Thorsten Wirtz

Widerstand gegen Deponie wächst

Kreis Vulkaneifel. Die Diskussionen um die geplante Deponie in Strohn reißen auch 2014 nicht ab. Während sich der Rat der Verbandsgemeinde Ulmen mit einer einstimmig verabschiedeten Resolution gegen das Projekt im »GesundLand Vulkaneifel« im Dezember klar positioniert hat und laut Bürgerinitiative der Widerstand ungebrochen weiter wächst, beklagt Strohns Ortsbürgermeister Alois Pohlen den Werteverfall in den sozialen Netzwerken.

»Keine Deponie Klasse 1 in Strohn - für GesundLand und unsere Kinder« steht auf den Plakaten und Transparenten, die den Unwillen der Bürger in Strohn zum Ausdruck bringen. Und die Deponie-Gegner in dem Ort erhalten Unterstützung. So lehnt der Rat der Verbandsgemeinde Ulmen jegliche Pläne zur Errichtung der Abfalldeponie DK 1 ab. Zu befürchtende gravierende gesundheitliche Auswirkungen für die Menschen in der Region sowie ein unzumutbarer Eingriff in die Lebensqualität und unabsehbare negative Folgen für den Tourismus werden als Gründe angeführt. Der Landkreis Cochem-Zell beziehe für die Verbandsgemeinde Ulmen einen Großteil ihres Trinkwassers aus den fünf Trinkwasserbrunnen in der Gemarkung Strohn. Durch die Nähe der geplanten Deponie zu den Trinkwasserbrunnen des Kreiswasserwerkes könnten Gefahren für das Trinkwasser und die Trinkwassergewinnung nicht ausgeschlossen werden«, heißt es aus dem Ulmener Rathaus.

Wasser auf die Mühlen der Deponie-Gegner

Die Bürgerinitiative (BI) sieht sich bestätigt. »Die Resolution zum jetzigen Zeitpunkt zeigt deutlich, dass den umliegenden Ortschaften und Verbandsgemeinden verfahrensbedingt Informationen vorenthalten wurden. Viele der geäußerten Bedenken stimmen mit den von uns vorgebrachten Argumenten überein, so auch die Feststellung,  dass es keinen Bedarf für die Deponie in der Region gibt«, sagt der BI-Vorsitzende Axel Römer. »Es ist das Recht und die Entscheidungsfreiheit des VG-Rates, dies zu tun«, bewertet Pohlen hingegen die Ulmener Resolution.

 

Der Strohner Ortsbürgermeister unterstreicht derweil, dass sachlich begründete Einwände gegen die Deponie von der Gemeinde sowie von allen im Verfahren beteiligten Dienststellen ernst genommen würden. »Wenn sich Mitbürger Sachargumenten verschließen  und stattdessen mit Emotionen oder Erzeugen von Angst gegen die Pläne vorgehen, fällt es schwer, dies nachzuvollziehen. Besonders belastend ist dies, wenn Argumente durch Beleidigungen, Diffamierungen oder Verleumdungen ersetzt werden, wie dies leider immer wieder bei Facebook geschieht.«Römer verweist darauf, dass auf Facebook schon entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Und: »Es geht uns als Bürgerinitiative nicht darum, persönlich zu verletzen, sondern in der Sache fair miteinander zu streiten.«

Keine weiteren Gespräche geplant

Bislang sind Gemeinderat und BI einmal gemeinsam in den Dialog getreten. »Es sind momentan keine weiteren Gespräche geplant, obwohl auf  Seiten der BI weiterhin Klärungsbedarf besteht und der Gemeinderat den Eindruck vermittelt, nicht über alle Details ausreichend informiert zu sein«, so Römer, der auf die »steigenden Zahlen von Mitzeichnern unserer Petition (petition.wartgesberg.de.)« verweist. Pohlen berichtet von sachlichen Gesprächen und dem Versuch, »eine für beide Seiten tragbare Lösung zu finden.«Der Genehmigungsantrag der Firma Scherer liegt bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord. Aus Koblenz heißt es, dass man für die nächsten Wochen einen Erörterungstermin vorsieht. Die geplante Deponie in Strohn dürfte also weiterhin für Gesprächsstoff sorgen.

Artikel kommentieren

Bisher gibt es noch keinen Kommentar zu diesem Artikel.