Klaus Desinger

Feuertaufe bestanden - Neuer Wehrleiter musste am ersten Arbeitstag Großbrand regeln

Hunsrück/Nahe. Ausgerechnet am Tag seiner Beförderung zum Wehrführer, musste Helmut Tressel seine erste Feuertaufe bestehen - bei einem Großbrand auf dem Werkstattgelände der Firma N W Automobile

Gemütlich feierten die Kameraden beim örtlichen Feuerwehrfest am Sonntag, nichts ahnend, dass sie nur wenige Stunden später zu einem Brand in der Nähe des Schrottplatzes ausrücken mussten. Ein Jäger hatte den Lichtschein gegen 19.35 Uhr entdeckt und fuhr zum Feuerwehrhaus, wo er den designierten Wehrführer antraf. Erst sechs Stunden im Amt, löste  der Floriansjünger von Hand die Sirenen aus und fuhr mit zwei Kollegen zum Ort des Geschehens. Auf dem Weg funkte er die Leitstelle in Bad Kreuznach an: »Werkstattbrand in Oberhausen«. Sofort wurden die Einheiten Oberhausen, Hennweiler und die der Stadt Kirn alarmiert. Gleichzeitig machten sich viele Schaulustige auf den Weg zum Werkstattgelände. Dort sahen sie drei übereinandergestapelte Autos inmitten eines riesigen Feuerscheins. Und hörten Ohren betäubende Explosionen. Helmut Tressel wies seine Kameraden gleich ein und erklärte, dass die Detonationen von den Gaskartuschen der Airbags herrühren. Der neue Chef, noch in Ausgehuniform  von der morgendlichen Ehrung unterwegs, spricht von dem größten Einsatz dieses Jahres. 55 Feuerwehrleute rücken an. Doch es gibt ein Problem: Wassermangel. Der stellvertretende Wehrführer, Markus Lörch, erinnerte sich sofort an einem Brand vor gut zehn Jahren in der Werkstatt. Damals wurde der 200 Meter entfernt gelegene Hochbehälter angezapft. Das machte man auch diesmal. »Es hat nur einige Minuten gedauert, bis wir die Wasserleitungen gelegt haben«, sagt Lörch. In der Nähe des Schrottplatzes gibt es nur einen sehr kleinen Hydranten. Die acht Minuten, bis die Kirner Feuerwehr eintraf, kam den Anwohnern wie eine Ewigkeit vor. Die gesamte Festbelegschaft vom Morgen traf sich abends an der Feuersbrunst wieder. VG-Bürgermeister Werner Müller und Ortsvorsteher Norbert Gabriel boten der betroffenen Familie gleich Hilfe an. Verletzt wurde zum Glück niemand, jedoch erlitt die Frau des Unternehmers einen Schock und kam ins Krankenhaus. Sie hatte noch schlimme Erinnerungen an damals, als die Werkstatt fast komplett abbrannte. Nach anderthalb Stunden war der Brand gelöscht. Sichere Aussagen zur Brandursache konnte die Polizei bis Redaktionsschluss noch nicht machen.

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