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Neu-Bamberg feiert 200 Jahre Rheinhessen

Hunsrück/Nahe. „Hilleschambes, Hilleschambes!“ Ludwig, der Neu-Bamberger Gänsehirt kreischt sich die Seele aus dem Leib. „Hilleschambes, die Franzose komme!“ Wir schreiben den 4. Juli 1816. Der von der bayerisch-preußischen Militärverwaltung eingesetzte Amtsdiener und Hilfsgendarm gerät in Panik: „Ludwig, ich kann doch nit gegen die ganze Franzose …“ Und tatsächlich, durch die Kandelpforte, das alte Stadttor, schreitet ein junger Mann in Franzosenuniform. Ist er wirklich allein? Ein verspäteter Heimkehrer aus dem Russlandfeldzug, der 1811 von Napoleon eingezogen wurde, wie er behauptet? Johannes Becker, der Sohn der Mittelgässer Becker-Bawett?

Das von Roland Klampt zu diesem Anlass geschriebene Neu-Bamberger Dorftheater 1816 steht im Mittelpunkt der  Feierlichkeiten, mit denen die kleine Gemeinde in der Rheinhessischen Schweiz am Sonntag, den 3. Juli, das Jubiläum 200 Jahre Rheinhessen feiert. Um 11 Uhr  geht es los: Sachkundig und mit viel Witz führt Hermann Schlamp durch den alten Ortskern und zur Burg. Ab 12 Uhr herrscht reges Markttreiben  im Hof des Bürgerhauses und im alten Ortskern. Traditionelles Handwerk wird präsentiert, an den Ständen gibt es selbstgemachte Marmeladen, Kräuter sowie Honig aus und Literatur zu Rheinhessen. „Die Waschweiber“ sorgen mit ihren Liedern für gute Laune und der Gaukler und Jongleur Hubertus verzaubert Jung und Alt mit seinen Kunststücken. Für die Verköstigung sorgen nicht nur die Weinstände heimischer Winzer, neben Bier und alkoholfreien Getränken werden diverse regionale Leckereien angeboten. Das Dorfcafé im Amtsstall bietet Kaffee und selbstgebackenen Kuchen.

Um  13 bzw. 15 Uhr beginnen die zwei Aufführungen des Dorftheaters am alten Uhrturm. Die drei Szenen spielen an drei verschiedenen Schauplätzen. Die Zuschauer sind eingeladen mitzuwandern.  In die Geschichte um den Heimkehrer Johannes eingebettet ist die feierliche Verlesung des Besitzergreifungspatents seiner Durchlaucht des Großherzog Ludewig von Hessen vom 8. Juli des Jahres  1816. Ist dies ein Happy End für die neuen Landeskinder, und gibt es auch ein Happy End für den Kriegsheimkehrer Johannes? Kita-Kinder und Mitglieder des Musikverein CMV Neu-Bamberg feiern bei der Schlussszene mit.

Um  19 Uhr schließt eine Vier-Gänge-Festtafel den Tag ab, die Speisenfolge orientiert sich an der traditionellen Regionalküche. Teilnahme nur nach Voranmeldungen beim Ortsbürgermeister.

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