Magdalena Bomba

Netzwerk Lebendige Nahe erweitert seine Aktivitäten

Hunsrück/Nahe. Das Netzwerk "Lebendige Nahe" wurde 2006 vom Regionalbündnis Soonwald-Nahe zusammen mit der Deutschen Umwelthilfe als Teil des bundesweiten Programms "Lebendige Flüsse" ins Leben gerufen. Es soll die Naturschätze unserer Flusslandschaft und ihrer Seitenarme bewusst und erlebbar machen und den Aktiven eine Plattform der Zusammenarbeit bieten. In den letzten Jahren sind für Naturfreunde mehrere attraktive Einrichtungen entstanden, die nun enger vernetzt und ausgebaut werden sollen. Auf Einladung des Regionalbündnis kamen die bisherigen Projektbeteiligten und Interessenten für neue Aktionen zu einem Forum "Lebendige Nahe" im Museum "Nahe der Natur" in Staudernheim zusammen.

Der Vorsitzende des Regionalbündnisses, Dr. Rainer Lauf und Jörg Homann als für den Bereich Naturschutz zuständiges Vorstandsmitglied, erläuterten den Teilnehmern die Möglichkeiten und Chancen der Zusammenarbeit. Bei der Vorstellung der bestehenden Projekte präsentierte zunächst Jürgen Hess vom Angelsportverein Guldental die Renaturierung des Guldenbaches in eindrucksvollen Bildern und ging ausführlich auf die erfolgreichen Bemühungen ein, Wanderfische wie die Meerforelle wieder anzusiedeln. Hindernisse sind in erster Linie die im Unterlauf des Flusssystems noch vorhandenen Wehre, deren Durchlässigkeit nach und nach verbessert werden sollte.

Publikumsmagnet

Alexander Krämer und Martin Fuhr stellten die Naturstation Lebendige Nahe vor, die im Kurmittelhaus von Bad Münster am Stein seit 2007 angesiedelt ist und sich zum Publikumsmagneten für Einheimische, Kurgäste und Schulen entwickelt hat. Dort werden in naturnah gestalteten Terrarien lebende Amphibien und Reptilien unserer Heimat gezeigt, außerdem werden Führungen, Vorträge und Wanderungen angeboten. Die Tierbetreuung und die pädagogische Arbeit werden rein ehrenamtlich geleistet. Für die Mitarbeit bei der Tierpflege und der Veranstaltungsorganisation werden noch Interessenten gesucht, gerne auch Laien, die eine Einarbeitung erhalten können.

Mitmach-Museum

Im Mai 2012 eröffnete in Staudernheim das Mitmach-Museum "Nahe der Natur" der Familie Altmoos. Die private Einrichtung verbindet ebenfalls Naturerlebnis und Naturpädagogik. Besucher finden ein großes Wildnisareal in einem ehemaligen Steinbruch, wechselnde Ausstellungen und geführte Wanderungen vor. Schon für sich ist das Museum attraktiv, lässt sich aber besonders schön mit einer Wanderung auf dem Barfußpfad und einer Rast mit Imbiss im Museumscafé kombinieren.

Im Juni 2012 wurde der "Natur-Erlebnis-Weg Lebendige Nahe" in der Bad Sobernheimer Auenlandschaft eröffnet, der schon im ersten Jahr großen Zuspruch erlebte, wie Renate Scheffold von der Kur- und Touristinfo und Rolf Model vom Nabu berichten konnten. Gefördert durch das Land, den Naturpark Soonwald-Nahe und andere Sponsoren können die Spaziergänger auf dem 4,5 Kilometer langen Rundweg wunderschöne Einblicke in das Leben der Auenlandschaft erhalten und ihr Wissen mit Hilfe von Infotafeln sowohl testen als auch erweitern.

Neue Projekte konzipieren

Der Naturpark Soonwald-Nahe betrachtet die Aktion Lebendige Nahe mit Wohlwollen und ist bereit, Projekte mit Landes- und Eigenmitteln zu fördern, wie Geschäftsführer Marco Rohr und seine Mitarbeiterin Lena Eigendorf bei dem Treffen betonten. Auch stehen Mittel aus der Förderung ländlicher Räume (ILE-LAG Soonwald-Nahe, Vorsitz Dr. Rainer Lauf) grundsätzlich für geeignete Projekte zur Verfügung.   Im zweiten Teil des ergiebigen Forums standen die neuen Anwärter für die Lebendige Nahe im Vordergrund. Beate Thome mit ihren "Naturcamps Hunsrück" ist im Wandererheim und am Hoxbach in Monzingen sowie auf der Schmidtburg im Hahnenbachtal aktiv, möchte neue Projekte konzipieren und enger zusammenarbeiten.

Mit der Kirner Stadtverwaltung fanden Gespräche statt, das Areal "Leben am Fluss" eventuell durch eine Naturerlebniszone zu ergänzen. Die Achatschleife der Familie Kuhn in Kirn-Sulzbach passt ebenfalls gut in das Naturerlebniskonzept der Lebendigen Nahe. Im Landkreis Birkenfeld ist Flusskrebsspezialist Sascha Schleich an einer Zusammenarbeit interessiert. Auch am Oberlauf der Nahe bei Nohen und im Trauntal kann man sich Aktivitäten zur Lebendigen Nahe vorstellen. Monika Konrad vom Trägerverein Simmerbachaue kam aus Simmern dazu, um ihr Projekt vorzustellen, das insbesondere Naherholung und Naturerlebnis verknüpft, aus Sicht der Initiatoren auch ein geeignetes Kooperationsmodell, ist doch der Simmerbach (im Unterlauf Kellenbach) einer der größeren Zuflüsse der Nahe. Höchst interessant waren die Ausführungen von Jörg Homann zu Bibersichtungen im Nahe-Hunsrück-Raum und der Möglichkeit, Lebensräume für Biber zu fördern.  

In der anschließenden sehr fruchtbaren Diskussionsrunde wurden gemeinsame Ziele und nächste Schritte vereinbart. Alle Teilnehmer waren dankbar für das Treffen, das den Austausch und das nähere Kennenlernen der Personen und Projekte vertiefte. Das Netzwerk Lebendige Nahe soll wieder aktiver und intensiver werden, Bewußtsein wecken und motivieren. Es könnte zu einer gemeinsamen Außendarstellung unter stärkerer Verwendung des Logos und einer einheitlicheren Beschilderung führen, damit das Netzwerk inhaltlich und optisch besser wahrgenommen wird.

Miteinander vernetzen

Eine Vernetzung soll ebenfalls auf den jeweiligen Internetseiten der Einzelteilnehmer angestrebt werden mit Querverweisen auf die verschiedenen Projekte. Mit den touristischen Institutionen entlang der Nahe sollen Gespräche geführt werden, wie man z.B. an Raderlebnistagen oder bei Wanderevents Naturerlebnisse der  Lebendigen Nahe integrieren kann.   Der Austausch und das nähere Kennenlernen der Aktivitäten soll nun mit regelmäßigen Treffen gefestigt werden, die etwa alle drei Monate an jeweils einem der Projektorte stattfinden. Anfang September soll mit einer geführten Wanderung und anschließenden Besprechung das Guldenbachprojekt im Mittelpunkt stehen. Interessierte am Thema Lebendige Nahe können sich beim Regionalbündnis Soonwald-Nahe informieren www.regionalbuendnis.de.

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