Erinnerung an Wollseifen in der »Alten Schule«

Schleiden. 70 Jahre nachdem die Wollseifener in nur drei Wochen auf Befehl der britischen Militärverwaltung ihre Heimat verlassen mussten, erinnert jetzt eine Ausstellung in der ehemaligen Dorfschule an die schicksalhafte Geschichte dieser Menschen, die zu den wenigen Westvertrieben nach dem Zweiten Weltkrieg gehören. Der Vorsitzende des Traditionsvereins Wollseifen, Wilfried Ronig, berichtete, dass 16 ehrenamtliche Helfer zwischen sechs und 86 Jahren gut 1400 Stunden an dem Gebäude gearbeitet hatten. Bereits 2012 hatte man mit den Planungen begonnen. Doch im Zuge der Diskussionen um den Abriss der Kampfhäuser, die noch aus der Zeit des Kalten Kriegs stammen und in denen man den Häuserkampf probte, wurde für ganz Wollseifen ein Bauverbot verhängt, von dem auch die Alte Schule betroffen war. »Wir mussten zahlreiche Genehmigungen einholen und waren erstaunt, was es alles für Behörden gibt«, berichtete Ronig. Dennoch müsse er betonen, dass alle involvierten Behörden der Idee eines Erinnerungsortes aufgeschlossen gegenüber gewesen seien. Erinnerung»Jeder wollte helfen, keiner hat versucht, unser Anliegen zu verhindern«, so Ronig. »Wir sind unserem Ziel, Vogelsang in eine Erinnerungs- und Gedenkstätte zu verwandeln, mit dem heutigen Tag ein großes Stück näher gekommen«, betonte Manfred Poth, Allgemeiner Vertreter des Landrats und Aufsichtsratsvorsitzender der Standortentwicklungsgesellschaft Vogelsang. Mit der Erinnerungsstätte »Alte Schule« werde das Gesamtensemble vervollständigt. Hier werde erlebbar gemacht, was Vertreibung und Heimatverlust bedeute und jeder, der sich diese Ausstellung ansehe, könne daraus die richtigen Schlüsse für die Zukunft ziehen.KriegsdramaDer neue Leiter der Nationalparkverwaltung, Dr. Michael Röös, versprach, die Alte Schule zukünftig auch in die Öffentlichkeitsarbeit des Nationalparks Eifel einzubauen. Der ehemalige belgische Kommandant von Vogelsang, Victor Neels, appellierte besonders an die Jugend, diesen Ort in Ehren und die Erinnerung an die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs und an die Folgen aufrecht zu halten. Neels bezeichnete das Schicksals Wollseifens als »Kriegsdrama«, das Folge menschlichen Versagens in der großen Politik gewesen sei. Heute sei Wollseifen ein Denkmal der neuen deutschen Geschichte und Deutschland ein Pfeiler der friedlichen Zukunft.Prof. Dr. Wolfgang Schumacher, Vorsitzender der NRW-Stiftung, die 51.000 Euro für das Projekt gestiftet hatte, betonte, dass man sich sehr gern für diesen Umbau eingesetzt habe. »Wir hoffen, dass sich die Wollseifener und die Gäste des Nationalparks über diese Einrichtung freuen«, sagte er. FörderungNeben der NRW-Stiftung zeigte sich auch die Kreissparkasse Euskirchen (KSK) von dem Projekt überzeugt. Nachdem Vorstandsmitglied Hartmut Cremer sich bereits im November 2014 vor Ort über die Pläne informiert hatte, flossen von der KSK 10.000 Euro und noch einmal 10.000 Euro von der Kulturstiftung Rheinland, die der KSK-Vorstandsvorsitzende Udo Becker und Hartmut Cremer rasch von der Wichtigkeit des Projekts überzeugen konnten. red/epa70 Jahre nachdem die Wollseifener in nur drei Wochen auf Befehl der britischen Militärverwaltung ihre Heimat verlassen mussten, erinnert jetzt eine Ausstellung in der ehemaligen Dorfschule an die schicksalhafte Geschichte dieser Menschen, die zu…

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Ein Roadtrip mit dem Bulli an die Ostsee

Schleiden. Förster ist die Hauptfigur in Frank Goosens aktuellem, im Februar erschienenen Romans »Förster, mein Förster«. Und aus dem wird der Autor aus Bochum bei seinem Gastspiel im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Eifel am Donnerstag, 1. September, 19.30 Uhr im Clara-Fey-Gymnasium, Malmedyer Straße 2, in Schleiden vorlesen.»Ilsebill salzte nach.« Der erste Satz aus Günter Grass‘ Roman »Der Butt« ist laut einer Jury der schönste erste Satz in der deutschsprachigen Literatur. Der erste Satz eines Romans ist entscheidend. Ein guter erster Satz sorgt dafür, dass der Leser dranbleibt. Er gibt die Stimmung vor. Er macht Lust auf mehr. Der Schriftsteller Förster hat den ersten Satz gemeistert. Einziges Problem: Es kommen keine weiteren Sätze hinzu – Schreibblockade.Förster ist ein Mann in der Midlife-Crisis, dessen Freundin sich lieber auf den Äußeren Hebriden rumtreibt als bei ihm. Als seine verwirrte Nachbarin, die betagte Saxofonspielerin Frau Strobel, einen Brief aus der Vergangenheit erhält, begibt sich Förster auf eine Reise an die Ostsee, um dem Reunion-Konzert der Tanzkapelle Schmidt beizuwohnen. In einem VW Bulli begibt er sich auf einen Roadtrip in den Norden. Mit an Bord sind neben Frau Strobel der 70-jährige Nachbar Dreffke mit seiner Vorliebe für knappe Badehosen, Försters Schulfreunde Fränge und Brocki, die beide auf ihre Art in ihrem Leben scheitern, sowie der wohlstandsverwahrloste Teenager Finn. Eine Sache haben alle gemeinsam: Sie müssen unbedingt mal rauskommen!KomikFrank Goosen erweist sich in »Förster, mein Förster« als brillanter Beobachter des Zwischenmenschlichen und erschuf einen Roman zwischen absurder Komik und feiner Melancholie. Wie kaum ein anderer schreibt er mit viel Humor Geschichten über die Befindlichkeiten der Menschen seiner Generation (und über Fußball sowie den Ruhrpott). Der 50-Jährige verfasste nicht nur Bestseller wie »Liegen lernen«, der verfilmt wurde, sondern auch Kurzgeschichten und Kolumnen, etwa im »Kicker Sportmagazin«. Von 1992 bis 2000 trat er mit Jochen Malmsheimer als Duo Tresenlesen auf, dessen Programm 1997 mit dem Publikumspreis des Prix Pantheon ausgezeichnet wurde. Goosen ist außerdem Kabarettist, war als Vorstand des Trägervereins des Prinz-Regent-Theaters in seiner Heimatstadt tätig und ist stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Fußballvereins VfL Bochum. Am Schauspielhaus Bochum stellt er außerdem regelmäßig neue Bücher vor.Der Eintritt zur Lesung in Schleiden kostet zwölf, ermäßigt sechs Euro. Alle Lit.Eifel-Termine und Vorverkaufsstellen gibt es im @ Internet www.lit-eifel.deFörster ist die Hauptfigur in Frank Goosens aktuellem, im Februar erschienenen Romans »Förster, mein Förster«. Und aus dem wird der Autor aus Bochum bei seinem Gastspiel im Rahmen des Literaturfestivals Lit.Eifel am Donnerstag, 1. September, 19.30…

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Die Fischarten in der Urfttalsperre erfasst

Gemünd. Fischereifachleute vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) waren auf der Urfttalsperre im Nationalpark Eifel unterwegs. Sie zählten dabei mit verschiedenen Methoden (E-Befischung, Reusen, Netzfang) Fische, bestimmten Arten und untersuchten Mageninhalte, um Schlüsse auf das Futterverhalten ziehen zu können. Einmal im Jahr kommt Fischwirtschaftsmeister Sven Hüttemann mit seinem Team in das Großschutzgebiet, um das so genannte Fischmonitoring für die Nationalparkverwaltung und den Wasserverband Eifel-Rur durchzuführen. Der Fischbestand hat große Bedeutung für die Wasserqualität. »Wie schon in den Vorjahren konnten wir auch 2016 hauptsächlich Flussbarsche feststellen«, so Hüttemann. Da es sich bei der Urfttalsperre um ein künstliches Gewässer mit starken Wasserstandsschwankungen handelt, haben es verschiedene Fischarten, insbesondere die für die Wasserqualität wichtigen Raubfischarten Hecht und Zander, nicht leicht sich natürlich zu vermehren. Die Ergebnisse des Fischmonitorings werden neben Befunden zur Wasserqualität alljährlich im Arbeitskreis Urfttalsperre durch Fachleute des Landes und des Eigentümers Wasserverband Eifel-Rur mit Beteiligung der Fischerei-Pächtergemeinschaft bewertet. Angeln verbotenDanach waren zur Sicherung der Wasserqualität seit dem ersten Monitoring im Jahr 2003 keine Entnahmemaßnahmen beim Fischbestand der in der Managementzone des Nationalparks liegenden Urfttalsperre erforderlich. Mit der Gründung des Nationalparks Eifel und Aufgabe der militärischen Nutzung nach 2005 übernahm das Land vertraglich die Fischereinutzung an der Urfttalsperre. Aus Naturschutzgründen ist das Angeln jedoch weiterhin an der Urfttalsperre ausgeschlossen. Fischereifachleute vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) waren auf der Urfttalsperre im Nationalpark Eifel unterwegs. Sie zählten dabei mit verschiedenen Methoden (E-Befischung, Reusen, Netzfang) Fische,…

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