geht es nicht«, sagt Ilona Scheer. Ziel der Hypnose, die auch beim Abnehmen, Ängsten und Phobien sehr gute Erfolge erzielt, ist es, andere Lösungsmöglichkeiten anzubieten und deutlich zu machen, dass man kein Nikotin zum Glück braucht. Und diese Erkenntnis soll während der Hypnose im Unterbewusstsein verankert werden. Mithilfe tiefer Entspannung, die mit der REM-Phase des Schlafes - jene Phase, in der geträumt wird - vergleichbar ist, werden dem Gehirn andere Lösungsmöglichkeiten angeboten. »Durch die Hypnose«, so Ilona Scheer, »wird ein besonderer Bewusstseinszustand, eine Trance, hervorgerrufen. Im Zustand tiefer Entspannung ist das Unterbewusstsein viel aufnahmefähiger für Suggestionen.« Und das wird im konkreten Fall zur Erreichung ganz persönlichen Wünsche und Ziele genutzt - im konkreten Fall eben zur Abstinenz von der Zigarette. Angst vor der Hypnose brauche man nicht zu haben. »Der Hypnotisierte«, sagt Ilona Scheer, »bekommt alles mit und ist jederzeit in der Lage, die Hypnose zu beenden.« Übrigens: Die medizinische Hypnose hat in diesem Zusammenhang wenig mit Pendel oder Fingerschnippen zu tun. Ilona Scheer lacht: »Man kann das natürlich mit viel Brimborium machen und damit auf die Bühne gehen. Doch das hat nichts mit dem eigentlichen Anliegen zu tun.« Sie weist darauf hin, dass die Hypnose seit 2006 in Deutschland als wissenschaftliche Behandlungsmethode anerkannt ist.

Verhaltensmuster

Wird mit der Hypnose der Grundstein gelegt, liegt es anschließend an einem selbst, bisherige Verhaltensmuster aufzubrechen. Der Klassiker ist für Ilona Scheer der Raucher, der morgens aufsteht und zunächst einmal eine Tasse Kaffee mit Zigarette genießt. »Diese Muster sollte man nach der Hypnose bewusst vermeiden«, rät sie dazu, den Tagesablauf durch einfache Mittel zu ändern. Im konkreten Fall würde das bedeuten, sich nach dem Aufstehen zuerst einmal anzukleiden und dann erst die Tasse Kaffee zu genießen. Solche Tipps und Tricks gibt es zudem in Form eines Informationsblattes, das helfen soll, die erste rauchfreie Zeit gut zu überstehen. Vor der Hypnose selbst erfolgt zudem eine ausführliche Anamnese, bei der man seine persönlichen Ziele und Wünsche äußern und Fragen zur Hypnose stellen kann. Auch ein Nachsorgertermin gehört dazu.

Zur Person

Ilona Scheer wohnt, lebt und arbeitet seit 2015 in Buir, wo sie beim Blick aus dem Fenster ihres Wohnzimmers weit über das Höhengebiet von Bad Münstereifel blicken kann. Zudem ist sie in einer Praxisgemeinschaft für Psychotherapie direkt am Volksgarten in Köln tätig. Ursprünglich hat Ilona Scheer eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau gemacht, sich aber bereits während dieser Zeit nebenberuflich weitergebildet. Zunächst ließ sie sich unter anderem zur Heilpraktikerin fortbilden, um dann den Entschluss zu treffen, sich als Heilpraktikerin für Psychotherapie, Hypnosetherapeutin und zertifizierte Systemische Beraterin selbstständig zu machen. Sie ist zertifiziert durch die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) und dort auch Mitglied. Ihre Hauptaufgabe sieht sie darin, »Menschen dabei zu helfen, ihr Leben schöner und zufriedener zu gestalten«.

@ Mehr dazu im Netz:

www.ilona-scheer.de

 

 

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Erasmus-Plus-Projekt führt nach Norwegen

VG Traben-Trarbach. Am Gymnasium Traben-Trarbach ist mit Beginn des Schuljahrs auch das EU-geförderte Erasmus-Plus-Projekt gestartet, in dem diesmal die weiterführende Schule in Rørvik, Hauptort der Inselkommune Vikna an der Westküste Norwegens, die Partnerschule des zweijährigen, länderübegreifenden Projekts sein wird. Unter dem Titel „Regionale Spuren suchen – europäische Wege finden“ machen sich die Schüler des Gymnasiums und die der „Ytre Namdal videregående skole“ zwei Jahre lang auf die Suche nach ihren jeweils eigenen Wurzeln, nach Gemeinsamkeiten und Unterschieden sowie nach Ideen und Visionen für ein Leben, in dem alle etwas voneinander lernen und sich so näher kommen können.    Die Themen für den Austausch fangen bei der Frage an, warum Norwegen kein Mitglied der EU ist und gehen zurück in die Zeit der deutschen Okkupation in Norwegen bzw. die des Nationalsozialismus in Traben-Trarbach. Weitere historisch relevante Themen sind die Auswanderungswellen nach Südamerika oder in die USA im 19. Jahrhundert. Ebenso sollen moderne Herausforderungen wie beispielsweise die aktuellen Migrationsbewegungen und die jeweiligen wirtschaftlichen Standbeine beider Orte beleuchtet werden. Denn was für Traben-Trarbach der Wein ist, ist für Rørvik der Fisch. Beides zusammen passt und verspricht darüber hinaus einen echten kulinarischen Zugewinn.   Doch von einem Austausch kann nur die Rede sein, wenn man in das Leben der anderen selber hautnah kennen gelernt hat. Daher ist das Projekt mit einigen Reisen verbunden. Mitte September waren bereits vier norwegische Lehrerinnen als Gäste eines Vorbereitungstreffens am Gymnasium in Traben-Trarbach. Im März wird es den entsprechenden Gegenbesuch nach Rørvik nördlich von Trondheim geben. Für die Schüler sind insgesamt vier Reisen vorgesehen – zwei für jede Schule. Wer mitfahren darf, das hängt, neben dem passenden Alter, vor allem vom jeweiligen Einsatz für das Projekt ab.    Die Jugendlichen müssen in ihren Schulen Workshops vorbereiten und mit den Gästen weitestgehend selbstständig durchführen und auswerten. Außerdem sollen mithilfe einer neu eingerichteten Homepage Zwischenergebnisse veröffentlicht und ausgetauscht werden können. Abschließend ist geplant, dass alle Ergebnisse des Erasmus-Projekts 2019 in einer großen Ausstellung zusammengeführt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.   Mit dem Projekt wollen die Schulen den Verstehenshorizont für die jeweils andere Kultur erweitern und sowie die Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit und Sprachkompetenz fördern. Darüber hinaus ist eine nachhaltige Freundschaft zwischen beiden Schulen und den Gemeinden ein weiteres wünschenswertes Ergebnis dieses Projekts. Foto: FF Am Gymnasium Traben-Trarbach ist mit Beginn des Schuljahrs auch das EU-geförderte Erasmus-Plus-Projekt gestartet, in dem diesmal die weiterführende Schule in Rørvik, Hauptort der Inselkommune Vikna an der Westküste Norwegens, die Partnerschule des…

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