Nicht länger von den Nachrichten abgehängt

Bitburg. In den Westeifel-Werken schaffen Mitarbeiter für Menschen mit Handicap einen Zugang zu Nachrichten. Beim Wochenspiegel informierten sie sich, wie dort Zeitung gemacht wird.  Im globalisierten Medienzeitalter, in dem immer und überall Nachrichten aus aller Welt abrufbar sind, gibt es immer noch Menschen, die von ihnen abgeschnitten sind. Das sind häufig Menschen mit Handicap. In dem Westeifel-Werk in Gerolstein hat sich vor zwei Jahren eine Gruppe zusammengefunden, die das ändern möchte. Die Idee dazu hatte Yasmin Klein aus Lissendorf, damals in der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin. „Der Prokurist unserer sozialen Dienste, Hermann Dahm, hat mit dem Werkstattrat den Touch-Computer Cabito, ein barrierefreies Informationssystem der Caritas, angeschafft“, erzählt sie, wie es dazu kam, dass sich seitdem vier Mitarbeiter mit Handicap um die Aufbereitung von Nachrichten kümmern. Diese stellen sie abrufbar in einen Terminal, den jeder der behinderten Werkstattmitarbeiter nutzen kann. „Unsere Leute haben einen erschwerten Zugang zu den Medien. Ich wollte ihnen zeigen, wie sie sich Nachrichten beschaffen können und wie man mit Medien umgeht.“ Und davon profitieren nun alle Mitarbeiter in den Werken. Einmal in der Woche füttert die Medien-Gruppe das Informationssystem Cabito mit aktuellen Nachrichten. 80 Prozent der rund 540 Mitarbeiter in den drei Westeifel-Werken in Gerolstein, Wißmannsdorf-Hermesdorf und Weinsheim rufen sie ab. Nachrichten für Blinde und Gehörlose Bevor es soweit ist, wählen Patrick (29), Stefan (41), Kurt (32) und Manuela (38) aus, worüber sie berichten wollen. Dabei nutzen sie sorgfältig ausgesuchte Quellen aus dem Internet. Im nächsten Schritt schreiben sie die Nachrichten in eine verständliche Sprache um. Zweimal pro Woche unterbrechen sie dafür ihre Werkstattarbeit und treffen sich für zwei Stunden im Computerraum. Nachrichten machen statt Dichtungsringe aufschrauben oder Teile für Fahrzeuggangschaltungen zu montieren. Eine Abwechslung, die die Teilnehmer sehr schätzen. Damit alle Mitarbeiter der Westeifel-Werke die Nachrichten abrufen können, werden sie von ihnen nicht nur schriftlich und bildlich übermittelt, sondern auch eingesprochen. So können sich auch Blinde und Gehörlose informieren. Am Donnerstag besuchten die Medienleute der Westeifel-Werke die Wochenspiegelredaktion in Bitburg, um sich zu informieren, wie dort Zeitung gemacht wird.  Manju Rouzaud, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit bei den Westeifel-Werken, erklärt, dass das Erlangen von  Medienkompetenz ein weiterer wichtiger Schritt in der Aufgabe der Westeifel-Werke sei, Menschen mit Handicap die Teilnahme am Arbeitsleben und dem Leben in der Gesellschaft zu ermöglichen. Alle vier Teilnehmer der Projektgruppe haben viel dazu gelernt: Sie können mit dem PC und dem Internet umgehen und sie gehen kritisch und aufmerksam mit dem um, was dort geschrieben ist. „Im Betrieb achtet man sie sehr hoch, denn sie können Nachrichten lesen und verstehen“, macht Yasmin Klein bewusst, dass das längst keine Selbstverständlichkeit ist. Ihre Mediengruppe steuert dazu bei, dass mehr Menschen mit Handicap trotzdem nicht von Informationen abgehängt werden. bilIn den Westeifel-Werken schaffen Mitarbeiter für Menschen mit Handicap einen Zugang zu Nachrichten. Beim Wochenspiegel informierten sie sich, wie dort Zeitung gemacht wird.  Im globalisierten Medienzeitalter, in dem immer und überall Nachrichten aus…

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Unfall statt Diebstahl

Obere Kyll. Ein Autodiebstahl, der gar keiner war, beschäftigt die Polizei. In der Nacht zu Samstag wurden die Beamten über den angeblichen Raub eines PKW informiert. Ein 18-Jähriger aus der VG Obere Kyll hatte sich den Fahrzeugschlüssel eines Bekannten geliehen. Als er etwas das Fahrzeug hineinlegen wollte, wurde er von zwei maskierten Tätern mit einem Baseballschläger überfallen und des Fahrzeuges wurde gestohlen. Er hätte sich noch in den Weg der Räuber gestellt und sei dann angefahren worden, so schilderte er den Tatablauf. Die Polizeibeamten wurden stutzig, als eine zweite Streife den vermeintlich geraubten PKW in der Nähe des Tatorts stark beschädigt auffand. Das Verletzungsmuster des  Opfers passte nicht zu seiner Darstellung des Tatgeschehens, stattdessen waren die Verletzungen auf einen Verkehrsunfall zurückzuführen. Im weiteren Verlauf wurde bei dem Anzeiger des ominösen Falles festgestellt, dass er unter Alkoholeinfluss stand und er nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war. Bei weiteren Nachforschungen der Polizei brach das Lügengebilde dann zusammen. Das "Raubopfer" war in alkoholisiertem Zustand mit dem Wagen unterwegs, baute einen Unfall und wollte die Schuld jemand anderem in die Schuhe schieben  Jetzt wird gleich wegen mehrfacher Straftaten gegen ihn ermittelt.Ein Autodiebstahl, der gar keiner war, beschäftigt die Polizei. In der Nacht zu Samstag wurden die Beamten über den angeblichen Raub eines PKW informiert. Ein 18-Jähriger aus der VG Obere Kyll hatte sich den Fahrzeugschlüssel eines Bekannten…

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