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Liliane Susewind stürmt Burg Dreiborn

Schleiden. Mit bekannten Schauspielern wie Christoph Maria Herbst und Tom Beck wurde auf der Burg Dreiborn für einen Kinofilm für Kinder gedreht. Der WochenSpiegel hat die Dreharbeiten besucht. Dreiborn.

Es regnet in Strömen, als die fünf Darsteller sich für das Foto aufstellen. Ein letztes Mal wird das Make-Up gerichtet und die Haare passend zerzaust - dann kann es losgehen. Die fünf Schauspieler stellen sich in vollem Kostüm vor der Burg Dreiborn auf. Erst auf den zweiten Blick erkennt man die bekannten Gesichter. Christoph Maria Herbst mit Einstein-Mähne, Tom Beck mit zerzaustem Haarschopf. Ein bisschen überzeichnet wirken die Darsteller. Doch das gehört zum Konzept.
»Der Film hat sehr viel von den alten Astrid Lindgren Filmen«, erklärt Regisseur Joachim Masannek. »Liliane Susewind« - so der Titel - erzählt von einem Mädchen, das mit Tieren sprechen kann und das genau deshalb immer wieder sich und ihre Eltern in Schwierigkeiten bringt.
Gedreht wurde der Film über siebeneinhalb Wochen nicht nur in der Burg Dreiborn sondern auch in Kornelimünster bei Aachen und im Bahnhof Raeren in Belgien. Diesen Bahnhof hat das Team in einen Zoo umgebaut - ein Großteil des Filmes spielt dort. Doch auch die Burg Dreiborn spielt eine prominente Rolle. Das Areal ist für die Filmemacher ein Glückgriff. So passt es in die märchenhaft Atmosphäre des Films und es ist als Filmdrehort unverbraucht. Das trifft auch auf die anderen Drehorte zu.
»Wir haben zwei Drittel des Filmes in NRW gedreht und ein Drittel in Belgien«, sagt Produzent Felix Zackor. Das Team war dabei ein europäisches. »Mit meinem Kameramann spreche ich englisch und er gibt dann seine Anweisungen auf französisch weiter«, erklärt Regisseur Masannek. Auch für den Kinderfilm-Veteranen war das ein neues Arbeiten. Nach acht Kinderfilmen mit demselben Team, arbeitete er nun mit neuer Besetzung.  Es sei interessant zu sehen, so Masannek, welche visuelle Ideen durch den neuen Kameramann auf die Leinwand gebracht würden.
Eine besondere Herausforderung stellen in dem Film die sprechenden Tiere dar. Dafür sind Trickeffekte nötig - doch je nach Tier ist der Aufwand größer. Während der Hund, der im Film eine Rolle spielt, noch relativ einfach umzusetzen war, bereitete der sprechende Babyelefant dann doch größere Probleme. »Einen dressierten Babyelefanten bekommt man auf der ganzen Welt nicht«, erklärte Regisseur Masannek.
Deshalb beschloss man kurzerhand das Tier komplett zu animieren. »Die VFX Studios arbeiten schon an den Entwürfen«, erklärte Produzent Felix Zackor. Die Szenen, in denen die Special-Effects-Profis ans Werk gehen müssen, werden als erstes geschnitten, damit die Nachbearbeitung schnell loslegen kann. Der Zeitplan, so der Produzent,  ist eng gefasst. Im Mai 2018 soll der Film in die Kinos kommen. Mit dem Dreh in der Burg Dreiborn enden die Dreharbeiten für das Team. Ein zweiter Teil ist allerdings schon angedacht und soll, wenn möglich, schnell gedreht werden. Ob dann wieder in der Eifel gedreht wird, ist unklar. »Aber wir kommen gerne wieder«, betont Zackor.


Der Film

Der Film handelt von der elfjährigen Liliane Susewind (Malu Leichler), die eine außergewöhnliche Fähigkeit hat: Sie kann mit Tieren sprechen. Als ein Stadtfest wegen ihrer Fähigkeiten komplett im Chaos versinkt, muss sie mit ihren Eltern Regina (Peri Baumeister) und Ferdinand (Tom Beck) und ihrem Hund umziehen. Sie schwört sich, ihre besondere Fähigkeit geheim zu halten. Doch ein gemeiner Tierdieb macht den städtischen Zoo unsicher und die Zoodirektorin (Meret Becker) und Pfleger Toni (Christoph Maria Herbst) brauchen Lilis Hilfe.
Der Film basiert auf dem Roman von Tanya Stewner.

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