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"Tolle Tage" mit dem Dreigestirn

Mendig. Die Februar-Ausgabe des neuen Live-Magazins liegt bereit. Thema des Monats: Einmal Prinz zu sein. Das Mendiger Dreigestirn rund um Prinz Nico I. hat uns verraten, wie sie die "jecken" Tage erleben und was Karneval für sie bedeutet.

"Einmal Prinz zu sein" - das ist der große Traum für viele Vollblut-Karnevalisten. Doch für längst nicht jeden geht er auch in Erfüllung. Für Nicolas Junglas aber ist er zur Realität geworden. Seit der Proklamation am 11. November ist er als Prinz von Mendig in Amt und Würden. "Es ist einfach eine sehr große Ehre für mich Prinz von 'Mennesch am See', meiner Stadt, zu sein", sagt der 24-Jährige. Und seine Karnevalskarriere kann sich sehen lassen. Erst seit 2011 mischt er in der KGO ("Karnevalsgesellschaft 1903 Obermendig") mit. "Vorher hatte ich nahezu nichts mit dem Karneval zu tun und daher war ich nicht sofort überzeugt, mich aktiv zu engagieren", so der heutige Prinz. Marvin Rawert, sein langjähriger Freund und die Jungfrau an seiner Seite im Dreigestirn, sei es schließlich gewesen, der ihn überreden konnte und für den Verein begeisterte. "Es hat dann nicht lange gedauert und mich hat das Karnevalsfieber voll erwischt. Und seitdem kann ich mir ein Leben ohne Karneval nicht mehr vorstellen und bin auch selbst auf der Bühne aktiv. Ich halte als 'Pater von Laach' Büttenreden mit dem 'Owemennijer Kreisel' und singe auch im 'größten Trio' der Welt."

Doch auch ein Prinz kann nicht ganz alleine regieren. Wie im wahren Leben braucht er eine starke "Frau" an seiner Seite. Marvin Rawert steht ihm nicht nur als Jungfrau Marvin, "Elferrätin von der Hobelbank", tatkräftig zur Seite. Auch im Elferrat sind sie gemeinsam aktiv. Anders als der Prinz hat Jungfrau Marvin Karneval im Blut. "Meine gesamte Familie ist karnevalsverrückt. Es ist bei mir quasi im Erbgut und ein riesiger Bestandteil in meinem Leben. Deshalb war ich, als ich 2011 in der Elferrat der KGO kam, auch sehr stolz", freut sich Marvin noch heute.

Und da aller guten Dinge bekanntlich drei sind, macht Lukas Furch als Bauer Luki, "Husarenkanonier von de Wasserschöpp", das Dreigestirn perfekt. "Bei mir ist es ähnlich wie bei Marvin. Ich bin auch schon von klein auf mit dem Karneval verbunden. Meine Eltern waren 1990 sogar Prinzenpaar der Stadt Mendig. Da war es nur 'natürlich', dass ich irgendwann auch eine Karnevalskarriere einschlage. Als Nico, den ich auch schon lange kenne, gefragt hat, ob ich nicht Lust hätte, im Hofstaat mitzuwirken, da war das für mich gar keine Frage."

"Ohne Marvin und Lukas und auch ohne das gesamte Team, das hinter uns steht, wäre das Amt und alles, was mit ihm verbunden ist, gar nicht zu bewältigen. Das ganze Team ist wichtig! Und es ist wirklich unfassbar, was unser Hofstaat alles für uns macht und uns auch abnimmt. Wenn wir zum Beispiel nach Auftritten abends spät in unserer Hofburg noch zusammen essen und den Abend ausklingen lassen, dann müssen wir uns am nächsten Tag nicht einmal um das Aufräumen kümmern. Unsere Leute haben dann am nächsten  Morgen schon alles für uns gemacht. Aber auch finanziell werden wir von der KGO, aber auch von der KG Niedermendig unterstützt", erklärt Prinz Nico. Eine Session kann das Dreigestirn eine höhere fünfstellige Summe kosten.

"Nicht zu unterschätzen ist auch die Unterstützung des Arbeitgebers", erklärt Jungfrau Marvin. "Für mich als Selbstständiger ist es natürlich einfacher, ich kann meine Arbeit selbst planen und einteilen. Wenn man aber angestellt ist, dann muss der Arbeitgeber mit dem Amt einverstanden sein. Denn natürlich fällt man, gerade in der Hochphase, auch mal aus oder ist nach einer langen Nacht nicht ganz so konzentriert. Das muss man vorher alles absprechen, sonst kann es nicht klappen."

Eines fällt aber wohl jedem auf - egal ob karnevalsaffin oder nicht - dieses Dreigestirn liebt, was es tut. "An einem perfekten Karnevalstag haben wir viele Auftritte, die Leute haben Spaß und gehen richtig mit", so der amtierende Prinz. "Auch wenn man mal kaputt ist, dann vergisst man das sofort, wenn man im Kostüm steckt und bei einem Auftritt ist. Und man ist immer mit seinen Leuten zusammen, wir sind einfach ein eingeschweißtes Team", ergänzt Bauer Lukas. Und für Marvin steht fest: "Karneval ist für mich ein ganz wichtiges Brauchtum, das Menschen zusammenbringt und mehr als ein kurzlebiger Spaß." Viel Verantwortung für das junge Dreigestirn: Neben allem Spaß, muss der Hofstaat geleitet und der Karneval angemessen repräsentiert werden.

Bei aller Freude und dem Spaß an der Sache steht eines aber für alle drei fest: "Das Amt verlangt auch ein gewisses Maß an Ernst. Es ist nicht nur Spaß machen und feiern. Wir vertreten schließlich unseren Verein, Mendig und die Mendiger Fastnacht. Wir müssen ein gutes Bild abgeben und uns der Tragweite unseres Auftretens bewusst sein. Wenn sich jemand aus unserem Team, bei dem jeder seinen eigenen Kopf hat, daneben benimmt, dann fällt das letztlich auf uns zurück", erklärt Nico Junglas. Manchmal müsse, wie in jedem echten Staat auch und bei so vielen Menschen, ein Machtwort gesprochen werden. Immerhin könne man den Hofstaat mit einem mittelständischen Betrieb vergleichen. Das letzte Wort bei Entscheidungen habe das Dreigestirn.

Der Höhepunkt ihrer Regentschaft wird am Veilchendienstag, 13. Februar, erreicht sein. Dann findet in Mendig der Zug statt. Danach allerdings steht dem Dreigestirn eine harte Zeit bevor, wie der Prinz berichtet: "Unsere Tage im Amt sind gezählt. Das macht einen schon traurig und sentimental." "Ich glaube, wir alle werden nach der Session erst einmal in ein Loch fallen und weinen, weil dann schon wieder alles vorbei ist", glaubt Bauer Lukas. Ablenkung scheint dann das Wichtigste zu sein: "Für mich geht es direkt weiter mit der Meisterschule, das wird mich hoffentlich auf andere Gedanken bringen", hofft Jungfrau Marvin. Was ihnen aber bleibe, seien die vielen schönen Erinnerungen und man werde sich auch noch in 20 Jahren an diese Zeit erinnern, zusammen sitzen und sagen "Weißt du noch...".

Doch auch um die Zukunft des traditionellen Karnevals macht sich das Dreigestirn seine Gedanken. "Viele nehmen die bunten Tage nur als Anlass, sich sinnlos zu betrinken, die haben sonst gar nichts mit Karneval am Hut", sagt Bauer Lukas. "Und es wird auch immer schwieriger mit den Büttenreden. Denn das 'Sitzungsklientel', wie ich es einmal nennen möchte, stirbt langsam aus. Die Themen werden immer allgemeiner und dieses Besondere, das Lokalkolorit, geht immer mehr verloren", gibt Prinz Nico zu bedenken.

Weitere Informationen - auch zu Terminen - gibt es unter:
www.mendiger-dreigestirn.de

 

Live im Überblick:

Das neue Live-Magazin als E-Paper: http://www1.wi-paper.de/book/read/id/00025A745B8707FF

Wo es das neue Live-Magazin überall gibt? Lesen Sie hier nach, wo sich die Auslagestellen befinden: http://www.wochenspiegellive.de/eifel/artikel/das-neue-live-magazin-50543/

 

 

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